Rhein-Pfalz Kreis Einfühlsames Zusammenspiel

Die Blaskapelle Mutterstadt und die Chorgemeinschaft St. Bonifatius haben einen stimmungsvollen Abend mit ihrer Musik geschaffen
Die Blaskapelle Mutterstadt und die Chorgemeinschaft St. Bonifatius haben einen stimmungsvollen Abend mit ihrer Musik geschaffen.

«Limburgerhof.» Festliche Abendstimmung hat am Sonntag in der katholischen Kirche in Limburgerhof geherrscht. Die Chorgemeinschaft St. Bonifatius hatte zum Herbstkonzert eingeladen. Unter der Leitung ihres Dirigenten Bernhard Schlichter unternahmen die rund 50 Sänger eine facettenreiche Reise durch die Jahrhunderte sakraler Chormusik. Die Blaskapelle Mutterstadt begleitete den Kirchenchor und setzte gekonnt Akzente.

In die Stille des Gotteshauses hinein stimmten die Bläser zum Auftakt Johann Sebastian Bachs Komposition „Bist du bei mir“ an – eines der wohl bekanntesten Stücke der Musikgeschichte. Und auch die „Symphony of Praise“, eine Lobpreis-Symphonie, berührte. Unter dem Pseudonym Ted Huggens schrieb der niederländische Komponist Henk van Lijnschooten in den 1970er-Jahren drei Choräle, die er in der Symphonie zusammenfasste. In geradezu epischer Klangbreite, unter vollem Einsatz von Tuben und Posaunen, dezent rhythmisiert durch das Schlagzeug, präsentierte die Blaskapelle Mutterstadt mit ihrem Dirigenten Thomas Zelt alle drei Sätze des Werks: „Komm, o komm, du Geist des Lebens“, „Näher mein Gott zu dir“ und „Nun danket alle Gott“ . Auf der Reise durch die Musikgeschichte folgte der Niederländer Jacob de Haan. Er gilt als einer der populärsten und meistgespielten Blasmusikkomponisten der Gegenwart. Die Komposition für Chor und Bläser, die „Missa brevis“, ist eines seiner bedeutendsten Werke. Das Stimmvolumen des Chors korrespondierte in beeindruckender Weise mit der Klangfülle des Blasorchesters. Im „Sanctus“ begegneten sich Sänger und Bläser in einem fulminanten Tutti. Das Publikum fühlte sich sichtbar in himmlische Sphären entführt. Marianische Gesänge wie das „Ave Maria“ aus der Feder des spanischen Komponisten Tomas Luis de Victoria, das „Regina coeli“ des deutschen Komponisten Gregor Aichinger oder das „Sancta Maria“ des Domkapellmeisters Johann Schweitzers gehören zum Herzstück geistlicher Chormusik und wurden von den Sängern stimmsicher und mit großem Einfühlungsvermögen interpretiert. Einen fast lyrischen Charakter verlieh der Chor dem Werk des Italieners Giovanni Pierluigi da Pelestrina, der marianischen Antiphon „Alma redemptoris Mater“ (erhabene Mutter des Erlösers), einem in der katholischen Liturgie an die Gottesmutter gerichteten polyphonen Gesang. Beim romantischen Chorsatz „Du lässt den Tag, o Gott nun enden“ des britischen Komponisten Clement Scholefield waren die Zuhörer aufgerufen, in das Gotteslob miteinzustimmen – ein Moment großer Andacht, der den Abend stimmungsvoll ausklingen ließ.

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