Rhein-Pfalz Kreis Geldautomat gesprengt

Die Filiale der Volksbank in Limburgerhof ist nach dem Vorfall geschlossen. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen ermittelt und sucht
Die Filiale der Volksbank in Limburgerhof ist nach dem Vorfall geschlossen. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen ermittelt und sucht Zeugen. Kontakt: Telefon 0621/963-2773 oder E-Mail an kiludwigshafen@polizei.rlp.de.

«Limburgerhof.» Die Masche ist eigentlich immer die gleiche. Die Täter arbeiten mit einem speziellen Gasgemisch. Anleitungen dazu gebe es sogar im Internet, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rheinpfalz. Ganz so einfach ist es dann aber auch nicht. Es gehört vor allem Geschick dazu, die richtige Gasmenge einzufüllen. Zu wenig: Es passiert nichts. Zu viel: Es brennt ein ganzes Einkaufszentrum ab, wie es schon in einem Dorf in Brandenburg passiert ist. Gemeinhin nutzen die Automatensprenger den Geldausgabebereich, doch ein herkömmliches Gerät bietet über Lücken und kleinste Öffnungen im Material weitere Einlassstellen. In Limburgerhof ist der Coup nicht geglückt. Geknallt hat es zwar ordentlich, berichten Anwohner. Das war so gegen 3.50 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag. Ans Geld kamen die Täter jedoch nicht, sagt die Polizei, die am Dienstag den Vorfall veröffentlicht. Sie sucht Zeugen. Vielleicht fehlte es den Tätern in Limburgerhof an Geschick – der Geldautomat im Vorraum der VR-Bank-Filiale in der Speyerer Straße fing jedenfalls Feuer. Und das Geld verbrannte – davon geht nicht nur Wehrleiter Thomas Streun aus. Das halbe Dorf spricht von dem Vorfall. Dem großen Knall vor Silvester. Die Limburgerhofer Feuerwehr war in dieser Nacht von der Polizei alarmiert worden, die gleich nach der Explosion vor Ort war. Die Feuerwehr rückte mit 17 Mann und vier Fahrzeugen aus. Sie löschte den brennenden Automaten. Der Sachschaden liegt der Polizei zufolge bei rund 20.000 Euro. „Ansonsten blieb die Vorhalle aber weitestgehend unbeschadet“, sagt Wehrleiter Streun. Er nimmt an, dass die Tür offen stand, so dass der Druck bei der Explosion nach draußen weichen konnte. „In Mutterstadt sah das ganz anders aus.“ Dort waren im Oktober Sprenger am Werk. Weitaus erfolgreicher. Wie berichtet, erbeuteten sie einen sechsstelligen Geldbetrag. Beschädigt wurde nicht nur der Automat, sondern auch der komplette Vorraum der Sparda-Bank-Filiale im Pfalzring. Der zerstörte Automat ist Mutterstadtern zufolge immer noch nicht repariert. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz ist der Limburgerhofer Fall die fünfte Geldautomatensprengung im Jahr 2017, darunter eben Mutterstadt, aber auch in Ludwigshafen hat es gekracht. In ganz Rheinland-Pfalz waren es nach Informationen des Innenministeriums – zum Zeitpunkt der Sprengung in Mutterstadt – elf Fälle. Für viele Ermittler ist die Automatensprengung die neue Form des Banküberfalls. Der Tatbestand ist jedoch ein anderer: „Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion“, sagt ein Polizeisprecher in Ludwigshafen. Weil sich die Fälle deutschlandweit häufen, bieten Hersteller Geldautomaten an, die Sprengungen überstehen. Außerdem gibt es Geräte mit Sensoren, die erkennen, wenn ein Gasgemisch eingeleitet wird. Es wird dann entweder durch ein nicht explosives Gas verdrängt oder man lässt es verpuffen. Gleichzeitig wird ein stiller Alarm ausgelöst. Ein zweiter Ansatz ist, das Geld wertlos zu machen, indem es bei einer Erschütterung mit Spezialtinte übergossen wird. Auch das erlebten laut Polizei schon Automatensprenger: Sie gelangten zwar an das Geld, es war jedoch eingefärbt.

x