Rhein-Pfalz Kreis Die letzte Ruhe wird teurer
«Mutterstadt.»Die Friedhofsgebühren in Mutterstadt werden zum 1. Mai steigen. Das hat der Gemeinderat nun beschlossen. Demnach werden die allgemeinen Gebühren um durchschnittlich acht Prozent erhöht. Die Gebühren für Urnenbestattungen steigen um zusätzliche fünf Prozent, also insgesamt um 13 Prozent.
Als Grund für die bald höheren Friedhofsgebühren nennt die Mutterstadter Gemeindeverwaltung, dass die ursprüngliche Kalkulation unter anderem auf dem Verhältnis der Erd- zu den Urnenbestattungen beruht habe. Dieses Verhältnis habe sich in den vergangenen Jahren jedoch deutlich verändert. So sei der Anteil der Urnengräber an allen verkauften Grabstätten von 45 Prozent im Jahr 2010 auf inzwischen 79 Prozent gestiegen. Dieser Entwicklung sollen die zusätzlichen fünf Prozent bei den Urnenbestattungen Rechnung tragen. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) hebt hervor, dass die Gemeinde beim Friedhof auch nach der Erhöhung keinesfalls einen Gewinn erwirtschaften wird. Die Gebühren hätten zuletzt nur die Hälfte der anfallenden Kosten gedeckt. Den Rest schieße die Kommune zu. Und selbst nach der Erhöhung bewegten sich die Mutterstadter Friedhofsgebühren auf durchschnittlichem Niveau. Neben der Gebührensatzung hat der Rat auch die Satzung für den neuen Friedhof angepasst. Sie umfasst jetzt zwei neue Bestattungsarten: Urnenstelen und Gemeinschaftsgrabfelder. „Sie sind für Leute gedacht, die keine Angehörigen haben, zumindest keine im Ort“, sagt Schneider. Diese könnten daher einen Grabpflegevertrag abschließen, der über die Innung garantiert werde – für den Fall, dass der Anbieter sein Geschäft aufgibt. „Wer sich anschauen möchte, wie so ein Grabfeld aussieht, kann das in Schifferstadt tun. Dort gibt es das bereits“, ergänzt Hannelore Klamm (SPD).