Rhein-Pfalz Kreis Geht noch was?
Wie in nahezu allen Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis gibt es auch in Mutterstadt Bedarf. In den beiden vergangenen Jahren sind mit dem Kreiswohnungsverband 24 neue Sozialwohnungen in der Bleichstraße entstanden. Es geht aber auch um bezahlbare Wohnungen für Familien, Azubis, Senioren. Die SPD-Fraktion hat daher mehrmals beantragt, neue Wohngebiete zu prüfen. Wir unterstützen die Erschließung des Gebiets zwischen Schulstraße und Speyerer Straße. Wichtig ist uns, dass dort auch barrierefreie Wohnungen entstehen, die kostengünstig sind. Durch den neuen Lebensmittelmarkt, der dort in den nächsten zwei Jahren angesiedelt werden soll, ist dann auch eine optimale Nahversorgung gegeben. Ulf-Rainer Samel: Ob es unbedingt sozialer Wohnungsbau sein muss, sei dahingestellt. Es fehlt an bezahlbarem, familiengerechtem Wohnraum. Während der Planung des Baugebiets Ringstraße Nordwest 2 hatte die CDU diesen mehrmals gefordert, ist aber an den Mehrheiten gescheitert. Für die Überplanung des relativ kleinen, zum großen Teil bereits bebauten Gebiets zwischen Schul- und Speyerer Straße haben wir nun mit der FWG einen städteplanerischen Wettbewerb beantragt, der sozialverträglichen und behindertengerechten Wohnraum einschließt. Hartmut Kegel: In den vergangenen Jahren sind in Mutterstadt mehrere Gebäude mit Sozialwohnungen gebaut worden. Ein weiterer Bedarf ist vorhanden. Dieser wird jedoch nur durch die öffentliche Hand zu decken sein. Private Investoren werden unter den derzeit geltenden Regularien für Sozialwohnungen nicht infrage kommen. Aktuell wird die Wohnanlage im Brunnensee neu beplant, eventuell mit Sozialwohnungen. Weiteres Baugelände oder Wohnhäuser müssten zu diesem Zwecke von der Gemeinde oder vom Kreis erworben werden. Walter Altvater: Wir sehen wenig Raum für neue Baugebiete außerhalb der bestehenden Bebauung. Auch weil wir den Verbrauch landwirtschaftlicher Fläche möglichst gering halten möchten. Wir setzen eher auf Innenverdichtung. Wir sehen hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen. Bei der Erschließung von Neubaugebieten wollen wir daher ein Drittel der Grundstücke für den sozialen Wohnungsbau durch den Kreiswohnungsverband zur Verfügung stellen. Die Hälfte aller Grundstücke soll für den Mehrgeschosswohnungsbau zur Verfügung gestellt werden. Tut die Gemeinde neben Kita-Erweiterungen/-Neubauten und Schulsanierungen genug für den Nachwuchs – Stichworte Spielplätze und Jugendtreff? Troubal: Die SPD-Fraktion unterstützt das Spielplatz-Sanierungsprogramm der Gemeinde, bei dem jedes Jahr mindestens ein Spielplatz neu gestaltet oder komplett saniert wird. In den letzten beiden Jahren wurden so der Spielplatz Im Doppelbrett, am Wasserturm und teilweise an der Walderholungsstätte erneuert. Aktuell wird der große Spielplatz in der Lambrechter Straße komplett neu ausgebaut. Nächstes Jahr soll der Bolzplatz am Haus des Kindes mit angrenzendem Spielhügel komplett saniert werden, dafür wird sich die SPD einsetzen. In Absprache mit den Ratsfraktionen wird demnächst eine Ausschusssitzung zum Umbau und einer Neukonzeption des Jugendtreffs stattfinden. Zudem ist uns die Unterstützung der Jugendarbeit in den Vereinen und Kirchengemeinden ein großes Anliegen. Auch die Jugendvertretung muss wiederbelebt werden. Samel: Die Spielplätze sind ausreichend, gut verteilt – es fehlt nur einer im Zentrum – und in einem ordentlichen Zustand. Von Zeit zu Zeit können Ergänzungen oder Erneuerungen erforderlich werden. Mit Sportpark und Schwimmbad haben wir Anlagen auch für Jugendliche, um die uns andere Gemeinden beneiden. Der Jugendtreff ist ein Sorgenkind. Ältere Jugendliche sind dafür kaum zu mobilisieren. Die zunehmende Ganztagsbetreuung an den Schulen grenzt den Betrieb ein. Die räumliche Situation im Keller der Neuen Pforte ist nicht mehr zeitgemäß. Ein neues Konzept ist erforderlich. Ein gezieltes Kursangebot könnte die Arbeit des Jugendtreffs aufwerten. Das ist auch eine Aufgabe des Jugendgemeinderats, der in den letzten Jahren leider nicht zu konstruktiver Arbeit zusammenfand. Kegel: Unsere Gemeinde