Hochdorf-Assenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Finanzen: Einnahmen steigen, Ausgaben aber noch mehr

Läuft alles nach Plan, wird schon bald die Haßlocher Straße in Hochdorf-Assenheim ausgebaut.
Läuft alles nach Plan, wird schon bald die Haßlocher Straße in Hochdorf-Assenheim ausgebaut.

„Die Kosten explodieren“, sagt Bürgermeister Walter Schmitt (FWG) zum Doppelhaushalt 2026/27 seiner Gemeinde Hochdorf-Assenheim. Wo es hakt und wo es gut läuft.

Nimmt Hochdorf-Assenheim genügend Geld in den kommenden zwei Jahren ein, um die Ausgaben zu decken?
Nein. Das zeigt ein Blick in die Ergebnishaushalte des für 2026/27 beschlossenen Doppelhaushalts. In diesen werden die Erträge mit den Aufwendungen der Kommune verrechnet. Die Gemeinde kalkuliert mit Gesamterträgen von rund sechs Millionen Euro jeweils für beide Jahre. Doch die Ausgaben übersteigen diese: dieses Jahr um 755.000 Euro und 2027 um 739.000 Euro. Das ist ein Negativtrend im Vergleich zu 2025, in dem das Minus rund 469.000 Euro betrug. Auch im Finanzhaushalt fehlen nach Abzug aller Auszahlungen Millionenbeträge, die durch Kredite gedeckt werden müssen.

Was sind die größten Einnahmeposten im Doppelhaushalt?
Der wichtigste Ertrag sind die „Steuern und ähnliche Abgaben“, die jeweils mit 5,65 Millionen Euro angesetzt wurden. Weitere Erträge sind unter anderem öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte wie etwa Bestattungsgebühren, Beiträge für die Schülerbetreuung sowie Konzessionsabgaben von Versorgern.

Welche Veränderungen gibt es bei den Einnahmen und warum?
Im Vergleich zum Planjahr 2025 (5,57 Millionen Euro) steigen die Erträge 2026. Der Grund ist die positive Entwicklung bei den Steuern. Insbesondere die Gewerbesteuer wird mit 1,95 Millionen Euro höher eingeschätzt als noch 2025 (1,4 Millionen Euro). Auch der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer legt von 2,3 Millionen auf 2,6 Millionen Euro zu. Diese Schätzungen basieren auf Daten des Statistischen Landesamtes und des Innenministeriums.

Welche Ausgabenposten belasten den Haushalt am stärksten?
Die größte Last sind die sogenannten Transferaufwendungen. Das sind die Kreis- und die Verbandsgemeindeumlage. Allein für diesen Posten muss Hochdorf-Assenheim 2026 rund 4,9 Millionen Euro aufbringen. Das sind über 80 Prozent aller laufenden Aufwendungen. Ein weiterer Posten sind die Sach- und Dienstleistungen – etwa für die Unterhaltung von Gebäuden und Straßen – mit rund 1,06 Millionen Euro für dieses Jahr.

Gibt es nennenswerte Veränderungen bei den Ausgaben?
Ja, die Gesamtausgaben steigen spürbar. Während 2025 noch mit Aufwendungen von rund 5,62 Millionen Euro geplant wurde, sind es 2026 bereits 6,74 Millionen Euro. Hauptursache ist der Anstieg der Verbandsgemeindeumlage um über 800.000 Euro. Aber auch die Kosten für Sach- und Dienstleistungen – etwa für die Unterhaltung von Grundstücken und Gebäuden – nehmen zu.

Was sind die größten Investitionen der Gemeinde?
Die Gemeinde investiert vor allem in die soziale Infrastruktur und die Verkehrswege. Für die Erweiterung und den Umbau der katholischen Kita St. Peter sind 2026 und 2027 insgesamt 1,365 Millionen Euro vorgesehen. Für die protestantische Kita Assenheim sind für beide Jahre knapp 600.000 Euro eingeplant. Für den Ausbau der Gemeindestraßen sollen 2026 rund 495.000 Euro ausgegeben werden, insbesondere für die Haßlocher Straße. Im Jahr 2027 stehen sogar 1,32 Millionen Euro im Plan, die für die Sanierung der gut 3,2 Kilometer langen Hauptstraße eingeplant sind. Walter Schmitt ist sich aber sehr sicher, dass mit dem Bau frühestens 2028 begonnen werden kann.

Müssen dafür Kredite aufgenommen werden?
Ja. Die Investitionen können nicht aus den laufenden Einnahmen gedeckt werden. Die Haushaltssatzung sieht daher Kreditaufnahmen von 1,42 Millionen Euro für 2026 und 2,4 Millionen Euro für 2027 vor.

Wie entwickelt sich die Verschuldung der Gemeinde?
Die Schuldenkurve führt im Plan steil nach oben. Ende 2025 lag der Stand der Investitionskredite bei etwa 1,22 Millionen Euro. Durch die geplanten Großprojekte wird dieser Stand bis Ende 2026 voraussichtlich auf 2,47 Millionen Euro und bis Ende 2027 auf rund 4,77 Millionen Euro anwachsen. „Das kann zunächst erschrecken“, gibt der Bürgermeister zu, aber: „Das sind Planansätze! Meist ist es so, dass die Kredite in dem Jahr nicht vollständig ausgeschöpft werden.“ Und: In der Vergangenheit sei die Gemeinde immer in der Lage gewesen, die Kredite adäquat zu tilgen.

Welche direkten Auswirkungen hat der Haushalt für die Bürger?
Die Steuersätze für die Bürger bleiben stabil, versichert der Bürgermeister. Die Hebesätze für die Grundsteuer A (689 Prozent), Grundsteuer B (485 Prozent) und die Gewerbesteuer (380 Prozent) werden für 2026 und 2027 nicht verändert. Auch bei der Hundesteuer gibt es keine Erhöhung.

Und was sagt der Bürgermeister zur Haushaltslage?
„Positiv realistisch“ blickt er auf das Zahlenwerk, wenngleich auch ihm die Kostensteigerungen in allen Bereichen Sorge bereiten, und das vor allem bei den Bau- und Planungskosten für anstehende Projekte. Auch die Umlagen an Kreis und Verbandsgemeinde seien ein Pfund auf der Ausgabenseite. Den Grund dafür bewertet er aber positiv: „Es zeigt, dass es den meisten mittelständischen Unternehmen hier gut geht.“ Aufgrund dieser guten Wirtschaftskraft steigen die Gewerbesteuereinnahmen, was wiederum den Umlagebetrag erhöht. Wichtig für Schmitt ist, dass die Grund- und Gewerbesteuersätze stabil bleiben, der Bürger also nicht weiter belastet wird. Und dass sie auch „was vom Kuchen abbekommen“. Dafür sei es wichtig, weiter in die Infrastruktur – also in Straßen, Kitas oder Friedhöfe – zu investieren.

Walter Schmitt
Walter Schmitt
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