Rhein-Pfalz Kreis „Die Marke für Talentförderung“

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Herr Giese, welche berühmten „Jugend forscht“-Sieger fallen Ihnen ein?

Der prominenteste ist sicher der deutsche Bill Gates, Andreas von Bechtolsheim. Er hat sich 1974 als 18-Jähriger im Fachgebiet Physik durchgesetzt. Acht Jahre später war er einer der vier Gründer des Computerherstellers Sun Microsystems. 1998 war er einer der ersten Investoren bei Google. Er ist der erfolgreichste deutsche Unternehmer in den USA. Nach seinem Bundessieg sagte er übrigens: „Meine erste Teilnahme an ,Jugend forscht’ war der Moment, an dem mein Leben interessant wurde.“ Die Finalteilnehmer in Ludwigshafen sind 13 bis 22 Jahre jung. Sind das die Nobelpreisträger von morgen? Ich glaube, es war der ehemalige Physik-Nobelpreisträger Klaus von Klitzing, der gesagt hat, das kann man nicht planen. Für so eine Wissenschaftler-Karriere muss man dicke Bretter bohren. Aber es gehört auch Glück dazu. „Jugend forscht“ hat noch keinen Nobelpreisträger hervorgebracht. Unsere Teilnehmer machen häufig Karriere im Bereich Naturwissenschaft und Technik. Etwa die Hälfte geht in die Forschung und Entwicklung. Da wollen wir sie auch haben. Das war die Idee vor 50 Jahren. Und das ist sie bis heute. 195 junge Männer und Frauen stehen im Finale. Was muss man mitbringen, um es bis dahin zu schaffen? Man muss fit sein in seinem Fach und sein Projekt gut verkaufen können. Man muss zudem die Jury überzeugen und es schaffen, sein Forschungsergebnis auf den Punkt zu bringen. Und man braucht eine gewisse Beharrlichkeit sowie die Fähigkeit, über einen langen Zeitraum eigenverantwortlich zu arbeiten. So ein Projekt stemmt man nicht in zwei Wochen. Worauf kommt es besonders an? Auf Kreativität. „Jugend forscht“ ist ein Ideenwettbewerb. Es geht darum, selbst eine Fragegestellung zu entwickeln. Die meisten Teilnehmer bringen neben den fachlichen auch die berühmten Soft Skills mit, also soziale Kompetenzen. Davon profitieren sie später im Studium und im Beruf. Ist der Wettbewerb typisch deutsch? Es gibt auch naturwissenschaftliche Wettbewerbe in anderen Ländern, aber keiner ist eine vergleichbare Marke für Talentförderung geworden. „Jugend forscht“ hat da ein Alleinstellungsmerkmal. Es ist eine Institution, die sehr bekannt und ein Qualitätsversprechen ist. Eine zentrale Rolle spielen die bundesweit rund 30 Schülerforschungszentren. Rheinland-Pfalz ist da noch ein weißer Fleck auf der Karte – warum? Das wird sich ändern. In Worms geht bald ein solches Zentrum an den Start. Schulen sind das Rückgrat von „Jugend forscht“. Dort entstehen die meisten Projekte. Um das kreativ-forschende Lernen noch populärer zu machen, wollen wir das Netz der Zentren weiter ausbauen. Die Leute, die sich da engagieren, bringen viel Herzblut mit. Dort werden Wissenschaftstalente über den Unterricht hinaus gezielt gefördert. Im Sportbereich ist das ja schon lange gelebte Praxis.

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