Rhein-Pfalz Kreis „Bewegungsunsicherheit nimmt zu“
«Bobenheim-Roxheim.» Springen, laufen, hüpfen: An acht Stationen dürfen sich die Kleinen der Integrativen Gemeindekindertagesstätte Bobenheim-Roxheim am morgigen Donnerstag nach Lust und Laune bewegen. In Zusammenarbeit mit der Bernd-Jung-Stiftung sind die Zwei- bis Sechsjährigen zur Mitmach-Olympiade aufgerufen. Matthias Dewald, Leiter der Kita, und Erzieherin Gordana Weisser erzählen im Gespräch über Bewegungsunsicherheit und darüber, wie man Kindern Lust auf Sport macht.
Es gibt keinen Tag, wo wir nicht draußen sind. Bewegung sollte ein Grundbedürfnis der Kinder sein: Es muss nicht in den Alltag integriert werden, es ist ein Bestandteil davon. Wie fit sind die Kinder von heute denn? Dewald: Viele Kinder, nicht nur hier in der Einrichtung, haben Probleme mit Übergewicht und der Bewegung. Wir sind viel unterwegs, oft draußen auf Spielplätzen. Da merken wir schon, dass die Kinder relativ schnell ermüden. Dass es daran hakt, das Gleichgewicht zu halten, wenn sie auf einem Baumstamm balancieren. Oder dass sie Angst haben zu klettern, weil sie bewegungsunsicher sind. Das ist nicht die Allgemeinheit, aber es fällt auf, dass die Bewegungsunsicherheit zunimmt. Das ist auch ein Grund für die Olympiade. Wie unterschiedlich verhalten sich Kinder denn beim „stillen“ Spielen und beim Bewegen? Weisser: Die Kommunikation ist anders. Wenn wir ein Buch lesen, erzählen die Kinder vor allem darüber, was da drin steht. Beim Sport erzählen sie, was sie selbst erlebt haben: Dass sie auch schon mal auf diesem Spielplatz waren etwa. Dewald: Bewegte Kinder lernen schneller, haben ein aktiveres Hirn und ein besseres Kommunikationsverhalten. Was ist das Ziel der Mitmach-Olympiade? Dewald: Wir wollen den Kindern vermitteln, dass Bewegung Spaß macht. Es geht nicht um die Leistung, nicht darum, wer besser oder schlechter ist, sondern um den Spaß. Welche Stationen gibt’s denn? Weisser: Es geht vor allem um die Koordination und Sinneswahrnehmung. Die Kinder laufen zum Beispiel Slalom, müssen über eine Stange darübersteigen und bei der nächsten unten drunter durchklettern oder eine Seilleiter durchlaufen. An welcher Station würden Sie denn am liebsten mitmachen? Weisser: Es gibt keine, an der ich nicht mitmachen will (lacht). Muss es so eine relativ aufwendige Veranstaltung sein, um den Kindern Lust auf Bewegung zu machen? Weisser: Nein. Es reicht ein Ball. Es reicht auch ein Tempopäckchen für das Spiel „Ein Fuchs geht um“. Man muss den Kindern nicht immer ein Sportgerät an die Hand geben, man kann auch mit wertfreien Materialien Bewegungsspiele machen. | Interview: Nina HeiserDOPPELTERZEILENUMBRUCH