ist in den nächsten Jahren durch Schulsanierungen und den Kita-Neubau sehr gefordert. Der Jugendtreff wird durch die bereits beschlossene Sanierung der Neuen Pforte einen neuen, attraktiven Zugang bekommen. Mutterstadt ist mit Spielplätzen gut ausgestattet, nur in der Ortsmitte besteht noch Bedarf. Ein möglicher Standort wäre am Alten Friedhof, der ja zu einem Bürgerpark werden soll. Ein Spielplatz könnte durch eine Umwidmung eines freien Teils des Friedhofes geschaffen werden. Auch im Bereich der neuen Kita gibt es freies Gelände gegenüber der Pestalozzi-Schule, eventuell auch in der Schillerstraße. Altvater: Zu einer guten Infrastruktur für unsere Kinder und Jugendlichen gehören auch die Bücherei, das Jugendzentrum sowie Veranstaltungen wie LAN-Partys, die von der Gemeinde organisiert werden. Sie sind für ein lebendiges und familienfreundliches Mutterstadt unverzichtbar. Deswegen begrüßen wir die geplante Umgestaltung des Jugendzentrums. Wir wollen bei künftigen Spielplatz-Umbauten die Kinder, Jugendlichen und Eltern einbinden und naturnahe Spielplätze schaffen. Wir unterstützen alle Initiativen für eine gesunde Ernährung in Schulen und Kitas. Wir wollen möglichst viel biologische und regionale Ernährung in unseren Schulen und Kitas beitragsneutral ermöglichen. In den vergangenen Jahren ist viel neu- und umgebaut worden. Gibt es noch genügend Grün(-flächen) im Ort? Troubal: Grünflächen tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei und helfen in immer heißer werdenden Sommern, ein angenehmes Klima im Ort zu halten. Daher ist es gut, dass der Alte Friedhof nach und nach zu einem Bürgerpark werden wird – mit altem Baumbestand und zentraler Lage. Die SPD hat sich auch stark in die Konzeption des neuen Ortskerns eingebracht, wo in den vergangenen zwei Jahren über 40 neue Bäume gepflanzt worden sind und wo vorher keine Bepflanzung war. Auch entlang des Pfalzrings werden neue Bauminseln angelegt. Im Mutterstadter Wald müssen mehr Neupflanzungen erfolgen, als Bäume gefällt werden. Samel: Es gibt in den alten Ortsbereichen größere Gartenanlagen, den Alten Friedhof, kommunale Grünanlagen im Blockfeld sowie parallel zur Ludwigshafener Straße einen Grünzug. Durch die heute gewünschte bauliche Verdichtung sowie die zunehmende Pflasterung und Schotterung von Vorgärten nehmen diese Flächen leider ab. Es ist uns ein Dorn im Auge, dass Begrünungsvorgaben im Bebauungsplan folgenlos nicht eingehalten werden. Wiederholte Beschlüsse, dagegen vorzugehen, sind im Sande verlaufen. Bei der Neugestaltung der Ludwigshafener und der Oggersheimer Straße hat sich die CDU für den Erhalt jedes geplanten Baums eingesetzt, den der Landesbetrieb Mobilität streichen wollte. Leider ist das nur teilweise gelungen. Kegel: Wer sich ein Luftbild unseres Orts anschaut, entdeckt mehrere zusammenhängende Garten-und Grünflächen, zumeist größere private Gärten. Einige dieser Gärten, ebenso viele Vorgärten, werden zunehmend durch Versiegelung ihrer ökologischen Aufgabe entzogen. Die Umwidmung des Alten Friedhofs als Bürgerpark bietet mittelfristig die Chance, eine grüne Oase im Ort zu erhalten. Die Bereitstellung weiterer öffentlicher Grünflächen ist aktuell nicht gegeben. Im Außenbereich ist eine zunehmende Bereitschaft der Landwirtschaft zur Anlage von Blühstreifen für den Insektenschutz am Ackerrand hervorzuheben. Altvater: Wir wollen dem Rückgang der Artenvielfalt und Natur entgegentreten, indem wir Grünflächen schrittweise naturnah ausbauen und darauf achten, dass Plätze für Vögel, Bienen und andere Lebewesen entstehen. Verkehrsinseln und Grünflächen wollen wir nach dem Konzept der Eh-da-Flächen kartieren lassen und ein ökologisches Ausbaukonzept erstellen. Wir wollen überall, wo das möglich ist, neue Grünflächen schaffen, etwa durch eine Aufwertung der Plätze im Blockfeld und Mandelgraben und entlang der Straßen. Die Gräben zwischen unseren Äckern sind als letzte Biotope wichtig für die Artenvielfalt. Wir wollen mit der Landwirtschaft und den Verbänden Wege finden, wie diese erhalten werden und gleichzeitig ihren Zweck erfüllen können, die Mutterstadter Felder zu entwässern.