Rhein-Pfalz Kreis Ein Land der Krieger und Löwen

Ganz schön hoch sind die Häuser in Shanghai.
Ganz schön hoch sind die Häuser in Shanghai.

Monatelang habe ich mich auf diese große Reise gefreut: Mit Monika Berroth aus Mutterstadt und Birgit Krümmel aus Düsseldorf bin ich nach China geflogen. das war ein Erlebnis! Ich habe hohe Häuser, Tempel, Krieger und Löwen gesehen. Nur leider keine Biber.

Viele Hochhäuser

Unser erstes Ziel in China ist Shanghai. Es gehört zu den größten Städten des Landes und hat rund 24 Millionen Einwohner. Das sind gut 142-mal so viele wie in Ludwigshafen leben. Unfassbar! Die Stadt ist etwa 9300 Flugkilometer entfernt. Für diese Strecke brauchen wir zirka elf Stunden, also fast einen halben Tag. Shanghai ist eine große Industrie- und Handelsstadt. Sie ist sehr modern und hat jede Menge Hochhäuser und riesige Türme. An der Uferpromenade des Huangpu-Flusses, die The Bund genannt wird und auf Chinesisch Waitan heißt, sieht man noch viele Gebäude aus der Kolonialzeit, in der Franzosen und Engländer dort lebten. Gegenüber, im Stadtteil Pudong, gibt es jede Menge ganz hohe Türme. Wir waren auf dem Shanghai Tower, der ist 632 Meter hoch und der zweithöchste Turm der Welt. Breite Straßen Was mir besonders aufgefallen ist: In China sind Straßen mindestens sechsspurig und es sind sehr viele Autos unterwegs. Alle fahren kreuz und quer und wenn ein anderes Auto im Weg ist, wird einfach gehupt. Was ein Lärm. Außerdem sind jede Menge Roller- und Fahrradfahrer unterwegs, die einfach gegen die Fahrtrichtung fahren. Hier nimmt aber jeder Rücksicht auf den anderen und ich habe keine Unfälle gesehen. Seen und Steine Ich hoffte, auf meiner Reise chinesische Verwandte zu treffen. Deshalb freute ich mich, dass auf unserem Reiseprogramm auch Souzhou mit dem Garten der Meister der Netze stand. Schon vor mehr als 1000 Jahren haben die Chinesen Wohnhäuser mit Garten und einem kleinen See gebaut. Außerdem lieben die Chinesen ausdrucksvolle Steine. Diese findet man auch in jedem chinesischen Garten. Wart ihr schon mal im Luisenpark in Mannheim? Dort gibt es auch einen schönen chinesischen Garten. Leider hat mir der Reiseführer erzählt, dass es in China keine Biber gibt. Aber mir gefällt das Land trotzdem. Gut essen und trinken Reis und Nudeln sind in China Grundnahrungsmittel. Reis wird zum Beispiel in Zhangjiajie angebaut, weil es dort viel Wasser gibt. Dort habe ich auch Reisbauern bei der Ernte beobachtet. Mittags essen die Chinesen oft eine Nudelsuppe oder Maultaschen. Manchmal werden die Maultaschen auch so geformt, dass erkennbar ist, mit was sie gefüllt sind – zum Beispiel als Ente. Das sieht hübsch aus. In China wird sehr viel Tee angebaut und auch getrunken. Deshalb gehört der Besuch eines chinesischen Teehauses einfach zu einer Chinareise dazu. Den Tee tranken wir in einem 150 Jahre alten Teehaus in der für China typischen Teetasse. Hier bekam ich ihn mit den Teeblättern in der Tasse serviert und dazu eine Kanne heißes Wasser. Ich konnte mir dann immer wieder nachschenken und so viel Tee trinken wie ich wollte. Tönerne Krieger Beeindruckt hat mich die Terrakottaarmee. Habt ihr von der schon mal gehört? Nein? Dann muss ich kurz ausholen: In der Nähe der Großstadt Xi’an wurde 1974 das Grab des ersten Kaisers von China wiederentdeckt. Das Grab wurde bereits vor knapp 2000 Jahren durch einen Brand zerstört. Unter den Trümmern fanden sich Bruchstücke von einer ganzen Armee aus Terrakottastatuen, wie Bogenschützen, Reiter, Wagenführer, aber auch Pferde. Der alte Kaiser glaubte, dass diese Armee sein Grab beschützen würde. Bevor wir uns diese Ausgrabungsstätte angesehen haben, waren wir noch in einer Schau-Manufaktur, in der Tonkrieger nach altem Vorbild hergestellt wurden. Sie hatten ein paar Ausstellungsstücke, die fertig oder teilweise fertig waren. Ich konnte sogar bei einem Pferd auf dem Kopf sitzen und bei einem Krieger fehlte noch der Kopf, da hab ich mich ganz einfach auf den Hals gesetzt. Das sah vielleicht lustig aus, ein chinesischer Krieger mit Biberkopf. Ich kam mir ganz stark vor. Tolle Glücksbringer Viele Häuser, Paläste und Tempel werden in China von Löwen bewacht und sie werden an Festtagen auch noch mit roten Blumen oder Bändern geschmückt. Wenn die Löwen Wächter sein sollen, gibt es immer zwei. Dann ist der rechte Löwe männlich und hält unter seiner rechten Pranke einen Ball. Der Löwe auf der linken Seite ist weiblich und hält unter der linken Pranke ein Löwenjunges. Der Löwe steht für Kraft und Macht. Der Ball, ursprünglich eine Perle, des männlichen Löwen symbolisiert die Einheit und Kraft des Reiches. Die Löwin mit dem Jungtier steht für das Gedeihen der Nachkommen, Wachstum und Wohlbefinden. Löwen sollen die Macht und Kraft haben, schlechte Einflüsse jeglicher Art fernzuhalten. Aber auch Drachen gelten in China als Glücksbringer. Ich habe den Eindruck, Chinesen sind von jeher abergläubisch. Sie haben vor die Eingänge ihrer Höfe und Paläste immer eine Mauer gebaut, damit die bösen Geister und Dämonen nicht auf direktem Wege in das Haus gelangen konnten. Die Menschen waren so schlau und sind um die Mauer herumgelaufen. Um die Mauer noch besser zu machen, wurde sie mit Drachen verziert, um die bösen Geister zu vertreiben. Viele Hauptstädte Wir nennen die Hauptstadt von China Peking, aber richtig heißt sie Beijing. Das bedeutet übersetzt so viel wie nördliche Hauptstadt. Aber Beijing war nicht immer die Hauptstadt. In den fast 2000 Jahren des Chinesischen Kaiserreichs gab es mehrere. So gibt es zum Beispiel auch Nanjing (südliche Hauptstadt). Seit dem 15. Jahrhundert ist Beijing die Hauptstadt des Kaiserreiches und seit 1949 die Hauptstadt der Volksrepublik China. In Beijing haben die Kaiser natürlich tolle Paläste und Tempel gebaut. So ist der Himmelstempel der längste Tempel zur Himmelsanbetung auf der Welt. Er ist 1,2 Kilometer lang.

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