Rhein-Pfalz Kreis Harley aus Holz

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Wer viel Zeit hat, kommt auf ausgefallene Ideen. Da unterscheidet sich der Landtagsrentner Norbert Mittrücker nicht von anderen. Seit der ehemalige landespolitische Sprecher der CDU für Wirtschaftspolitik seinen Sessel in Mainz geräumt hat, hat er Zeit – auch für sein großes Hobby Holzarbeiten. Jetzt hat er ein Fahrrad gebaut – ökologisch und in jedem Fall ein Hingucker.

Von der Konstruktion bis zum Design hat Mittrücker das Rad selbst entworfen und bis ins letzte Detail ausgetüftelt. Dabei kam dem ehemaligen Abgeordneten zugute, dass er von 1965 bis 1968 eine Ausbildung als Starkstromelektriker absolviert und später auf dem zweiten Bildungsweg sein Diplom als Ingenieur gemacht hat. Das Design erinnert ein wenig an ein Motorrad von Harley-Davidson. „Ich war zwei Monate in Amerika, nachdem ich aus dem Landtag ausgeschieden bin. Dort war ich auch mit einer Harley unterwegs“, schwärmt Mittrücker. Das habe ihn inspiriert. „Am Anfang dachte ich noch, dass es ein Rad für meine Enkel wird. Schnell wurde mir aber klar, dass das alles zu schwer für ein Kind sein wird.“ Im Wohnzimmer auf dem Boden hat Mittrücker auf Karton den Entwurf gezeichnet, dann in der Werkstatt im Keller seines Hauses mit der Konstruktion und Fertigung begonnen. Die nötigen technischen Teile für den Antrieb hat er sich im Fachhandel gekauft. Der Rahmen und die Steuergabel ist aus wasserfest verleimtem Birken-Mulitplex-Holz ausgefräst oder gesägt. Ein elektrischer Unterstützungsmotor war ein Muss für den 65-Jährigen. Der Clou ist, dass die Batterie im „Tank“ versteckt ist. „Spaß hat mir neben den Holzarbeiten auch der Einbau der Elektronik gemacht. Im Pedalbereich steckt ein Sensor, der erkennt, dass ich trete, nur dann schaltet sich der Motor zu. Am Vorderrad befindet sich zudem ein Geschwindigkeitssensor, der dafür sorgt, dass sich der Motor bei 25 Kilometern pro Stunde abschaltet, da dies gesetzlich vorgegeben ist. Bei höheren Geschwindigkeiten darf nur die Pedalkraft wirken.“ 30 Kilometer ist er mit seinem Rad schon gefahren. Dabei hat er Spitzengeschwindigkeiten um 40 Kilometer pro Stunde erreicht. Weil das Holzfahrrad doppelt so schwer wie ein normales Bike ist, gibt es eine Anfahrhilfe, die sich bei sechs Kilometern pro Stunde automatisch abschaltet. Geklärt hat der Ingenieur im Vorfeld mit dem TÜV Baden-Württemberg, ob er mit dem Rad auf die Straße darf: „Der TÜV dort hat bundesweit die Kompetenz für solche Fragen. Selbst fahren darf ich, sofern alle verkehrstechnischen Vorschriften eingehalten sind. In Serie fertigen kann ich das Fahrrad allerdings nicht.“ |jös

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