Rhein-Pfalz Kreis Den Korb direkt genutzt
«Böhl-Iggelheim.» „Die Leute strömen trotzdem“, freut sich Burkhard Grüninger angesichts des Trubels auf dem Hof der Grundschule Böhl. Und das bei Kälte und Regen. „Wir haben ein festes Publikum. Bieten mit einer interessanten Mischung aus Pflanzen und Kunst auch etwas fürs Auge an“, so das Mitglied des Arbeitskreises Ökologie und Ortsentwicklung der Lokalen Agenda 21 Böhl-Iggelheim. „Querbeet waren alle Schärfegrade nachgefragt“, bilanziert Peter Schmid aus Mutterstadt. Mit extra scharfen Sorten des „Chili-Peters“ deckte sich gerade Stammgast Andreas Hebig ein. Nach Schifferstadt gingen der schokofarbene „Trinidad Scorpion“ und der feuerrote „Caroline Reaper“ (zu deutsch: Sensenmann), beide Schärfegrad 10 und mit Ausrufezeichen auf den Pflanzenetiketten versehen, mit. „Bolivianische Obst-“, „Bulgarische Ochsenherz-“ und die kurpfälzische „Handschuhsheimer Feldtomate“: International ging es bei Melanie Grabner zu. Ob blau, gelb, grün, lila, orange, schwarz oder traditionell rot: Tomatenschätze in vielen Farben für Gärten, Gewächshäuser und Töpfe bot die Böhler Gärtnermeisterin an. Stark nachgefragt waren am Stand der pfälzischen Erhalterorganisation „Freie-Saaten.org“ besonders Bohnen. Die reichtragende weiße „Pfalzkrone“ ging ebenso gut weg wie die grüne „Hundert für eine“. „Eine Bohne gepflanzt, hundert geerntet“, sagt Manfred Gerber, der in Iggelheim den Garten „Hortus Zwiwwelzwerch“ beackert, den Sortennamen. Früh übt sich: Selbstgezogene Jungpflanzen von „Bockshorn-Chili“ und „Harzfeuer-Tomaten“ boten die Geschwister Kai und Lisa aus Limburgerhof an. „Wir haben mehr als die Hälfte verkauft“, sagten der Acht- und die 13-Jährige, die am Sonntag auf dem Garten- und Kräutermarkt ihres Ortes weitermachen wollten. „Helft Bienen und anderen Insekten!“, lautete das Motto von Ruth Drumm. Mit Zitronenthymian, Wolfsmilchgewächsen und großblütigen Glockenblumen für blütenbestäubende Käfer, Hummeln, Schwebfliegen, Wild- und Honigbienen bot sie ein reichhaltiges Pflanzensortiment an. „Es gibt eine verstärkte Nachfrage nach insektenfreundlichen Gärten“, hat die Gärtnermeisterin aus Hanhofen beobachtet. Seinen Beitrag dazu leisten möchte der Arbeitskreis Ökologie und Ortsentwicklung, wie Herbert Bender betont. Nachholbedarf sieht der Böhler für Straßen- und Wegränder. Für Balkongärtner hat der Arbeitskreis mit Unterstützung einer Iggelheimer Gärtnerei einen Kasten mit insektenfreundlichen Pflanzen zusammengestellt. Aber auch das Thema umweltfreundliche Mobilität im Ort hat die Initiative auf der Agenda. Kein Zufall, dass Bender mit dem Fahrrad da war. Mit ihren Holzskulpturen hat Heike Röhrig den Sprung über die Bahnlinie gewagt. „Alles Einzelstücke zwischen Kunst und Kunsthandwerk“, sagt die Künstlerin aus Iggelheim, die für sich die Gelegenheit genutzt und sich in Böhl „sehr gerne vorgestellt hat“. Nach Ostern ist vor Ostern: Diethelm Braun aus Neuhofen konnte sich über einen guten Absatz seiner Terrakotta-Ostereier ebenso freuen wie über Verkauf von Weidenkörben. Natürlich wurde der ein oder andere davon gleich für die Einkäufe genutzt.