Rhein-Pfalz Kreis Erlaubt ist nicht, was gefällt

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Was bisher geschah: Im Januar ruft die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim ihre Bürger dazu auf, Ideen einzubringen. Wie soll der endgültige Name für die VG lauten? Und wie soll ihr Wappen aussehen? Dem Aufruf fügt sie vier Seiten Infomaterial bei, in dem sie die heraldischen Grundregeln erklärt: a) Das Wappen sollte einen Bezug zu den Gemeinden haben, für die es steht. b) Es sind nur die sogenannten Metalle Gold/Gelb und Silber/Weiß und die Farben Schwarz, Rot, Grün und Blau erlaubt. Dabei gilt: Farbe darf nicht auf Farbe liegen und Metall nicht auf Metall. „Innerhalb dieses Rahmens besteht eine weitestgehende Gestaltungsfreiheit.“ Im Mai kürt die Verwaltung drei Wappenentwürfe und lässt sie vom Landesarchiv Speyer überprüfen. Das kommt zum Fazit: Keinen der drei Entwürfe könne man eins zu eins übernehmen. Ein Design von Marc Urban könne jedoch weitestgehend verwendet werden, hier merkt das Landesarchiv drei Korrekturen an. Die endgültige Gestaltung soll ein Heraldiker übernehmen. Den Zuschlag erhält Dieter Krieger aus Griesheim. Er erstellt sieben Entwürfe. Einen davon hat Krieger, der seit über 30 Jahren Familien- und Gemeindewappen entwirft, in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Personalausschusses am Mittwoch vorgestellt. Das Wappen ist dreigeteilt: Im Zentrum steht ein goldener Löwe mit rot-weißem Schild (für Lambsheim), darüber sind drei goldene Sterne zu sehen (für Heßheim). „Die beiden größten Gemeinden und Namensgeber der VG stehen damit im Zentrum“, erläutert Krieger. Die Symbole für die restlichen vier Gemeinden verteilen sich auf die Teile links und rechts: der Eichenzweig (für Klein- und Großniedesheim), Schlüssel und Schwert für Beindersheim und ein Ährenbündel für Heuchelheim. Umrahmt wird das Wappen von einem schwarz-goldenen Schildbord. Solch ein Band, erklärt Krieger, sei für jede Verbandsgemeinde Pflicht. Es könne ein- oder zweifarbig sein und sollte die Hauptfarben des Wappens – in diesem Falle also Schwarz und Gold – aufgreifen. Den Ausschussmitgliedern gefällt das Wappen. Gut bis sehr gut sogar. Bloß: Warum sieht es so anders als der favorisierte Bürgerentwurf, obwohl das Landesarchiv nur drei kleine Änderungen gefordert hatte? Das will der Ausschuss von Krieger wissen. Der nennt mehrere Gründe, darunter: a) Der Fokus habe zu stark auf Lambsheim gelegen. b) Es liege ein Verstoß gegen die Farbregel vor. c) Der Entwurf habe alle erlaubten Farben und Metalle verwendet. „Wenn dann noch der zweifarbige Schildbord außenrum kommt, wird es sehr bunt. Ein Wappen sollte möglichst einfach gestaltet sein und möglichst wenige Farben und Symbole enthalten.“ So viel zur „weitestgehenden Gestaltungsfreiheit“. Ganz so schnell wollen sich die Ausschussmitglieder aber nicht vom Bürgerwappen verabschieden. Ob es Wappen gebe, die die Regeln nicht so strikt einhalten, will Frank Peter (SPD) wissen. Ja, sagt Krieger, aber nur in Ausnahmefällen. Auch Andreas Stellmann (CDU) fragt, ob es nicht doch möglich wäre, Urbans Wappen mit kleinen Änderungen zu übernehmen. „Wäre es genehmigungsfähig, unabhängig davon, ob es einem Heraldiker gefällt oder nicht?“ Ja, räumt Krieger ein, verweist aber erneut darauf, dass zu viele Symbole und Farben ein Wappen unübersichtlich machen können. Die Heraldik sei nunmal ein komplexes Thema, das Bände fülle und für Laien nur schwer zu verstehen sei. An dieser Stelle meldet sich Ewald Merkel (FWG) zu Wort. Er halte es für falsch, jetzt doch wieder zu versuchen, eins der prämierten Wappen durchzuboxen. „Dann hätten wir außerdem 6000 Euro umsonst ausgegeben.“ Die Bürgerbeteiligung sei angesichts des komplexen Themas vielleicht doch fehl am Platze gewesen. Auch VG-Bürgermeister Reith spricht sich für Dieter Kriegers Entwurf aus. „Es sieht sehr gut aus und enthält Elemente aus allen Ortsgemeinden.“ Weniger Gefallen scheint dagegen Werner Petry (Grüne) am Wappen zu finden. Er finde es sehr schade, dass die Bürgerentwürfe so untergingen. Die „Eisenbahnlinie“ – gemeint ist das Schildbord – sehe unschön aus und bringe Unruhe ins Wappen. Ob man es nicht wenigstens einfarbig machen könnte. Prinzipiell schon, sagte Heraldiker Krieger. Nur Schwarz oder nur Gold würde aber wiederum die Abgrenzung zu den Wappenfeldern schwierig machen. Eieiei, diese mittelalterlichen Richtlinien haben’s aber in sich. Soll man sich ihnen beugen oder nicht? Entschieden ist bisher noch nichts. Da, anders als beim VG-Namen, der 30. Juni nicht Stichtag ist, hat der Ausschuss die Entscheidung zurück an den VG-Rat gegeben. Fortsetzung folgt am 1. Juli.

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