Rhein-Pfalz Kreis „Gute Ware hat eben ihren Preis“

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Mit einem „fair-kosten“ auf dem Wochenmarkt hat die Fairtrade-Stadt Schifferstadt gestern die bundesweit veranstalteten „Fairen Wochen“ eröffnet (11. bis 29. September). Auf dem Schillerplatz bot die Arbeitsgruppe Fairtrade allerlei Leckereien aus fairem Handel an. Auch Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) mischte sich unter die Marktbesucher, um für den Kauf der Produkte zu werben.

SCHIFFERSTADT

. „Ich lass’ hier keinen vorbei.“ Mit einer Schale Dinkel-Kokos-Keksen in der Hand wuselt die Bürgermeisterin um den Verkaufsstand herum und hält jedem vorbeikommenden Marktbesucher die Kekse unter die Nase. Mit Erfolg. Die meisten bleiben stehen, gucken und kaufen etwas. Der Fairtrade-Stand steht eigentlich jeden ersten Freitag im Monat auf dem Markt. Nur diesmal sei er eben etwas Besonderes, weil er die fairen Wochen eröffne, erklärt Volk, die oft beim Verkauf mithilft. „Wir haben hier viel Stammkundschaft. Andere kommen vorbei und kaufen ein einzelnes Produkt, weil sie einen kleinen Beitrag leisten wollen.“ Der höhere Preis der Waren spiele für die Kunden keine Rolle. „Gute Ware hat eben ihren Preis.“ Auf der Verkaufsfläche haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Fairtrade ihre Schätze mit dem grün-blauen Fairtrade-Siegel ausgebreitet: Neben klassischen Produkten wie Kaffee, Schokolade und Tee gibt es auch Exotischeres aus der Welt des faires Handels: Mango-Sirup und Secco, Chips und Fruchtgummis, Kokosmilch und Gewürzmischungen, Seifen und Badesalze. Auch handgeschöpftes Geschenkpapier aus Nepal und Indien haben die Verkäuferinnen im Angebot. Zum Verkosten warten neben den Keksen Pröbchen mit Paprika-Tomate- und Erdnussbutter-Aufstrich. „Sehr lecker, sehr frisch“, lobt Gabriele Heim aus Schifferstadt die angebotenen Kekse. Sie kaufe öfter Fairtrade-Produkte für sich selbst oder zum Verschenken, sagt sie, und nimmt diesmal einen Secco in einer Recycling-Tasche mit. Einen Fairtrade-Bio-Schoncafé haben Andreas und Katrina Teuffler gekauft. Die junge Eltern, die mit ihren Zwillingen unterwegs sind, kaufen zum ersten Mal an dem Stand ein. „Wir sind beide Vegetarier, da achten wir natürlich aufs Essen“, meint Andreas Teuffler, „außerdem trinken wir gerne guten Kaffee“. „Die Waren kriegen wir alle vom Weltladen in Mutterstadt auf Kommission“, berichtet Cornelia Grüninger vom Stadtmarketing. Auf den Verkauf erhielten sie Prozente. Was sie mit dem Erlös machen? „Wir wollen einen eigenen Weltladen einrichten“, informiert die Bürgermeisterin über ihre Pläne. Der Absatz der Produkte stimme und mit dem Weltladen könne man die ganze Bevölkerung erreichen. Volk will aber nichts überstürzen: „Das braucht eine gute Vorbereitung.“ Und ehrenamtliche Helfer. „Ohne Ehrenamt laufen solche Sachen nicht“, weiß Stefanie Pruschina von der Arbeitsgruppe. (gpl)

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