Dannstadt-Schauernheim
Hat die Ansiedlung nur Nachteile?
„Das ist das Firmenkonstrukt, gegen dessen Ansiedlung die SPD-Fraktion sich von Anfang an positioniert hatte und dies weiterhin tut“, kommentiert Fraktionschef Uwe Schölles die IFCO-Ansiedlung in Dannstadt-Ost. Die Sozialdemokraten im Ort haben mehrere Kritikpunkte. Einer betrifft den Verkehr: Da bisher nur der erste Bauabschnitt des Gewerbegebiets fertig und damit keine durchgängige Entlastungsstraße vorhanden sei, müsse der Lkw-Verkehr, der zur A61 will, bei Problemen Richtung Aldi-Kreisel, über die Angelstraße, auf die Hauptstraße umgeleitet werden. Und der Verkehr von Süden könne diese Route als Abkürzung missbrauchen, teilt er die Befürchtung der Anwohner.
Nächster Kritikpunkt: „Durch die Reinigungsvorgänge bei IFCO befürchten wir eine weitere große Belastung der Kläranlage durch erhebliche Mengen an Mikroplastik, Desinfektionsmittel, Fungizide und Pestizide“, sagt Schölles.
Lieber regionale Unternehmen
Dritter Kritikpunkt: Seine Fraktion hätte statt internationaler Großkonzerne lieber mittelständische Unternehmen aus der Region angesiedelt. Zumal es „bei Großkonzernen wohl eher üblich ist, mit Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen zu agieren“, sprich: Es sei mehr als fraglich, ob die Gemeinde aus der IFCO-Geschäftstätigkeit jemals auch nur einen Cent Gewerbesteuer sehen wird. Daneben sei es schade, dass das Thema ausschließlich nichtöffentlich bearbeitet wurde und die Öffentlichkeit erst jetzt davon erfahre – nach den endgültigen Entscheidungen.
Zum letzten Kritikpunkt erklärt Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU), Grundstücksangelegenheiten müssten laut Gemeindeordnung prinzipiell nichtöffentlich beraten werden. Einzige Ausnahme: „Wenn Gründe des Gemeinwohls oder schutzwürdige Interessen Einzelner dem entgegenstehen.“ Ansonsten werde der jeweilige Beschluss öffentlich bekanntgegeben, sobald vertragliche Voraussetzungen vorliegen. Das sei hier noch nicht der Fall, da im Januar über den Verkauf eines kleinen Grundstücks zu entscheiden sei. „IFCO wird sich öffentlich der Bürgerschaft vorstellen. Situationsbedingt wird der Termin voraussichtlich am 2. Februar im Zentrum Alte Schule von 17 bis 19 Uhr stattfinden“, sagt Winkelmann.
