Rhein-Pfalz Kreis Hoch hinaus
„Hoch hinaus“ heißt eine Mannheimer Veranstaltungsreihe. Exkursionen mit maximal 20 Teilnehmern führen zu den höchsten Gebäuden in Mannheim und Ludwigshafen. Aus ungewöhnlicher Perspektive sollen die Teilnehmer auf ihre Heimat schauen.
Hinter jeder Tür der Stadt wartet eine Geschichte – das ist die Überzeugung der Veranstalter, der Mannheimer Stadtevents. Mit besonderen Aktionen werden diese Türen geöffnet. Manchmal, wie beim Festival „Hoch hinaus“, erzählen Aufzugtüren diese Geschichten. Der Seckenheimer Wasserturm wird im Volksmund wegen seiner charakteristischen Form gerne „Glatzkopp“ genannt. Seit 1978 ist der knapp 39 Meter hohe Turm aus dem Jahr 1911 in Besitz der Familie Lochbühler und nur zu besonderen Anlässen geöffnet. Rund zehn Neugierige wollten mehr über das Innenleben des Turms, der Europas einziges Aufzugsmuseum enthält, aber auch über die heutige Aufzugsfirma Lochbühler erfahren. Und den Ausblick aus luftiger Höhe genießen. Gerlinde Busalt war eigens aus Schriesheim gekommen, um das Gebäude zu besichtigen. „Ich bin schon sehr oft am Wasserturm in Seckenheim vorbeigefahren, aber ich wollte schon immer wissen, wie er von innen aussieht“, sagte sie. Hochhäuser, Kirchtürme oder auch der neue Block 9 am Mannheimer Großkraftwerk (GKM) – sie alle gehören in diesem Jahr zu den Anlaufpunkten der Veranstaltungsreihe. Die Führung durch das Mannheimer Kraftwerk war ausgebucht. Claudia Riba war dabei: „Ich kannte das GKM von der Autobahn. Deshalb wollte ich es mir mal aus der Nähe ansehen.“ Im Aufzugsmuseum wollte sie ebenfalls nicht fehlen: „Mein Vater hat in einer Aufzugsfirma gearbeitet und wollte hierher.“ Erfahren hat er dabei nicht nur einiges über den Wandel der Aufzugstechnik im Laufe der Jahrzehnte, sondern auch über die Geschichte der Familie Lochbühler, die sich von einer Schmiede, Fahrrad- und Autowerkstatt zum Aufzugsspezialisten entwickelt hat – und natürlich zum Spezialisten für den Seckenheimer Wasserturm. Das auffällige Gebäude ist 2012 als Beispiel für „vorbildliche Restaurierung mit viel Liebe zum Detail“ mit dem Mannheimer Preis für Denkmalpflege ausgezeichnet worden. Auch so ein Detail, von dem die Besucher auf den 164 Stufen bis zum Aufenthaltsraum in der Turmspitze erfuhren. Von hier aus schweifte der Blick über die Rheinebene. Genau genommen auch über den Neckar, denn hier, in Richtung des im Hintergrund leuchtenden Großkraftwerks, verzweigten sich bis 1824 der Neckar in seiner Mündung in den Rhein. Auch in Ludwigshafen ist „Hoch hinaus“ zu Gast. Die Führung am Samstag, 26. Mai, durch das GML-Müllheizkraftwerk ist allerdings bereits ausgebucht. Weitere Termine werden im Internet aufgeführt. Im Netz —www.mannheimer-stadtevents.de — www.hoch-hinaus-rhein-neckar.de