Rhein-Pfalz Kreis Gefahrgutlager vorerst vom Tisch

Derzeit wird die Firma von Bürocontainern aus betrieben.
Derzeit wird die Firma von Bürocontainern aus betrieben.

Mehr als zwei Jahre nach der Pressekonferenz zur Ansiedlung der Firma Nothegger im Gewerbegebiet Südost (Auf dem Wörth) hat das Logistikunternehmen dort zwar seinen Betrieb aufgenommen, aber noch immer kein Gebäude errichtet. „Wir hoffen, dass im November die Bodenplatte reinkommt“, sagt der neue Niederlassungsleiter Maik Rensmann.

Die Nothegger Intermodal GmbH ist die deutsche Tochter der österreichischen Nothegger Transport und Logistik GmbH und war bis Mitte November in Viernheim ansässig. Dort war die erwünschte Erweiterung des 55 Mitarbeiter beschäftigenden Betriebs nicht möglich gewesen, weshalb die Geschäftsführung im Frühjahr 2016 von der Gemeinde Bobenheim-Roxheim 1,5 Hektar Gewerbefläche kaufte. Der Kaufvertrag war damals sehr spät geschlossen worden, schließlich war die Umsiedlung bereits ein Jahr zuvor groß angekündigt worden (wir berichteten). Als Grund dafür nannte der damalige und kürzlich verstorbene Niederlassungsleiter Rolf Stiebich die noch nicht zum Ende gekommenen Verhandlungen mit einem Großkunden, der bei Nothegger eventuell Gefahrgut lagern wollte. Das hätte eine andere Planung notwendig gemacht. Seit der Standortverlagerung im November wird die Firma provisorisch von Bürocontainern aus betrieben. Mitte Juni dieses Jahres, gerade so innerhalb der mit der Gemeinde vereinbarten Frist und auf Druck des Bürgermeisters, hat Nothegger endlich den Bauantrag abgegeben und wartet seitdem auf die Genehmigung der Kreisverwaltung. Nach Angaben von Maik Rensmann hat das Generalunternehmen, mit dem Nothegger zusammenarbeiten will, im Moment – wie fast alle Baufirmen – ein gut gefülltes Auftragsbuch. „Deshalb rechne ich erst Ende des Jahres mit dem Baubeginn.“ Geplant ist ein Gebäude für ein Umschlaglager und die Verwaltung sowie eine Waschstraße, eine Werkstatt und eine Tankstelle für die 40 Transportfahrzeuge. Das ursprünglich erst später vorgesehene Hochregallager mit 15.000 Palettenstellplätzen für Waren von Einzelhandelsdiscountern werde gleich mitgebaut, sagt Rensmann, der aus Bobenheim-Roxheim stammt, jetzt aber in der Schweiz lebt, weil er die dortige Nothegger-Niederlassung leitet. Mit dem Job in seinem Heimatort wurde er wegen der Krankheit und des Todes von Rolf Stiebich zusätzlich betraut. Rensmann spricht inklusive Grunderwerb – es wurden auf dem Wörth noch 7000 Quadratmeter Fläche hinzugekauft – über eine Investition von zehn Millionen Euro. Die Gefahrgutlagerung sei vorerst vom Tisch, nachdem man mit dem Kunden, dessen Namen Rensmann nicht nennt, nicht übereingekommen sei. „Wir werden aber beim Bau die Grundvoraussetzung für solch ein Lager schaffen“, sagt Rensmann.

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