Rhein-Pfalz Kreis Besucher aus nah und fern

Fussgönheim. Bei der 35. Fußgönheimer Vorweihnacht des Heimat- und Kulturkreises haben am Wochenende zahlreiche Aussteller ihre Waren in der Schlossscheune präsentiert. Besucher konnten sich auch die Ausstellung „Mythos – Friedrich der Große“ anschauen. Die Vorweihnacht ist noch am Samstag, 22., 10 bis 18 Uhr, und Sonntag, 23. November, 11 bis 18 Uhr, geöffnet.

Neben selbst gemachten Marmeladen und Keksen, Adventsdekoration aus Holz, Weihnachtskugeln aus Glas, Stoffherzen, Plüschtieren, Seifen, Filzhüten, Lederarmbändern und einem breiten Sortiment an Besen – alles liebevoll handgearbeitet – bietet die Vorweihnacht auch einige sehr originelle Sachen an. Dazu zählen etwa „Roselinis Gugelhüpfer – die kleinsten Kuchen der Pfalz“, Christbaumschmuck aus Nussschalen, handgeklöppelter Edelstahlschmuck oder Angelika Hoffmanns „Einzigartiges aus Großmutters Aussteuerschrank, veredelt zu Unikaten“. Hoffmann entwirft schon seit vielen Jahren ausgefallene Kleidungsstücke und liebt Antiquitäten. „Ich bin von Geburt an ein kreativer Mensch. So entstand irgendwann die Idee, antike Stoffe in moderne und dennoch zeitlose Unikate zu verwandeln“, erklärt sie ihr Hobby. Qualität und Originalität sind die Kriterien, nach denen Marie-Luise Bingemann, Organisatorin der Vorweihnacht, die Aussteller aussucht. Bis zu 35 Plätze kann sie den Ausstellern anbieten. „Dieses Mal haben wir 34 belegt, meistens sind es rund 30“, sagt sie. Angefangen hat die Vorweihnacht 1979 mit nur fünf Teilnehmern, die nicht verkaufen durften. Sie sollten vermitteln, wie man zum Beispiel Weihnachtsschmuck selbst herstellen kann, berichtet Bingemann und ergänzt: „Aber die Besucher haben erwartet, dass sie Produkte auch kaufen können. Da hat die Nachfrage den Weg der Vorweihnacht bestimmt.“ Die Qualität hat sich mittlerweile rumgesprochen. „Wir haben Besucher aus Lousanne, die regelmäßig kommen und einen Mann aus England, der lange hier gelebt hat.“ Der Erfolg beruht aber auch auf den Vorführungen des Heimatvereins. Thea Diehl, gelernte Wäscherin und Plätterin, stellt ihren ehemaligen Beruf mit sichtlicher Leidenschaft vor. Mit einem Stampfer aus Stahl, der ein wenig an ein zu groß geratenes Teesieb mit Stiel erinnert, stampft sie in einer heißen Waschlauge aus Wasser und Kernseife die Wäsche. „Durch die Löcher kommt Sauerstoff in die Kleidung und Schmutz wird rausfiltriert“, erzählt Diehl, die beobachtet hat, dass die Jugend an ihrem Handwerk sehr interessiert ist. Deswegen will sie den jungen Leuten im kommenden Jahr zur Osterausstellung und zur Vorweihnacht kostenlos beibringen, wie man zum Beispiel ein Hemd oder Omas alte Spitzendecken plättet. Gerade junge Männer interessieren sich fürs Plätten ihrer Hemden, denn: „Heute trägt man wieder steife Kragen“, berichtet sie. (udn)

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