Rhein-Pfalz Kreis FDP will „Rauswurf“ von Knoll diskutieren

Die Lambsheimer FDP kritisiert, dass Ortsbürgermeister Herbert Knoll (CDU) sein Amtszimmer im Rathaus in der Mühltorstraße verlassen muss und ins Alte Rathaus in der Hauptstraße übersiedeln soll. Die Liberalen fordern, dass darüber am Dienstag im Haupt-, Kultur- und Sozialausschuss der Ortsgemeinde öffentlich diskutiert wird. Ein Antrag der CDU für diese Sitzung sieht vor, dass die Kosten für den Um- und Ausbau des historischen Rathauses ermittelt werden.
Es sind zwei Anträge zum selben Thema, allerdings in unterschiedliche Richtungen. Werner Haubrok (CDU) will mit der Bitte um Kostenschätzung für die Sanierung des im 15. Jahrhundert entstandenen und mehrfach umgebauten Hauses endlich das Problem anpacken, dass ein anderer Amtssitz der Ortsgemeinde benötigt wird. Auf Anfrage erläutert Haubrok, dass die CDU-Fraktion zwar lange dafür gekämpft habe, dass der Bürgermeister nach der Fusion im neuen Rathaus bleiben kann, „doch jetzt sehen wir dafür keine Chancen mehr“. Wie berichtet, gehört das Verwaltungsgebäude jetzt der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, und die gibt an, die beiden Zimmer von Herbert Knoll und seiner Verwaltungskraft selbst zu benötigen. Weil mit Fertigstellung des neuen Bürgerbüros drei Büroräume entfielen. Haubrok: „Die CDU sieht es realistisch und geht davon aus, dass als Arbeitsplatz für den Ortsbürgermeister – auch aus repräsentativen Gründen – nur das Alte Rathaus infrage kommt.“ Es beherbergt im Obergeschoss das historische Archiv der Gemeinde. Aus der Fusionsprämie des Landes sollen deshalb 200.000 Euro in den Umbau fließen, so hatte es VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) angekündigt. Das reicht aber vermutlich nicht, den Rest müsste Lambsheim bezahlen. „Mit diesem Plan hat uns die große Koalition im VG-Rat vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Gunter Steuer (FDP) und bezweifelt, dass Raumnot der wahre Grund für den erzwungenen Umzug von Knoll ist. Steuer erinnert an die Debatte vor der Fusion, als es hieß, der Ortsbürgermeister von Heßheim residiere ja auch nicht im Heßheimer VG-Rathaus, und man wolle die räumliche Trennung daher auch in Lambsheim. Steuer glaubt, dass die Sanierungs- und Umbaukosten bei Weitem höher als 200.000 Euro ausfallen. „Das läuft auf eine Investition hinaus, die nicht wirtschaftlich und nicht vertretbar ist.“ Er fordert eine öffentlich geführte Diskussion des Gemeinderats, „damit die Bürger erfahren, wie mit ihrem Steuergeld und der Hochzeitsprämie verfahren wird“. Der FDP-Fraktionschef spricht vom „Rauswurf des Bürgermeisters“, der viel früher hätte thematisiert werden müssen. „Aber das wurde meiner Ansicht nach zur geheimen Kommandosache der SPD/CDU-Koalition in der VG erklärt“, so Steuer. (ww) Termin Sitzung des Haupt-, Kultur- und Sozialausschusses am Dienstag, 26. Januar, 18.30 Uhr, im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses. Weiteres Thema ist ein Zuschussantrag der protestantischen Kirchengemeinde für Erneuerungen in der Kita Stadtgrabenstraße. (sc)