Rhein-Pfalz Kreis Gemeinde führt Hol- und Bringzonen ein

Ein Bild aus dem Jahr 2011, als an der Rheinschule Schülerlotsen im Einsatz waren. Am Ausmaß des motorisierten Hol- und Bringver
Ein Bild aus dem Jahr 2011, als an der Rheinschule Schülerlotsen im Einsatz waren. Am Ausmaß des motorisierten Hol- und Bringverkehrs hat sich seitdem kaum etwas verändert.

Gemeinsam mit einem Fachbüro und mit Eltern hat die Gemeinde Bobenheim-Roxheim ein Konzept entwickelt, um den Weg von und zur Rheinschule für Kinder sicherer zu machen. Ziel ist die Entschärfung der Verkehrssituation im Umfeld der Schule. Denn zu viele Mütter und Väter würden ihren Nachwuchs am liebsten bis auf den Pausenhof fahren. Und das macht den Schulweg erst recht unsicher.

Das „Elterntaxi“ ganz abzuschaffen, wird in der heutigen Zeit wohl nicht funktionieren, auch wenn jeder weiß, dass Kinder lernen müssen, mit den Gefahren im Straßenverkehr klarzukommen. Aber reduzieren könnte man den teils chaotischen Hol- und Bringverkehr vor Grundschulen, wenn Eltern Alternativen geboten und Gefahrenquellen beseitigt werden. So sieht es der ADAC, der einen Leitfaden mit Handlungsansätzen für die Schulwegsicherung herausgegeben hat. Nach diesem Leitfaden haben die Gemeinde Bobenheim-Roxheim und das Wuppertaler Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation (Bueffee) von Tanja und Jens Leven ein Konzept erarbeitet, das laut Beschluss des Schulträgerausschusses vom Frühjahr bis zu den Sommerferien umgesetzt werden soll. Jens Leven, der an dem ADAC-Projekt mitgewirkt hat, habe sich die Situation an der Rheinschule angeschaut und Bedarf erkannt, berichtet Frank Unvericht, in dessen Fachbereich Bürgerdienste das Thema fällt. Lehrer und Elternsprecher der Rheinschule haben in den vergangenen Jahren, ja fast Jahrzehnten, immer wieder an die Mütter und Väter appelliert, vor Schulbeginn die Kreuzung von Rheinstraße, Raiffeisenstraße und Bobenheimer Straße autofrei zu halten. Ehrenamtliche Lotsen mussten dafür sorgen, dass die Grundschüler unfallfrei über die Straßen kamen. Die jüngste Elternbefragung an der Schule mit circa 50 Prozent Rücklauf hat laut Unvericht ergeben, dass aufgrund der Größe von Bobenheim-Roxheim und aus Sorge rund 30 Prozent der Rheinschüler mit dem Auto gebracht und abgeholt werden. Dieser Wert soll halbiert werden. Genügend Stellflächen, auf denen die Kinder gefahrlos ein- und aussteigen können, ohne dass andere behindert werden, gibt es nicht. Deshalb sollen Hol- und Bringzonen eingerichtet beziehungsweise ausgewiesen werden, zum Beispiel auf dem Marktplatz und auf dem Gemeindeparkplatz neben der RV-Bank. Die weitere Idee dahinter: So legen die Kinder wenigstens einen Teil des Schulwegs selbstständig zu Fuß zurück, was laut ADAC ihrer Entwicklung förderlich ist. Weil sie von 75 Prozent der Befragten genannt wurden, hat die Firma Bueffee acht Problemstellen ausgemacht, die wegen der dort notwendigen Überquerung, aber auch wegen des Verkehrsaufkommens oder schmaler Gehwege als gefährlich angesehen werden, zum Beispiel an den Ecken Bobenheimer/Haardtstraße, Mittelstraße/Kapellenweg und Friedrich-Ebert- und Marktstraße. Die Gemeinde will unter anderem die Überquerung der Straßen erleichtern, Sträucher entfernen, sichtbehinderndes Parken vermeiden und Gehwegbreiten mit Pollern sichern, sodass keine Autos mehr über die Bürgersteige fahren können. Schon erledigt ist die Beseitigung von Mängeln am Zebrastreifen in der Theodor-Heuss-Straße. Der Rest wird nach und nach in Angriff genommen. Ziel ist laut Frank Unvericht, den Maßnahmenkatalog bis zum Sommer abzuarbeiten. „Das Konzept hätte schon im vergangenen Jahr umgesetzt werden können“, sagt der Abteilungsleiter. „Aber der Bauausschuss wollte den Beschluss dazu nicht treffen, sondern das Thema an den Schulträgerausschuss abgeben.“ Der hat im November grünes Licht gegeben und vorher noch zusätzliche Vorschläge für Verbesserungen gemacht. Eine im Konzept empfohlene Maßnahme will der Schulträgerausschuss nicht: die Abschaffung des Parkplatzes vor dem Geschäft Zauchner.

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