Rhein-Pfalz Kreis Draußen vor der Tür

Wieder genug Personal im Einsatz: Das Mutterstadter Aquabella konnte gestern den Badebetrieb aufnehmen.
Wieder genug Personal im Einsatz: Das Mutterstadter Aquabella konnte gestern den Badebetrieb aufnehmen.

«Mutterstadt.» Wer am Pfingstwochenende im Aquabella Mutterstadt schwimmen wollte, hatte Pech und fand sich vor verschlossenen Türen. Die Folge: Ärger bei den Badegästen. Und eine Kreisverwaltung in Verteidigungshaltung: Zu viele Mitarbeiter seien plötzlich krank geworden.

Die Tür ist zu. Hinter der Scheibe hängt ein Schild. Handgeschrieben steht da: „Wegen akutem Personalnotstand bleibt das Aquabella geschlossen“. Blaue Schrift, eine mit rosafarbenem Textmarker gezogene Linie unterstreicht die Aussage. Bei den Erwachsenen löst sie ein Stirnrunzeln aus. Bei den Kindern Enttäuschung. „Daś standen Hunderte von Badegästen vor verschlossener Tür und sind mehr als verärgert“, beschreibt Hermann Schmidt die Situation am Pfingstwochenende. Was ihn und andere Aquabella-Besucher stört, ist nicht, dass das Bad schließen musste. Nein, sie stört das handgemalte Schild. „Ein Türhinweis wie aus dem Kindergarten.“ Und auf der Internetseite der Kreisbäder keine Nachricht. Keine Information über die Schließung des Bads. Hermann Schmidt fährt täglich zum Schwimmen nach Mutterstadt. „Ich liebe das Aquabella“, sagt er. Die Wasserqualität sei super, das Personal sehr nett. Alles passe im Aquabella. Und darum fände er es eben schade, würde es bei anderen Gästen in Verruf geraten und sie künftig in ein anderes Bad zum Baden fahren. „Da standen sie nämlich alle mit ihren aufblasbaren Pinguinen und waren enttäuscht. Manche sind extra 15 Kilometer oder mehr angereist und dann: Tür zu. Das Bad hat geschlossen. Das ist doch ärgerlich.“ Die Kreisverwaltung schreibt auf RHEINPFALZ-Anfrage: „Das Aquabella Mutterstadt war am Freitag regulär geöffnet. Am Samstag musste es bereits am späten Nachmittag wegen personeller Krankheitsausfälle geschlossen werden. Diese Situation hat sich leider auch für den Pfingstsonntag und -montag ergeben.“ Man bedauere es sehr, dass Badegäste dadurch verärgert wurden, doch habe es keine andere Lösung gegeben. Auch aus Sicherheitsgründen, denn schließlich hätten nicht genügend Fachkräfte bereitgestanden, um die Badegäste zu beaufsichtigen. Generell fehlt es den Kreisbädern laut Kreissprecherin Kornelia Barnewald an Fachpersonal. Darum sei es leider auch nicht möglich gewesen, Mitarbeiter aus den Bädern in Schifferstadt oder Maxdorf nach Mutterstadt zu holen. Das Problem hätte sich nur verschoben und ein anderes Schwimmbad schließen müssen. „Wir sind sehr bemüht, ausreichend Fachkräfte im Bäderbereich zur Verfügung zu stellen und suchen auch regelmäßig nach Auszubildenden in diesem Bereich, um Engpässen vorzubeugen“, schreibt Barnewald. Aber der Fachkräftemangel scheine bundesweit ein Problem darzustellen. Da sich der personelle Engpass im Aquabella während der Feiertage ergeben habe, sei es der Kreisverwaltung nicht möglich gewesen, die kurzfristige Schließung auf der Homepage zu veröffentlichen. Feiertage hin oder hier: Hermann Schmidt findet trotzdem, dass eine Kreisverwaltung professioneller mit solch einer Situation umgehen muss. Für den Notfall könnte organisiert sein, dass jemand die Homepage pflegt. Und der Türhinweis hätte ein wenig freundlicher ausfallen können. So mit Anrede „Liebe Badegäste“, Werbung um Verständnis und einer Entschuldigung. Denn ein höflicher Umgang mit seinen Besuchern gehöre eben zu einem Lieblingsschwimmbad dazu. Und das Zeug zum Lieblingsschwimmbad hat das Aquabella in Mutterstadt, findet Hermann Schmidt. Wenn denn die Kommunikation stimmen würde.

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