Rhein-Pfalz Kreis Bauhof sehr gut aufgestellt
«Mutterstadt.»Der Mutterstadter Bauhof verfügt über genau die richtige Anzahl an Mitarbeitern, um seine Aufgaben zu erfüllen. Zudem ist das Personal fachlich sehr kompetent und weist einen unterdurchschnittlichen Krankenstand auf. Zu diesem Ergebnis kommt ein Experte, der die Organisation des Gemeindebetriebs untersucht und seine Ergebnisse am Dienstag dem Gemeinderat vorgestellt hat. Doch er sieht auch Verbesserungsmöglichkeiten.
möchte seinen bisherigen Bauhof neben der Pestalozzi-Grundschule aufgeben und im Gewerbegebiet An der Fohlenweide einen Neubau errichten. Neben der Schule soll eine neue Kindertagesstätte entstehen (wir berichteten). Damit der neue Bauhof-Standort bei der Planung möglichst optimal auf die Anforderungen ausgerichtet werden kann, hat der Rat den gemeindeeigenen Betrieb und seine Arbeitsorganisation überprüfen lassen. Mit der Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung des Neubaus beauftragte der Rat derweil das Architekturbüro Bedner aus Kaiserslautern für etwas mehr als 184.000 Euro. Analyst Ralf Dommermuth befürwortete den geplanten Umzug. Denn der momentane Standort liege logistisch ungünstig. Das neue, rund 8000 Quadratmeter große Gelände biete hingegen gute Entwicklungsmöglichkeiten. Der Berater habe sämtliche Befunde in einer Bewertungsmatrix festgehalten, die die Kommune fortschreiben solle. „Sie umfasst 40 Din-A3-Seiten und mehr als 800 Positionen“, sagte Dommermuth. Die 25,13 Planstellen entsprächen fast genau dem errechneten Personalbedarf. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter betrage 48 Jahre, ein Drittel davon werde in den nächsten zehn Jahren in Ruhestand gehen. Diesem Umstand gelte es bei der Personalplanung Rechnung zu tragen. Und: Der Mutterstadter Bauhof verfüge über ein sehr gutes Team mit einem erfreulich geringen Krankenstand. Bei etwa 80 Prozent der Aufgaben des Bauhofs handle es sich um Daueraufträge, stellte Dommermuth fest, hinzu kämen ungefähr 1000 Einzelaufträge aus den Fachabteilungen des Rathauses. Die Letztgenannten würden oft mündlich erteilt. An dieser Stelle empfahl Dommermuth, ein Formular zu verwenden und dafür am besten eine geeignete Software anzuschaffen. Die Anschaffungskosten dafür bezifferte er auf 8000 bis 12.000 Euro. Vorteil: Was es zu erledigen gilt, wie lange das dauert und was es kostet – all das könnte so automatisiert erfasst werden, was wiederum alle Beteiligten entlasten würde. Denselben Effekt hätte eine konsequente(re) Einsatzplanung: Häufig würden Dinge noch auf Zuruf erledigt, wofür die aktuelle Tätigkeit unterbrochen und später fortgesetzt würde. „Das kostet bis zu 20 Prozent Arbeitszeit, Notfälle natürlich ausgenommen, in denen wirklich sofort etwas getan werden muss“, sagte der Experte. In diesem Zusammenhang regte er auch regelmäßige Dienstbesprechungen an. Zudem sei der Fuhrpark teils überaltert. Diesem Punkt habe sich die Gemeinde mit ihrem Fuhrparkkonzept aber bereits angenommen. Für die Zukunft riet Dommermuth, alte Fahrzeuge eventuell früher zu ersetzen. Aktuelle Anforderungen könne der Mitarbeiterstab bestens abdecken. Doch auch wegen des geplanten Neubaus solle sich die Gemeinde überlegen, was sie möchte und zum Beispiel ihre Pflegestandards im Grünbereich überarbeiten. Letztlich könnten bis zu 7,78 zusätzliche Planstellen erforderlich werden – ein theoretischer Maximalwert, betonte er. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) sah in den Ergebnissen eine solide Grundlage für die weitere Planung. Bauabteilungsleiter Werner Klein beruhigten die Ergebnisse: „Sie bescheinigen uns eine sehr gute und richtige Personalplanung, obwohl bei Rechnungsprüfungen immer von viel Personal die Rede ist.“ Nun sollen die Ergebnisse in den Fraktionen und zuständigen Fachausschüssen weiter beraten werden.