Rhein-Pfalz Kreis Ein Parkplatz im Halteverbot

Kurios: Behindertenparkplatz im Halteverbot. Die Verwaltung erklärt, dass die Parkfläche eigentlich nicht mehr zu sehen sein sol
Kurios: Behindertenparkplatz im Halteverbot. Die Verwaltung erklärt, dass die Parkfläche eigentlich nicht mehr zu sehen sein sollte.

«Mutterstadt.» Ein Halteverbotsschild direkt vor einem Behindertenparkplatz: Dieser kuriose Sachverhalt ist Joachim Sommer in der Mutterstadter Friedensstraße aufgefallen. „Wie kann so etwas denn sein?“, wundert er sich. Die Antwort der Verwaltung: eine Kette unglücklicher Umstände.

Joachim Sommer wohnt in der Nähe und kommt deshalb öfter an der Stelle in der Mutterstadter Friedensstraße vorbei. Er erinnert sich daran, dass dort früher sogar ein Schild den Behindertenparkplatz auswies. Inzwischen sei das jedoch durch ein Halteverbotsschild ersetzt worden. Trotzdem sei der Behindertenparkplatz weiter mit weißer Farbe deutlich sichtbar auf der Fahrbahn ausgewiesen. Möchte die Kommune jetzt also behinderte Autofahrer abzocken, fragt sich Sommer. „In meinen Augen ist das eine Frechheit.“ Die RHEINPFALZ hakt bei der Gemeindeverwaltung nach, bei Ordnungsamtsleiter Klaus Hübner. Der räumt die missliche Lage ein, aber die Gemeinde habe weder eine böse Absicht verfolgt noch trage sie Schuld daran. Seine Erklärung: Der Behindertenparkplatz sei einst speziell für einen behinderten Anwohner eingerichtet worden, der mittlerweile jedoch verstorben sei. „Daher haben wir den Behindertenparkplatz aufgehoben und die weiße Markierung geschwärzt“, sagte er. Eigentlich hätte eine Fachfirma sie bereits komplett entfernen sollen, das Unternehmen sei jedoch – nicht zuletzt wegen des Wetters – im vergangenen Jahr nicht fertig geworden. Die aktuellen Temperaturen helfen Hübner zufolge auch nicht gerade weiter. Die Firma habe aber angekündigt, die Angelegenheit im Frühjahr zu Ende zu bringen. Denn einfach mal so eben könne die weiße Markierung nicht beseitigt werden. „Das wurde damals mit Heißplastik aufgezeichnet. Das muss erst erhitzt und dann vom Asphalt gekratzt werden“, erläutert der Ordnungsamtsleiter. Bedauerlicherweise sei in der Zwischenzeit die weiße Markierung, die ja eigentlich geschwärzt war, wieder zum Vorschein gekommen. „Das liegt daran, dass viele Autos und die Linienbusse drüber fahren“, sagt Hübner und bittet um Verständnis für die rechtlich zwar einwandfreie, aber optisch verwirrende Situation.

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