Rhein-Pfalz Kreis In der Pause im Einsatz für gerechten Handel
«Mutterstadt.» Seit diesem Schuljahr gibt es an der Integrierten Gesamtschule Mutterstadt eine Arbeitsgemeinschaft, die sich mit dem Thema Fair Trade – Fairer Handel – auseinandersetzt. Dies geschieht nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch durch Verkauf von Eine-Welt-Waren. Dabei wird die Taf (Together and Fair)-AG vom Weltladen Mutterstadt unterstützt.
Die Initiative zu dieser AG ging von Religionslehrer Christian Schwartz aus. „Wir haben ja schon eine Ruanda-Partnerschaft mit dementsprechenden Projekten und da wurde immer wieder auch Fair Trade thematisiert“, erklärt der Lehrer den Hintergrund. Eine Referentin aus dem Bischöflichen Ordinariat habe dann in der Schule über das Thema Fair Trade gesprochen. „Da kam die Idee, dies als eigenes Projekt zu machen“, erzählt Schwarz. Zunächst war die AG für ältere Schüler ab der achten Klasse gedacht, „als wir dann beschlossen, das Ganze aktiver zu gestalten, haben wir die AG dann auch für jüngere Schüler geöffnet“. So nehmen jetzt sieben Schüler aus der sechsten bis achten Klasse an dem Projekt teil. „Ganz am Anfang haben wird drei Ideen gehabt“, erklärt Teresa, „Handykiste, Stand mit Eine-Welt-Waren und Fair-Trade-Schule“. Wobei Fair-Trade-Schule zu werden ein ferneres Ziel sei, ergänzt Schwartz. Neben Informationen zum Leben von Kindern und Kinderarbeit in Form von Filmen und Quiz bereitete die Gruppen erstmals zum Schul-Weihnachtsmarkt 2017 einen Stand vor. Dabei wurde sie von der Schule mit Ausstattung und vom Weltladen Mutterstadt mit einem Starterpaket und Produkten unterstützt. „Nachdem es beim Weihnachtsmarkt gut lief, haben wir uns gedacht, dass wir ja auch einen Stand in der Pause in der Schule machen könnten“, erklärt Quentin. So gibt es jetzt an jedem Montag in der zweiten Pause einen Stand in oder vor dem Gebäude A. „Wir haben gemerkt, dass wir mehr verkaufen, wenn wir draußen sind“, sagt Elisa aus der sechsten Klasse. Es gibt zwei Gruppen, die sich in der Verantwortung für den Verkauf abwechseln. „Aber natürlich helfen wir gegenseitig aus“, sagt Theresa. Dabei hat in jeder Gruppe jeder seine festen Aufgaben. „Verkaufen“, sagt Hannah. „Geld zählen“, meint Filippe spontan bei der Frage, was ihnen am meisten Spaß macht. In den AG-Stunden am Dienstag beschäftigen sie sich mit den Hintergründen des Themas, machen aber auch Inventur und Kassensturz vom Tag vorher. Dabei wird mit Lehrer Schwartz besprochen, was dieser im Weltladen neu ordern soll. Verkauft werden vor allem Schokolade, Kekse, Gummibärchen, Bonbons, Bananenchips, Erdnüsse, Organgensaft. „Wir suchen auch immer wieder neue Produkte heraus und machen dann richtige Probierstunden“, erläutert der Lehrer. Unterstützt werden sie dabei von Heike Wink, die im Weltladen Mutterstadt für die Kommissionsware zuständig ist. „Die Kinder haben uns auch schon im Laden besucht“, sagt sie, erfreut über das Engagement. Besucht haben die Kinder mit ihrem Lehrer an einem schulfreien Tag im April sogar die Faire-Welten-Messe bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung in Mainz. Um Werbung für ihren Stand und ihre Produkte zu machen, haben die Schüler einen Aufsteller gestaltet. Hannah hat die Idee, mit den Produkten über den Schulhof zu gehen, um noch mehr drauf aufmerksam zu machen. „Es ist schön zu sehen, was die Schüler dabei alles mitnehmen“, sagt Christian Schwartz. „Sie lernen nicht nur viel über Fair Trade, sondern auch Organisieren, Abrechnen und soziales Miteinander.“ In der Adventszeit hat Quentin sogar einen Brief an den Freundeskreis der Schule geschrieben, um diesen zu bitten, bei seinem Getränkeausschank auf fair gehandelten Kaffee zurückzugreifen. Schön sei auch zu sehen, wie die Schüler „ihre“ Produkte gegenüber den Mitschülern verteidigen und diese zum Kauf animieren. Und so sind die sieben stolz auf stetig steigende Einnahmen und Lob von Lehrern und Mitschülern.