Rhein-Pfalz Kreis Fit für die Straße

Geschicklichkeitsaufgaben zählen zum Fahrradwettbewerb. Hier versucht sich Maylin Schurawel, beobachtet von Emine Etyemez von de
Geschicklichkeitsaufgaben zählen zum Fahrradwettbewerb. Hier versucht sich Maylin Schurawel, beobachtet von Emine Etyemez von der Jugendverkehrsschule.

«Schifferstadt.» „Die motorischen Fähigkeiten nehmen ab. Wir treffen auf Kinder, die noch nie Fahrrad gefahren sind“, sagt Hauptkommissar Matthias Michel von der Jugendverkehrsschule der Polizei. Anders ist es beim Radturnier des Rhein-Pfalz-Kreises. Hier fahren die Besten. Aber manche Sachen sind auch für diese Kinder schwierig.

„Hier sind alle relativ gut“, sagt Polizist Matthias Michel auf dem Schulhof der Grundschule Süd in Schifferstadt. Die radelnden Kinder haben schon an den Schulen ihrer Heimatorte gewonnen, jetzt sind alle Schulsieger beim Kreiswettbewerb dabei. Auf dem Schulhof-Asphalt sind Straßen aufgemalt mit Kreuzungen und Abbiegespuren, auf denen man sich richtig einordnen muss. Ein Stoppschild und weitere Zeichen sind zu beachten. Laura, neun Jahre alt, fährt gerade los. Das Rad auf dem sie sitzt, findet sie nicht ganz passend. Es wird von der Jugendverkehrsschule mitgebracht und die Kinder können die Räder für die Prüfung auf sich einstellen – aber das eigene Rad ist es halt nicht. „Das war ganz ok“, sagt Laura, als sie den Parcours beendet hat. Sie fährt auch mit dem Rad zum Unterricht in der Mandelgraben-Schule in Mutterstadt. Den Schulweg ist ihre Mutter ein paar mal mitgefahren. Und da gibt ein paar Kreuzungen, an denen man besonders aufpassen muss, sagt sie. Romy, auch neun Jahre alt, aus Dudenhofen, findet die Wippe schwierig. Das ist eine der Geschicklichkeitsaufgaben. Die Kinder müssen auf das Brett der etwa 20 Zentimeter hohen Wippe fahren, auf dem Drehpunkt klappt die andere Seite der Wippe nach unten. So soll der Gleichgewichtssinn der Schüler trainiert werden. Auch Romy fährt mit dem Rad zur Schule. Da sei morgens viel Verkehr, es gebe aber eine Ampel und Schülerlotsen, die helfen. Und sie hat mit ihrer Mama auch die schwierigen Stellen des Schulwegs angeschaut. Jetzt fährt sie meist mit einer Gruppe von Mitschülern. „Das Rad als Verkehrsmittel war früher wichtiger“, sagt Michel. Und wenn heute die Eltern kein Rad fahren – wo sollen es die Kinder her haben?, fragt er. Die Jugendverkehrsschule ist im Landkreis unterwegs und kommt zu allen Grundschülern. Und da gibt es welche, die noch nie auf einem Rad gesessen haben. Klar, dass die sich erst einmal schwer tun. Anderen Kindern fehle die Übung. „Das zeigt sich dann im Parcours an den Stellen, an denen Koordination gefragt ist“, sagt der Polizist. Über die Schulter zurück schauen, Zeichen geben, einordnen, an der durchgezogenen Linie halten – das erfordert schon ein bisschen Übung, um nicht auf dem Rad ins Wackeln zu kommen. Bevor die Schüler auf den Parcours fahren, machen sie eine theoretische Prüfung. 20 Aufgaben sind es. Meist sind Verkehrssituationen aus der Perspektive des Radfahrers abgebildet. Frage vier etwa zeigt einen Radweg, der an einer Tankstelle vorbei führt. Da ist auch ein Auto zu sehen, das die Tankstelle verlassen will. „Worauf musst Du an dieser Stelle achten?“, heißt die Frage. Nach der Theorie geht es dann zur praktischen Prüfung. Mehrere Beamten der Jugendverkehrsschule sind als Wettkampfrichter dabei und machen Notizen. Haben die Radfahrer alle Verkehrsregeln beachtet? Haben sie die Geschicklichkeitsaufgaben geschafft, ohne anzuhalten oder mit einem Fuß den Boden zu berühren? Sieger wurde Fabian Koob von der Grundschule Rödersheim-Gronau, den zweiten Platz belegte Marie Ecker von der Grundschule Großniedesheim und auf den dritten Platz kam Leyla Etyemez von der Grundschule Süd. Die Sieger haben Gutscheine über 300, 100 und 50 Euro zum Einlösen bei einem Fahrrad- und Zubehörhändler bekommen.

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