Rhein-Pfalz Kreis Debatte um Supermarkt-Standort

Auf dem Tennenplatz (rechts) in der Mitte Neuhofens könnte ein neuer Supermarkt entstehen. Mit dieser Lösung hadern jedoch vor a
Auf dem Tennenplatz (rechts) in der Mitte Neuhofens könnte ein neuer Supermarkt entstehen. Mit dieser Lösung hadern jedoch vor allem diejenigen, die um das Areal herum wohnen. Ein bisschen Zeit zu überlegen ist noch: Wasgau wird seine Filiale in der Carl-Reiß-Straße länger als geplant betreiben.

«Neuhofen.» Zu klein und nicht mehr zeitgemäß soll die Filiale des Wasgau-Markts in der Carl-Reiß-Straße sein. Das Unternehmen will sich vergrößern oder eben ganz auf den Standort Neuhofen verzichten. Doch wohin könnte ein neuer Supermarkt gebaut werden? Das beschäftigt derzeit nicht nur die Ortspolitiker und das Unternehmen Wasgau, sondern auch die Dorfbewohner. Im Gespräch sind derzeit zwei Möglichkeiten: Ein neuer Wasgau-Markt könnte auf einem Grundstück in der Industriestraße neben Aldi entstehen. Oder eben auf dem Areal des jetzigen Tennensportplatzes (wir berichteten mehrfach) – und diese Variante scheint zunächst auch die realistischere zu sein. Das örtliche Einzelhandelskonzept sieht nämlich eigentlich nicht vor, dass sich im Gewerbegebiet noch ein Einkaufsmarkt ansiedelt. Deshalb werden die Ortsgemeindeverwaltung und die Fraktionen in den nächsten Tagen ein Gespräch mit der zuständigen Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) führen. Dabei soll geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen die Behörde einem Neubau in der Industriestraße trotzdem zustimmen könnte. Für eine Baugenehmigung in der Ortsmitte hingegen gibt es laut Einzelhandelskonzept weniger Einschränkungen. Eine Entscheidung ist noch nicht in Sicht und dennoch tauscht man sich im Dorf bereits lebhaft aus. Künftig in der Ortsmitte einkaufen zu können, würden viele Neuhofener begrüßen. Aber es gibt auch zahlreiche Gegner dieses Standorts. Die Anwohner rund um den Sportplatz befürchten mit der Ansiedlung eines Markts erhebliche Beeinträchtigungen, vor allem Lärmbelastungen. Walter Hauck etwa vermutet, dass mit Anlieferungen rund um die Uhr zu rechnen ist und die Klimaanlagen der Lastwagen und des Gebäudes Tag und Nacht laufen. Noch nicht mal sonntags hätte man seine Ruhe, weil in der Regel die Bäckereien und Cafés in den Märkten geöffnet hätten. Zudem sei durch das erhöhte Verkehrsaufkommen auch mit verstärkter Feinstaubbelastung zu rechnen. Das alles wollen die Bürger, die im Siedlerweg und Auf der Hasenplatte wohnen, so nicht hinnehmen und informierten sich über den aktuellen Sachstand bei Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP). „Bei diesem Informationsgespräch bekamen wir aber den Eindruck, dass der Neubau eines Marktes auf dem Sportplatz deutlich bevorzugt wird“, sagt Marlies Hauck. Die Anwohner wollen auch nicht so recht an die Argumente der Verwaltung glauben, dass eine Baugenehmigung in der Industriestraße von der SGD verwehrt werden könnte. Und sie stellen sich die Frage, warum in Neuhofen nicht möglich sein soll, was in fast allen anderen Gemeinden schon üblich ist. „Die Entwicklung geht andernorts doch dahin, dass Supermärkte in Gewerbegebieten am Ortsrand gebaut werden. Neuhofen hingegen würde sich mit dem Neubau auf dem Sportplatz noch mehr Verkehr in den Ort holen“, befürchtet Helmut Schäfer. Das Verkehrsaufkommen in der Jahnstraße sei jetzt schon sehr hoch und würde noch zunehmen. Dann habe Marohn noch das Argument vorgebracht, dass ein Supermarkt am Ortsrand von Neuhofen Kunden aus den Nachbargemeinden anlocken könnte, die dann nicht mehr bei sich vor Ort einkaufen würden. Das Geschäftsleben der Nachbarn benachteiligen wolle er nicht. Nach Ansicht der protestierenden Bürger ist dieser Einwand jedoch nicht nachzuvollziehen. Außerdem wird diskutiert, ob ein Markt in der Ortsmitte besser zu Fuß erreichbar ist. Die Gegner des Standorts Mitte sind der Meinung, dass die wenigsten Bürger noch zu Fuß unterwegs seien und für ältere Menschen sei, je nachdem wo in Neuhofen sie wohnen, auch der Weg in die Dorfmitte zu weit. Ein angenehmeres Einkaufserlebnis verspricht sich André Mathibe jedenfalls am Ortsrand. Dort könne man zwischen den Alternativen wählen oder auch mehrere Geschäfte besuchen. Geht es nach dem Willen der Bürger, die in der Ortsmitte wohnen, können sie gut mit dem Sportplatz vor ihrer Haustür leben. Das sei aber kein Muss. „Uns geht es gar nicht darum, privilegiert zu werden. Wenn beispielsweise der jetzige Tennenplatz für Wohnungen gebraucht würde, hätten wir dafür volles Verständnis“, betont Kurt Weis.

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