WALDSEE RHEINPFALZ Plus Artikel Camper „Auf der Au“ üben scharfe Kritik an Philibert Zimmermann

Von Schließung bedroht: Campinggebiet „Auf der Au“.
Von Schließung bedroht: Campinggebiet »Auf der Au«.

Nach neuen Kooperationen jetzt neuer Zwist rund um die Zukunft des Campinggebiets „Auf der Au“ bei Waldsee: Lange Zeit schienen die organisierten Camper und die öffentlich in Erscheinung tretende Gruppe von Grundstückseigentümern an einem Strang zu ziehen. Mit dem Frieden ist es jetzt vorbei.

Die Camper, organisiert im Verein Camping-IG in den Rheinauen, und die Betreiber-GmbH Naherholung in den Rheinauen, hatten sich auf ein gemeinsames Modell geeinigt: Die GmbH übernimmt die Verwaltung, die Camper betreiben den Platz. Ein Teil der Grundstückseigentümer findet diese Lösung nicht gut. Sie haben, wie berichtet, weitere Gespräche mit der GmbH kategorisch abgelehnt. Einige Eigentümer hatten die in der Vergangenheit angebotenen Pachtverträge für die Zeit nach 2021 (mit deutlich reduzierter Pacht) nicht unterschrieben. Ob es genug Unterschriften für die neuen Vertragsentwürfe (mit gegenüber dem ersten Entwurf leicht erhöhter Pacht) gibt, ist noch offen.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der Ortsgemeinde Waldsee finden mit Ausnahme der FWG die Lösung „GmbH mit Campern“ einen guten Kompromiss. „Ich appelliere an die Grundstückseigentümer, das Angebot anzunehmen und nicht nur an die Einnahmen, die beträchtlich waren, sondern auch an die Camper zu denken“, sagte Wolfgang Kühn (SPD) bei der jüngsten Sitzung. Michael Fouquet (CDU) erinnerte an die soziale Komponente beim Thema Camping: „Man sollte nicht vergessen, dass es viele gibt, die das sehr gerne machen.“

„Einseitig informiert“

Scharfe Kritik äußert derweil Campervereinsvorsitzende Ursula Schmidt an Philibert Zimmermann, dem Sprecher der Eigentümergruppe: So kritisiert sie in einer Stellungnahme, dass Zimmermann zu einem Infoabend Anfang März nur die Eigentümer eingeladen habe und nicht den Campingverein. Damit sei klar gewesen, „dass auch hier wieder nur einseitig informiert werden sollte“, schreibt Schmidt. Eine enge Zusammenarbeit der Camper mit den Eigentümern habe es so nicht gegeben, da Zimmermann hauptsächlich alleine aufgetreten sei. Der Verein habe seit Monaten um eine Versammlung mit allen Eigentümern gebeten. „Da hätte man auf Wünsche und Forderungen eingehen können oder klären, was machbar ist und was nicht“, schreibt Schmidt. Das habe Zimmermann mit dem Argument, dies habe alles noch Zeit, abgelehnt.

Schmidt kritisiert, dass Zimmermann eigene Pläne verfolgt habe und auch gegenüber den übrigen Grundstückseigentümern nicht mit offenen Karten spielte. Von seiner Seite seien „immer mehr Forderungen“ gekommen, „was auch zu einem Vertragsentwurf führte, den er als endgültige Version verkauft“ habe, der aber tatsächlich nur ein erster Entwurf gewesen sei. Schmidt glaubt, dass es tatsächlich um persönliche Animositäten zwischen Zimmermann und Landrat Clemens Körner (CDU) gehe. „Nur schade, dass er die Sache auf dem Rücken der Camper und der Eigentümer austrägt“, schreibt sie.

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