Hessheim RHEINPFALZ Plus Artikel Heruntergekommene Schule: Mütter fordern Kommunalpolitik zum Handeln auf

Die Heßheimer Grundschule mit Alt- und Neubau. Sie ist zu klein und modernisierungsbedürftig, doch ihre Erweiterung wurde aus Ko
Die Heßheimer Grundschule mit Alt- und Neubau. Sie ist zu klein und modernisierungsbedürftig, doch ihre Erweiterung wurde aus Kostengründen zurückgestellt. Dagegen wehren sich die Eltern.

„Unsere Kinder brauchen kein Provisorium, sie brauchen Perspektiven!“ So protestieren Eltern von Heßheimer Grundschülern gegen das Sparprogramm des Schulträgers.

Jeannie Euler, Sina Fink, Nicole Hanewald und Kirsten Trump-Massar schlagen Alarm. Sie haben im vergangenen Jahr erlebt, wie die Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim beziehungsweise deren Rat überraschend die Erweiterung der Heßheimer Grundschule storniert hat. Und in diesen Tagen lesen Sie in der RHEINPFALZ erneut von finanziellen Problemen der VG. Die Fraktionen sollen in den nächsten Wochen Ideen für das Einsparen von 800.000 Euro entwickeln. Wenig später stand in der Zeitung, dass die Feuerwehr besser ausgestattet sein müsste, als sie es ist, und dass notwendige Investitionen in den kommenden Jahren sehr teuer werden. Die vier Frauen – alles Mütter von Heßheimer Schul- und Vorschulkindern – befürchten, dass dann erst recht kein Geld mehr für das Schulhaus da sein wird. Und dabei sei es doch „seit Jahren in einem zunehmend besorgniserregenden Zustand“.

Nicole Hanewald benutzt das Wort Scherbenhaufen und zählt auf: Brandschutzsanierung, Asbest in Wänden und Böden, zerfallene Sanitäranlagen, eine Sporthalle mit herabfallenden Deckenteilen, renovierungsbedürftige Räume, ein Jahrzehnte altes Inventar ... „Unter diesen Bedingungen ist gutes Lernen unmöglich“, meint sie. Und selbst in den provisorischen Unterkünften herrschten teils unzumutbare Zustände. Aus Platzmangel und wegen der Asbestsanierung im Zusammenhang mit Brandschutzmaßnahmen werden manche Klassen derzeit in Containern und den Pfarrheimen der beiden Kirchengemeinden unterrichtet. Eines davon stand im Verdacht, mit Schimmel belastet zu sein.

„Sanieren statt resignieren“

Aus Sorge um die Sicherheit und Zukunft ihrer Kinder haben die vier Frauen jetzt die Elterninitiative „Sanieren statt resignieren – gemeinsam für unsere Grundschule Heßheim“ gegründet. Ihr Ziel: „eine schnelle, umfassende und nachhaltige Sanierung der Schule, damit die Kinder endlich in einer Umgebung lernen können, die ihrem Potenzial gerecht wird.“ Der Initiative geht es nach eigenem Bekunden nicht um Luxus, sondern um Sicherheit, Gesundheit und Zukunftschancen. Andere Grundschulen in der Verbandsgemeinde seien schließlich längst modernisiert und vergrößert worden.

Man dürfe auch das Personal der Heßheimer Schule nicht außer Acht lassen, gibt Trump-Massar zu bedenken. „Für den Rektor und das Lehrerkollegium sind das ebenfalls erschwerte Bedingungen, die zu Mehrarbeit, Belastung und Stress geführt haben und weiter führen werden.“ Sie und ihre Mitstreiterinnen fordern von Politik und Verwaltung ein Ende des Hinhaltens und der Verschiebungen. „Es sollten nicht nur Löcher gestopft und über den Haushalt 2026 diskutiert werden, es müssen schnelle Taten und ordentliche Zeitpläne folgen! Die Heßheimer Kinder haben es verdient, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, daher hoffen wir auf Unterstützung aus der gesamten Bürgerschaft.“

So will die Gruppe vorgehen

Zunächst will die Initiative ein Gespräch mit dem Schulelternbeirat führen, dann auch den Landeselternbeirat einbinden. Es soll Kontakt mit dem Verbandsgemeinderat aufgenommen werden, denn der entscheidet über die Ausgaben der VG im kommenden Jahr. Jeannie Euler: „Wir möchten mehr wissen über die finanziellen Möglichkeiten der Verbandsgemeinde und über ihre Pläne für die Schule.“ Zum Beispiel sei unklar, wie es mit dem Containerunterricht weitergehe. Sina Fink ergänzt: „Und wir wollen auf die Suche nach etwaigen Fördermöglichkeiten gehen.“

Kontakt

Die Elterninitiative ist erreichbar per E-Mail an InitiativeGrundschuleHessheim@t-online.de.

Wie lange werden diese Container noch stehen bleiben? Das fragen sich Lehrer und Eltern. Zumal es derzeit noch andere Provisorie
Wie lange werden diese Container noch stehen bleiben? Das fragen sich Lehrer und Eltern. Zumal es derzeit noch andere Provisorien gibt, mit denen sie klarkommen müssen.
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