VG Römerberg-Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Drei Dörfer, vier Baustellen

Hinweise auf der B39: die erneuerte Umleitungsbeschilderung kurz vor der Abfahrt Hanhofen-West.
Hinweise auf der B39: die erneuerte Umleitungsbeschilderung kurz vor der Abfahrt Hanhofen-West.

Der Aufschrei war groß: Anfang dieser Woche ist die B39 bei Hanhofen halbseitig gesperrt worden. Der Verkehr wird über Harthausen und Dudenhofen umgeleitet. Kritik kommt von Anwohnern zur Verkehrsbelastung und der Umleitungsbeschilderung. Und das ist nicht die einzige Baustelle.

„So ne kleine Baustelle und so ne riesige Auswirkung!“ Im Internetnetzwerk Facebook häuften sich diese Woche die Beschwerden über die Baustelle auf der B39. Dort wird seit Montag bis voraussichtlich Anfang Dezember das Mantelrohr einer Gasleitung saniert. Auch RHEINPFALZ-Leser wandten sich an die Redaktion und berichteten, dass die Umleitung keinen Sinn ergebe und die Autofahrer unnötig durch Hanhofen geleitet werden. „Baumaßnahmen bringen Einschränkungen mit sich, dafür kann man Verständnis haben“, sagte Jens Krämer. Er erzählte jedoch, dass es durch die Umleitungsbeschilderung zu einem Verkehrschaos in und um Hanhofen kam. Er berichtete von einem Rückstau auf der Hauptstraße sowie ortsfremden Fahrzeugen, die durch Nebenstraßen und über Waldwege irrten.

Hanhofens Ortsbürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD) klärte auf Anfrage auf, dass die Firma, die von der Kreisverwaltung beauftragt war, das Schild an der falschen Stelle positioniert habe. Hinzu kam, dass Hanhofen auf dem Schild falsch geschrieben worden war, was bei einigen Bürgern zusätzlich für Unmut sorgte. Das Schild stand zwischen den beiden Hanhofener Abfahrten, sodass die Autofahrer am Aldi-Kreisel von der B39 runter und durch die ganze Hauptstraße fahren mussten, um am Ortsende Richtung Harthausen die Umleitung zu fahren. Der Wirtschaftsweg Richtung Dudenhofen sei zwischenzeitlich gesperrt worden, weil es zu gefährlichen Situationen mit Radfahrern gekommen sei.

Silke Schmitt-Makdice ist seit ein paar Monaten auch Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, die als Straßenverkehrsbehörde auf kommunaler Ebene fungiert. Für diesen Bereich ist jedoch der Beigeordnete Reinhard Burck (Grüne) zuständig, der ebenfalls von einem hohen durch Baustellen verursachten Verkehrsaufkommen in Hanhofen, Harthausen und Dudenhofen sprach. Burck verweist zudem auf die durch einen Wasserrohrbruch bedingte Baustelle in Dudenhofen in der Iggelheimer Straße, die ebenfalls eine innerörtliche Umleitung zur Folge hat. Auf dieser Umleitungsstrecke brach am Freitag erneut ein Wasserrohr. Aber damit nicht genug: Nicht nur dort und auf der B39 kommt es zu Behinderungen, sondern auch auf der B9 zwischen Römerberg und Schwegenheim. In diesem Abschnitt wird die Fahrbahn saniert, was zu Staus im Berufsverkehr führt. Daher weichen Verkehrsteilnehmer auf die Dörfer aus.

Harthausen: Doppelt gestraft

Besonders Harthausen leidet unter dem erhöhten Verkehrsaufkommen. Die Verbandsgemeindeverwaltung hat nach Beschwerden nachgesteuert und zusätzliche Halteverbote in den Hauptstraßen ausgewiesen, damit der Verkehr überhaupt fließen kann. Denn durch parkende Fahrzeuge kam es vor allem im Berufsverkehr teilweise zu langen Rückstaus.

Andreas Heck, CDU-Politiker aus Harthausen, fand deutliche Worte für die Planung. Er nannte die Idee, die B39 halbseitig zu sperren und den gesamten von Neustadt kommenden Verkehr durch Harthausen zu leiten, „völlig hirnrissig“. Heck begründete dies damit, dass in der Hanhofener und Speyerer Straße zahlreiche Kinder und Radfahrer unterwegs seien und dort auch die Schulbusse hielten. An Müllabfuhrtagen werde die Situation völlig eskalieren, prophezeite Heck. Er übte Kritik an den Behörden, insbesondere dem Landesbetrieb Mobilität (LBM). Zudem befürchtete der Harthausener, dass sich die Situation noch verschlimmert, wenn die K26 Richtung Römerberg im November für eine Sanierung mehrere Wochen vollständig gesperrt wird.

Viele Baustellen zur selben Zeit, unklare Umleitungsbeschilderungen. Es sind mehrere Behörden, die in eine solche Planung involviert sind. Angefangen vom LBM über die Kreisverwaltung bis hin zur Verbandsgemeindeverwaltung und der örtlichen Polizei. Vonseiten des LBM hieß es auf Anfrage, dass es selbstverständlich ein Baustellen-Management gebe. Arbeiten werden im Vorfeld zwischen den Behörden abgestimmt, sagte LBM-Sprecherin Birgit Tegeder. Ihr zufolge ist es ein vorrangiges Ziel, gleichzeitige Baustellen zu vermeiden. Wenn es trotzdem dazu komme, liege das üblicherweise daran, dass sich Arbeiten verschoben haben. Gründe für solche Verzögerungen könnten der Ausfall von Mitarbeitern, zusätzlich erforderliche Gutachten und Einsprüche sein.

Für die Baustelle auf der B39 forderten Bürger eine Ampel-Lösung, der die Behörden jedoch eine Absage erteilten. Die mit der Umleitungsplanung betraute Kreisverwaltung fürchtete einen erheblichen Rückstau auf der Strecke. Diese wird laut LBM täglich von 12.000 Fahrzeugen (davon fünf Prozent Schwerlastverkehr) frequentiert. Nach Angaben der Kreisverwaltung war die Verbandsgemeindeverwaltung in die Umleitungsstreckenplanung involviert. Beigeordneter Burck hatte dem widersprochen.

Mit Blick auf den noch zusätzlich befürchteten Verkehr in Harthausen: Der LBM erklärte entgegen vorheriger Ankündigungen, dass die K26 erst saniert wird, wenn die Arbeiten auf der B9 abgeschlossen sind. Das war mal für Anfang Dezember vorgesehen.

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