Sommerquiz (6 und Schluss) RHEINPFALZ Plus Artikel Für eine Flasche Kilianer nach Waldsee

In der Altriper Straße in Waldsee: das Heimatmuseum.
In der Altriper Straße in Waldsee: das Heimatmuseum.

Acht Leser wussten, was unser letztes Rätselbild beim diesjährigen Sommerquiz zeigte: Gesucht war der Brunnen vor dem Heimatmuseum in Waldsee.

Als es früher noch keinen Anschluss in den Häusern gab, wurde Wasser in Waldsee mithilfe eines Flaschenzugs und eines Eimers aus dem Brunnen geschöpft. Heute baumelt zwar wieder ein Eimer an einem Seil am Joch, aber der trägt mittlerweile Blumen, passend zur Jahreszeit. Der Brunnen führt sogar noch Wasser, wenn es nicht zu trocken ist. Der Wasserspiegel liegt fünf Meter tief, und man hat eine Beleuchtung eingebaut – eine Attraktion, wenn Schulkinder das Museum besuchen. Natürlich ist der Brunnen mit einem Gitter gesichert, was aber nicht daran hindert, kleine Münzen hineinzuwerfen.

2011 bekam der Brunnen das heutige Joch, vorher trug er ein kleines Holzdach mit Ziegeln. Das Joch ist zwar sehr alt – es trägt die Jahreszahl 1769 – gehörte aber ursprünglich nicht zu diesem Brunnen. Schaut man genau hin, kann man sehen, dass es ursprünglich ein wenig zu schmal für die Anlage war. Steinmetz Siegfried Keller aus Harthausen hat die Anlage nach einer Skizze von Heimatmuseumsmitglied Gerhard Zickgraf aus zwei Sandsteinsäulen gefertigt, in die das Joch genau eingepasst wurde. 1300 Euro hat die Gemeinde sich das kosten lassen.

Neben der Jahreszahl ist auf dem Joch ein Wagenrad eingemeißelt – vielleicht wurde es früher für das Anwesen eines Wagners angefertigt. Es stammt von den Vorfahren der Familie Kißler und war in deren Anwesen in der Ludwigstraße über einer Stalltür eingemauert. Das Anwesen war dort, wo heute das Feuerwehrhaus ist. Als das Haus abgerissen wurde, wurde das Joch sorgfältig ausgebaut und zog mit dem Besitzer Leo Kißler in die Lerchenstraße. Nach dessen Tod kam es zu Familienangehörigen nach Frankenstein. Von dort konnte es Norbert Keller vom Arbeitskreis Heimatmuseum nach Waldsee zurückholen – für eine Flasche Kilianer. Vermutlich war es ursprünglich gar kein Brunnenjoch, sondern vielleicht eher eine Fensterstütze, aber heute prägt es mit dem Brunnen die Ansicht des Heimatmuseums.

Brunnen schon 1770 da

Eine zentrale Wasserleitung des Dorfes wurde im Jahr 1931 eingerichtet, vorher waren die Bürger auf die Dorfbrunnen angewiesen. Die Waldseer Ortschronik verzeichnet 15 Brunnen im alten Ortsteil. Der Brunnen vor dem Heimatmuseum war schon auf einem alten Ortsplan von 1770 zu sehen.

Im Jahr 1818 wurde daneben ein eingeschossiges Gebäude als erstes Schulhaus der Gemeinde errichtet. 1856 wurde es um ein Stockwerk vergrößert. So steht es noch heute als Heimatmuseum in der Altriper Straße 19. Der Lehrer wohnte in der Schule, der Brunnen direkt am Haus dürfte als Vergünstigung gegolten haben. Bis zur Einweihung des neuen Schulgebäudes im Jahr 1927 an der Ecke Schulstraße/Schifferstadter Straße diente das Heimatmuseumsgebäude als Schulhaus. Im Jahr 1932 kauften es der St. Elisabethenverein und der von den Mallersdorfer Schwestern geleitete Kindergarten, für den es im alten Schwesternhaus zu eng geworden war, und zog dorthin um.

Als Ende 1966 der neue katholische Kindergarten auf der anderen Straßenseite gebaut worden war, verlor das Haus seinen Nutzungszweck. Die Gemeinde kaufte das Anwesen zurück. Es stand dann eine ganze Weile leer, bis Ende der 1980er-Jahre eine neue Nutzung gefunden wurde: Schulhausmeister Emil Gröser war der Initiator des heutigen Heimatmuseums, der ehrenamtliche Arbeitskreis richtete es ein.

Auslosung

  • Zwei RHEINPFALZ-Dubbetassen gewonnen hat Bernd Claus aus Waldsee.
  • Ein RHEINPFALZ-Rucksack geht an Bernd Jungkind aus Waldsee.
  • Ein RHEINPFALZ-„Uffbasse“-Badetuch bekommt Anita Lemmert aus Harthausen.
  • Die Preise können in der Lokalredaktion, Heydenreichstraße 8, in Speyer abgeholt werden: von Montag bis Freitag, 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr.

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