Rhein-Pfalz Kreis „Die Deutschen sind etwas träge“

So voll wie auf unserem Bild von 2015 war es in diesem Jahr selten am Silbersee. Kioskbetreiber Reiner Wagner hofft auf den Spät
So voll wie auf unserem Bild von 2015 war es in diesem Jahr selten am Silbersee. Kioskbetreiber Reiner Wagner hofft auf den Spätsommer.

Bobenheim-Roxheim: Der Silbersee ist eines der beliebtesten Badegewässer in der Region. Polizei und Ordnungsamt freuen sich über eine bislang ruhig verlaufene Saison mit einer merklich entspannten Parkplatzsituation. Nicht so gut wie in den Vorjahren laufe dagegen das Geschäft am Kiosk, berichtet Betreiber Reiner Wagner. Schuld sei das durchwachsene Wetter.

Etwa 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres – so beziffert Wagner die bisherigen Umsätze seines Kiosks am Hauptzugang zum Silbersee. Zwar habe es auch Tage gegeben, an denen sich die Badegäste am Ufer drängten, aber weniger als 2016. Insbesondere in der zweiten Hälfte der Sommerferien sei das Wetter sehr wechselhaft gewesen. Seine Erfahrung: Es braucht mehrere heiße Tage hintereinander, damit die Leute kommen. „Die Deutschen sind da etwas träge“, meint Wagner, der seinen Kiosk bei schlechter Witterung nicht öffnet. „Wir hatten aber auch schon schlechtere Jahre, deshalb sind wir einigermaßen zufrieden. Wir hoffen jetzt auf den Spätsommer.“ Der Silbersee ziehe nicht nur Erholungssuchende aus der näheren Umgebung an, sondern durchaus von weit her, erläutert der Kioskbetreiber, der auch für den Badestrand und die große Liegewiese zuständig ist. Dort schaut er regelmäßig nach dem Rechten. „Wir haben Stammgäste aus Heidelberg, Kaiserslautern und Kirchheimbolanden.“ Was den Baggersee auszeichne, sei seine Größe und die gute Wasserqualität. Beides schätzten Schwimmer, Segler und Surfer. Das Angebot an seinem Kiosk beschreibt Wagner als sehr vielfältig für ein Geschäft dieser Größe. „Wir bieten sogar Pizza an und veranstalten Grillabende. Beides ist bei unseren Gästen sehr beliebt.“ Das habe sich auch bei den Beschäftigten im neuen Gewerbegebiet Auf dem Wörth herumgesprochen, die gerne nach Feierabend vorbeikämen.

Verärgert über Müll

Was ihn dagegen ärgert, ist der Müll, den Besucher am Badestrand und auf der Liegewiese hinterließen. Auch frei laufende Hunde sorgten für Ärger. „Wir haben viele Beschwerden von Gästen, die sich von den Hunden gestört fühlen. Viele Hundebesitzer sind da trotz Verbotsschildern leider sehr uneinsichtig“, sagt der Kioskbetreiber. Problematisch sei, dass der Bade- und Liegebereich nicht vom Rundweg um den Silbersee, auf dem Hunde erlaubt sind, abgetrennt sei, erklärt Frank Unvericht, Chef des Ordnungsamts in Bobenheim-Roxheim. „Im Prinzip müssten wir da jemanden zur Kontrolle abstellen, aber das können wir personell nicht leisten.“

Parksituation habe sich verbessert

Erheblich gebessert habe sich dagegen die Parksituation. „In den Vorjahren hatten wir immer wieder Probleme mit wild parkenden Autos entlang der Kreisstraße, die den Verkehr behindert haben“, berichtet Unvericht. Dazu sei es in dieser Saison auch an den Spitzentagen nicht gekommen. Der Ordnungsamtsleiter führt dies auf die Erweiterung des Parkplatzes zurück: „Es gibt natürlich einige Autofahrer, die keine Parkscheine ziehen, ansonsten hat sich die Situation aber aus unserer Sicht entspannt.“ Ebenfalls positiv: „Bislang hat es in dieser Saison noch keine Vermisstensuche und keine größeren Verletzungen am Silbersee gegeben“, so Unvericht. Auch was Straftaten betrifft, ist es an dem Baggersee in diesem Sommer bisher ruhig zugegangen. Auf Anfrage weist Polizeioberkommissar Manuel Dietrich auf ein paar Fälle hin, in denen Badenden die am Ufer zurückgelassenen Taschen gestohlen wurden. Und auch einige kleine Flächenbrände habe es gegeben. Zu deren Ursache kann Dietrich nichts Sicheres sagen, er vermutet aber eher Achtlosigkeit im Umgang mit Zigaretten und Wasserpfeifen. „Alles in allem ist wenig los gewesen“, berichtet er. Darüber dürften sich vor allem Kioskbetreiber Wagner und die benachbarte Firma Willersinn freuen. In der Vergangenheit hatte Wagner immer wieder unter Einbruchserien und Vandalismus gelitten, und das Kieswerk musste sich gehäuft gegen Hausfriedensbruch wehren. Zu Beginn der Saison musste er für seinen Kiosk neue Bierbänke und Sonnenschirme anschaffen, die immer wieder zerstört worden seien, erklärt Wagner. „In diesem Jahr ist bislang alles heil geblieben.“

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