Rhein-Pfalz Kreis Fußballfan auf Motorhaube

Placeholder-Image

Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr nach einem Fußballspiel in Dudenhofen war ein 22-jähriger Wormser angeklagt (wir berichteten). Das Strafverfahren vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Speyer ist nun eingestellt worden. Der junge Mann muss eine Geldbuße von 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Es passierte nach einem Spiel der Oberliga, Homburg spielte am 9. Dezember 2017 gegen Dudenhofen. Dazu hatte der Angeklagte im September dem Gericht erklärt, dass ihn als Waldhof-Fan das Spiel nicht interessiert habe. Er habe aber einen Kumpel aus Leimen, der noch keinen Führerschein besaß, abholen und nach Hause bringen wollen. Wie vereinbart habe er an der Straße beim Fußballfeld auf den Freund gewartet. Er habe den Schlusspfiff gehört. Da sei der Kumpel plötzlich angerannt gekommen, habe die Beifahrertür aufgerissen, sei auf den Sitz gerutscht und habe geschrien: „Schnell, fahr los, die bringen mich um!“ Erst dann habe er den Pulk hinter dem Freund wahrgenommen. Er wollte losfahren, doch vier oder fünf Leute hätten versucht, ihn aufzuhalten. Dabei habe einer auch gegen seinen Wagen getreten. Er habe in diesem Moment nicht weiter überlegt, sondern nur gedacht: nichts wie weg. Er sei dann auf die Menschen zugefahren und habe mit einem Ausweichen gerechnet. Bei diesem Manöver landete einer aus der Gruppe auf der Motorhaube, ein weiterer wurde leicht verletzt. Den auf der Motorhaube versuchte der Angeklagte abzuwerfen, indem er Schlangenlinien fuhr. Erst als ihn Polizisten anhielten, habe er von seinem Kumpel erfahren, was los war: Der Freund hatte das Banner der Homburger geklaut und unter die Jacke gesteckt, sodass der Angeklagte es gar nicht sehen konnte. Notwehr oder nicht, das habe nicht abschließend geklärt werden können, so das Gericht. In Anbetracht der auf jeden Fall geringen Schuld einigten sich Gericht und Staatsanwaltschaft auf die vorläufige Einstellung unter Zahlung der Geldbuße.

x