Rhein-Pfalz Kreis Für einen würdevollen Abschied

Das Licht bedeutet: In diesem Pflegezimmer ist gerade ein Mensch gestorben. Vielleicht hat ihn ein ehrenamtlicher Hospizhelfer i
Das Licht bedeutet: In diesem Pflegezimmer ist gerade ein Mensch gestorben. Vielleicht hat ihn ein ehrenamtlicher Hospizhelfer in den letzten Tagen und Stunden begleitet.

Sterbende Menschen sollen nicht nur zu Hause oder im Hospiz würdevoll betreut werden können, sondern auch in Krankenhäusern und Altenheimen. So sieht es das vor zwei Jahren in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung vor. Der Caritas-Verband der Diözese Speyer und der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst für Frankenthal und Umgebung haben dafür gestern in Bobenheim-Roxheim eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen.

Die Caritas betreibt in Frankenthal das Altenzentrum Heilig Geist und in Bobenheim-Roxheim das Heim St. Magdalena. Beide arbeiten bereits mit dem in der Stadt Frankenthal und dem nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis tätigen Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst zusammen. Das heißt: Wenn in den beiden Einrichtungen absehbar ist, dass ein Bewohner nicht mehr lange zu leben hat, kann die Heimleitung in Absprache mit dem Betroffenen und seiner Familie ehrenamtliche Hilfe anfordern. „Das ist weder ein Alleinstellungsmerkmal von uns, noch ist die Zusammenarbeit neu“, räumt Uwe Stahl vom 60-Betten-Haus Magdalena ein. „Aber wir legen den Rahmen dafür jetzt für beide Seiten verbindlich fest.“ In der Vereinbarung steht unter anderem, welche Aufgaben die Ehrenamtlichen wahrnehmen sollen und welche nicht und welche rechtlichen Aspekte bei der Sterbebegleitung zu beachten sind. „Wir versuchen, mit einem neuen Heimbewohner relativ früh abzuklären, ob er solche Hilfe einmal in Anspruch nehmen will“, sagt Einrichtungsleiter Stahl. Es gebe auch Familien, die das selbst übernehmen wollten. Florian Kutschke-Käß vom Haus Heilig Geist gibt im Pressegespräch zu bedenken, dass „die Verweildauer in unseren Altenzentren immer kürzer wird“. Das Frankenthaler Heim hat 80 Plätze, und im vergangenen Jahr habe es dort 60 „Abgänge“ durch Tod gegeben. Die meisten alten Menschen zögen mittlerweile erst dann ins Pflegeheim, wenn das Ende absehbar sei, bestätigt Uwe Stahl. Zuständig dafür, dass jedem „Fall“ der passende Hospizhelfer zugewiesen wird, ist unter anderem Pfarrerin Sabine Tarasinksi aus Bobenheim-Roxheim. Sie ist hauptamtlich für den im Frankenthaler Hieronymus-Hofer-Haus angesiedelten Beratungsdienst tätig. Träger sind Diakonie und Landesverein für Innere Mission Pfalz. In neun Heimen ist das Team von Tarasinski tätig, momentan sind es 36 Ehrenamtliche. Die Seelsorgerin betont, dass ein Mitarbeiter wegen der geforderten zeitlichen Flexibilität immer nur für eine Familie zuständig sein könne. Dennoch gelinge es eigentlich immer, den Wunsch von Sterbenden und deren Angehörigen nach Begleitung zu erfüllen. „Es gibt auch noch Ordensschwestern, die solche Aufgaben wahrnehmen“, sagt Uwe Stahl. Sabine Tarasinksi könnte durchaus noch weitere Freiwillige gebrauchen, zumal einige schon so lange dabei sind, dass sie sich bald zur Ruhe setzen werden. „Leider ist momentan die Konkurrenz unter den Lebensbereichen, in denen Ehrenamtliche gesucht sind, sehr groß“, sagt Tarasinski. Und auch wenn die meisten Hospizhelfer sagten, dass sie selbst von dieser Arbeit viel profitierten, so sei der Aufwand für die Ausbildung in Theorie und Praxis doch nicht zu unterschätzen. Die Pfarrerin will deshalb in den nächsten Wochen ein niederschwelliges Angebot machen: Letzte-Hilfe-Kurse. In vier Stunden sollen die Teilnehmer geballt Informationen bekommen für die Frage: Was muss ich wissen für den Fall, dass ich von jemandem Abschied nehmen muss? Vielleicht wecke das bei dem einen oder anderen das Interesse an der Hospizarbeit. Bianca Pfeuffer vom Landesverein Innere Mission und Caritas-Vorsitzender Karl-Ludwig Hundemer, die gestern die Vereinbarung unterzeichnet haben, sind stolz auf die 450 Ehrenamtlichen unter dem Dach der Ökumenischen Hospizhilfe Pfalz/Saarpfalz, die auch in stationären Einrichtungen Dienst tun. „Zuwendung am Lebensende sollte in Kliniken und Pflegeheimen nicht unter den dortigen Zeitkontingenten leiden“, sagt Hundemer. Für beide ist das seit gut zwei Jahren geltende Hospiz- und Palliativgesetz schon mal ein großer Schritt nach vorne. Pfeuffer: „Die Finanzierung der Hospizarbeit hat sich dadurch verbessert.“ Termine Der Kurs „Letzte Hilfe“ wird demnächst viermal bei der Volkshochschule Frankenthal (14., 21., 28. November und 5. Dezember, 18 Uhr) und zweimal in Dirmstein im protestantischen Gemeindehaus (16. und 23. November, 18.30 Uhr) angeboten. Nähere Infos unter Telefon 06233 4960094.

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