Rhein-Pfalz Kreis Diese drei Tage sind ein Muss
«Mutterstadt.» Für viele Mutterstadter ist sie die angenehmste Pflicht des Jahres: die Kerwe. Von Samstag an wurde zum 39. Mal in der Gemeinde gefeiert – und wie immer war der ganze Ort auf den Beinen. Das Programm ist gestern offiziell zu Ende gegangen. Heute können sich die Besucher noch die Zeit auf dem Vergnügungsplatz auf dem Messplatz vertreiben.
Über dem Herbert-Maurer-Platz wehen die bunten Bänder des Kerwebaums – und ein zarter Duft von Sauerkraut. Die Besucher sitzen schon lange vor der offiziellen Eröffnung an den kreisförmig angeordneten Biertischen unter freiem Himmel und in den Zelten. Kinder hüpfen vergnügt um den sprudelnden Brunnen im Mittelpunkt des Platzes. Als Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) pünktlich um 19 Uhr unter Trommelwirbel die Bühne im Festzelt betritt, sind die Bänke dort voll besetzt. Diesmal, teilt er mit Bedauern mit, gibt es keine Tanzeinlage zur Eröffnung. Die Volkstanzgruppe des historischen Vereins ist nicht mehr aktiv. Der Wettergott möge trotzdem gnädig sein – was er an den Kerwetagen auch weitestgehend ist. Gut so, denn das Leitungsteam der Kerwegemeinschaft hat sich für die gelungene Organisation des Fests viel Mühe gemacht. Den Fassbieranstich überlässt Schneider seinen Beigeordneten Andrea Franz (SPD) und Klaus Lenz (CDU). „Die sollen ruhig auch mal was machen“, verrät er vorab schmunzelnd im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Mit dem Ausschank des Freibiers steigt die Stimmung weiter an und die Partyrock-Band Hossa darf die Bühne im Festzelt rocken. Draußen ist die Laune ebenfalls bestens. Dazu tragen auch Gäste aus den Nachbargemeinden und Ludwigshafen bei. „Weil wir jedes Jahr hier sind“, sind Elli Hoffman und Michael Gripp aus Maudach bereits zum neunten Mal nach Mutterstadt gekommen. Sascha Florczak aus der Gartenstadt hat in Mutterstadt gute Erfahrungen mit der Stimmung und dem Essen gemacht und wurde erneut angelockt. Außerdem trifft man viele alte Bekannte, weshalb für Christine Wingerter die drei Kerwetage ein absolutes Muss sind. „Ich komme hierhin, seit ich auf der Welt bin“, erzählt die 51-Jährige und lacht. Dass die Kerwe die ideale Möglichkeit zur Begegnung sei, hebt auch Hans-Dieter Schneider als das Besondere in Mutterstadt hervor. Am Kerwemontag träfen sich Vereine, Betriebe und Ex-Schuljahrgänge ab 10 Uhr zum Frühschoppen, das sei einzigartig. Ebenso die gemeinsame Bewirtschaftung der Stände durch die 14 beteiligten Vereine. „Alle ziehen an einem Strang“, lobt er. Umgekehrt schätzt Peter Reinartz vom Leitungsteam den guten Draht des Bürgermeisters zu den Vereinen. In einem rollierenden System wechseln sie sich jährlich an den Ständen ab und teilen den Erlös untereinander auf. „So ist es gerecht“, sagt er. Vor den Ständen warten mittlerweile lange Schlangen, dahinter verkaufen fleißige Helfer in bunten T-Shirts mit dem jeweiligen Vereinsemblem die nötigen Bons, braten Steaks und Würste, schneiden Rollbraten und Brötchen auf, holen die beliebten Servelat und Leberknödel aus dem Sud und schenken unzählige Gläser Weinschorle ein. Benita Barth von den „zauberhaften Süßigkeiten“ auf dem Messplatz freut sich über die abgekühlten Temperaturen. Endlich dürfen die Schaumküsse wieder aus der Kühlung in die Theke. „Noch vor einer Woche wären sie weggeschmolzen“, blickt sie zurück. Das bedeute Einbußen, da die Leute das, was sie nicht sehen, auch nicht kaufen. Heute ist sie, wie auch ihre Nachbarin Heidrun Barth von „Eis & Slush zufrieden“. denn nicht nur gesellig und herzhaft, sondern auch süß ist für viele Kerwefans ein Muss. Lokalsport