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Der Ostermarkt vor dem Palatinum bietet Spiele und Fahrgeschäfte für alle Altersklassen.
Der Ostermarkt vor dem Palatinum bietet Spiele und Fahrgeschäfte für alle Altersklassen.

«Mutterstadt.» Der Mutterstadter Ostermarkt ist eine familiäre Angelegenheit. Viele Schausteller kommen seit vielen Jahren auf den Platz vor dem Palatinum – und verstehen sich blendend mit der Verwaltung. Auch weil die auf Anregungen reagiert, etwa an der Stellschraube der Öffnungszeiten drehte. Die Besucher danken es, kommen vorbei, haben Spaß. Ein Rundgang.

Oben in der Luft peitscht einem der Wind eiskalt entgegen. Die leichte Schrägstellung der Fliegerchen beschert ein Kribbeln im Bauch. „Starfighter“ prangt über den einzelnen Gondeln in Flugzeugform, die durch einen Zug am Hebel in die Luft gehen und wieder absacken, wenn der Pilot loslässt. Was viele einfach „Flieger“ nennen, ist seit 2016 im Besitz von Robert Stenglein und heißt als Fahrgeschäftstyp Vampir. Nach seinen Angaben ist das Fahrgeschäft ein Unikat in Deutschland – und jetzt in Mutterstadt zu Gast. Die Spielstände sind gut besucht. Der Münzschieber klingelt, wenn die Münzen auf der richtigen Ebene landen. Dann startet das Glückspiel wie beim einarmigen Banditen. Vor allem die Kinder, die auf Hockern stehen, um überhaupt an die Geräte zu kommen, sind fasziniert. Der Ostermarkt vor dem Palatinum bietet Spiele und Fahrgeschäfte für alle Altersklassen. Die Boxautos mögen nahezu alle, natürlich. Dort ist immer etwas los. Bei Regengüssen – wie hin und wieder der Fall an diesem Osterwochenende – ist das Dach bei wartenden Familien beliebt. Gemütlich ist es derweil im Kassenwagen, in dem die Familie Herzberger soeben ihre Ostereiersuche beendet. Seit etwa 30 Jahren sind sie auf dem Ostermarkt und feiern mit der Familie dort ihr Osterfest. Thomas Herzberger heiratete in die Schaustellerfamilie Barth ein und führt nun das Traditionsunternehmen. „Wir haben die Ostereier immer im Scooter versteckt“, erzählt er. Mittlerweile seien aber Eier und Schokolade bei den erwachsenen Söhnen Simon und Leon nicht mehr so beliebt, daher gibt es kleine Geldverstecke. Bisher sei der Markt relativ gut besucht, was auch an der verstärkten Werbung liegen könnte, sagt Herzberger. Abgerechnet wird aber erst heute, ab 14 Uhr hat der Markt noch einmal geöffnet. Da niemand sonst einen Bierstand anbieten wollte, für diesen aber noch Platz war, kümmert sich Familie Herzberger in diesem Jahr auch darum. Generell sei man breit aufgestellt. An Mutterstadt lobt der Schausteller das gute Verhältnis zu Michael Hemberger, der für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Gemeindeverwaltung zuständig ist. Hier habe man immer ein offenes Ohr und sei zu Gesprächen bereit. So wurden die Öffnungszeiten in diesem Jahr an die Wünsche der Schausteller angepasst. Zwei Stunden gibt es nun mehr, Sonntag und Montag hatten die Buden bereits ab 13 Uhr geöffnet. Ronald Braun, der mit seiner Familie eine Wurfbude betreibt, sieht das mit Freude. „Wir brauchen einfach Zeit, um etwas zu verdienen. Da ist die Stunde richtig was wert“, sagt er. Vor Ort sei die Familie schließlich sowieso. Kaum ein Besucher erscheine pünktlich zum Startschuss, die meisten kämen erst etwa eine Stunde später vorbei. Das Unternehmen in vierter und bald fünfter Generation ist schon lange dabei, kennt die Besucher und ihre Vorlieben genau. Anders als bei einer Kirmes, bei der der Nachmittag besucherstark ist, kommen die Ostermarktbesucher eher vormittags. Neben dem Süßwarenstand, der dieses Jahr ohne Konkurrenz bleibt, gibt es auch Crêpes und deftige Speisen. Kinder, die noch aufs Trampolin wollen, sollten sich das mit dem Essen aber überlegen. Das Bungee-Trampolin, ein Hüpfen an langen, federnden Seilen, hat vier Plätze. Es bilden sich Schlangen. Springen die Kinder nicht kraftvoll genug, reicht der Fuß nicht mehr auf den Boden und sie pendeln sich aus. Eine Mutter zieht ihre Tochter wieder hinunter, um ihr Schwung zu geben. Andere haben den Dreh raus, schlagen sogar vorwärts und rückwärts Salti. „Das ist cool! Aber jetzt tun mir vom Festhalten die Arme weh“, sagt der elfjährige Mark, der mit seinen Großeltern den Markt besucht – und das, wie so viele hier, regelmäßig.

Mutterstadter Frühlingsboten: Auch der ein oder andere Regenschauer kann die Besucher nicht am Marktbummel hindern.
Mutterstadter Frühlingsboten: Auch der ein oder andere Regenschauer kann die Besucher nicht am Marktbummel hindern.
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