Rhein-Pfalz Kreis Bunt, bunt, bunt sind alle meine Blätter

... werden Blätter erst bunt ...
... werden Blätter erst bunt ...

Der Wald wird wieder bunt, und die Blätter fallen. Die Schlaumeier unter euch wissen vielleicht, warum sich das Laub verfärbt. Aber ich habe mal lieber den Bildungsförster im Rhein-Pfalz-Kreis, Volker Westermann, gefragt, und jetzt weiß ich es auch. Passt mal auf, was ich alles erfahren habe.

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und die Nächte schon ziemlich kalt sind, ist das ein Signal für die Bäume, ihren Blättern rechtzeitig vor dem Wintereinbruch das wertvolle Chlorophyll zu entziehen. „Das Chlorophyll ist der grüne Farbstoff, der das Licht für die Fotosynthese einfängt“, erklärt Volker Westermann vom Forstamt Pfälzer Rheinauen, zu dem beispielsweise das Altrheingebiet in Bobenheim-Roxheim gehört. „Der Farbstoff wird in den Zweigen, im Stamm und in den Wurzeln bis zum Frühjahr gespeichert. Ist das Chlorophyll aus den Blättern, kommen gelbe, orangene und rote Farbstoffe zum Vorschein, die bislang überdeckt waren. Die Folge: Der Wald wird bunt.“ Aha, so läuft das. Und was macht der Baum mit dem gespeicherten Chlorophyll? „Also“, sagt Volker Westermann und holt tief Luft: „Der Baum speichert die Grundbausteine des Chlorophylls – das sind im Wesentlichen Magnesium und Stickstoff. Der Baum denkt sich: ,Diese Stoffe sind so wichtig, die behalte ich mal lieber.‘ Und in der Tat, braucht er alles wieder, wenn es Frühling wird: Die Blätter kommen ja grün raus – und nicht gelb, stimmt’s?“ Da hat er recht. Klingt plausibel, was er da erzählt. Und was hat es mit der Fotosynthese auf sich? „Das ist ein Vorgang, bei dem aus Kohlendioxid Sauerstoff und Traubenzucker wird. Und zwar mithilfe von Sonnenlicht. Der Sauerstoff ist nur ein Abfallprodukt für den Baum, aber für Menschen und Tiere ganz wichtig. Den Traubenzucker braucht der Baum, um sich aufbauen zu können.“ Ganz schön schlau, so ein Förster. Ob er auch die fallenden Blätter erklären kann? „Wenn der Baum alles aus den Blättern herausgezogen hat, was er braucht, bildet sich eine Trennschicht zwischen Zweig und Blatt – ähnlich der löchrigen Linie eines Notizblocks, an der man das Papierblatt abreißt. Kommt ein Windstoß, segelt das Blatt zu Boden.“ Okay. Aber das passiert ja jedes Jahr im Herbst. Warum laufen wir im Wald also nicht in Bergen von Laub herum? Förster Westermann verrät mir, dass es im Wald viele kleine Bodenlebewesen gibt. Eine Handvoll Waldboden enthält mehr Lebewesen, als Menschen auf der Erde leben. Und diese kleinen Kerlchen – darunter sind zum Beispiel Saftkugler und Regenwürmer – können auf einer fußballfeldgroßen Fläche bis zu vier Tonnen Laub zersetzen. Die Serie Zeitungsbiber Nils streift gerne durch die Natur im Rhein-Pfalz-Kreis. Im Herbst sind ihm so viele tolle Dinge aufgefallen, dass er ihnen auf den Grund gehen möchte.

... und später braun.
... und später braun.
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