Limburgerhof RHEINPFALZ Plus Artikel Hans-Peter Briegel: Ein Abend voller Fußballnostalgie in Limburgerhof

Hans-Peter Briegel (rechts) und Autor Wolfgang Stephan stellten in der Kultur-Kapelle in Limburgerhof das Buch der FCK-Legende v
Hans-Peter Briegel (rechts) und Autor Wolfgang Stephan stellten in der Kultur-Kapelle in Limburgerhof das Buch der FCK-Legende vor.

Volles Haus in Limburgerhof: Fußballidol Hans-Peter Briegel stellte in der Kultur-Kapelle sein Buch „Die Walz aus der Pfalz“ vor – Erinnerungen an große FCK-Zeiten inklusive.

Es war ein Abend für Fußballnostalgiker, die am Montag die Kultur-Kapelle im „Ensemble Park Limburgerhof“ füllten. Diese kamen auch auf ihre Kosten. Erinnerungen an Zeiten, in denen noch niemand die Kommerzialisierung des Fußballs beklagte, wurden lebendig.

Entsprechend setzte sich auch das Publikum, das die Vorstellung von Hans-Peter Briegels Buch „Die Walz aus der Pfalz“ erleben wollte, zusammen. Denn die meisten Gäste gehörten der Generation „60 plus“ an. FCK-Fans also, die Briegel in jungen Jahren noch auf dem Betzenberg erlebten. Wer in Fan-Kleidung kam, trug zwar keine Trikots der 70er- oder 80er-, aber zumindest der 90er-Jahre.

Einnahmen werden gespendet

Eine Erfolgsgeschichte ist die Veranstaltungsreihe aber schon jetzt und das Gastspiel in Limburgerhof war ein Höhepunkt. „Die heutige achte Auflage ist die bisher am schnellsten ausverkaufte gewesen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, morgen gleich die neunte bei uns durchzuführen. Diese ist auch bereits ausverkauft“, verkündete Christian Wahl vom ausrichtenden Kulturverein „Ensemble Park Limburgerhof“ stolz. „Das wundert mich nicht, denn die meisten FCK-Fans wohnen nicht in Kaiserslautern, sondern in der Vorderpfalz“, äußerte sich Briegel dazu.

Dass Briegel die Einnahmen aus dem Eintritt dem Verein spenden wollte, demonstrierte den Charakter Briegels. Der Europameister von 1980 und Vize-Weltmeister von 1982 und 1986 gab sich in den Gesprächen mit dem in St. Martin geborenen und aufgewachsenen, aber seit 40 Jahren abwechselnd in Hamburg und Marbella lebenden Autor Wolfgang Stephan auch volksnah.

Kein reiner Lebenslauf

Die Gespräche zwischen den beiden Protagonisten waren auch der Schwerpunkt der 90 Minuten dauernden Veranstaltung. Stephan las Passagen aus dem Buch vor und auf diesen bauten sich die Dialoge auf. Dabei spielten sie sich perfekt die Bälle zu. Dies zeigte, dass beide harmonieren und sich bereits gut kennen.

„Mein Buch ist eine Biografie Briegels, soll aber kein reiner Lebenslauf sein“, erläuterte der Autor. Wichtiger als Ergebnisse waren ihm Anekdoten aus Briegels Leben. Diese prägten auch den Abend, an dem nur Stephan Passagen aus dem Buch vorlas, nicht wie erwartet Briegel. „Hans-Peter kann alles, außer aus Büchern vorlesen“, meinte der Schriftsteller dazu augenzwinkernd.

Der Ehrenspielführer des FCK erzählte, dass er Angebote von Real Madrid und dem SSC Neapel ausschlug, weil er eigentlich nie aus Kaiserslautern weg wollte. Zu Hellas Verona wechselte er nur, weil der Verein aus Venetien unerwartet seine bewusst unrealistisch hoch gestellte hohe Gehaltsforderung erfüllte und er dann im Wort stand. Alle Verhandlungen habe er auch ohne Spielerberater geführt.

Viele nehmen ein Buch mit

Man fühlte sich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Sein Leben wirkt auf die ständig nach Gewinn strebende Bevölkerung, die Erfolg oft mit Reichtum gleichsetzt, wie ein Gegenpol. Werte wie die Liebe zum 1. FC Kaiserslautern, dessen Beirat er noch angehört, sind ihm wichtiger als Titel.

Dazu bemerkte er auch, dass er als FCK-Spieler einen Titel gewann. Er habe deshalb auch nicht erwartet, dass er im RHEINPFALZ-Quiz zum diesjährigen Vereinsjubiläum des 1. FC Kaiserslautern vorkommen würde. Sein Name sei dann aber doch die Antwort bei der Frage nach dem FCK-Spieler mit den meisten Europapokaleinsätzen gewesen. 34 waren es übrigens.

Viele Zuhörer der kurzweiligen Veranstaltung nahmen das vorgestellte Werk mit nach Hause. Sie gehörten auch zumeist einer Generation an, die es noch gewohnt ist, Bücher in gedruckter Form zu lesen. Sämtliche Exemplare wurden von Briegel mit einer Widmung versehen, die analog der seines menschlichen Vorbildes Fritz Walter mit „Herzlichst“ begann.

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