Rhein-Pfalz Kreis Bahn frei für Beregnungstrasse

Mit dem Bescheid der Wasserbehörde wurde eine weitere wichtige Hürde für das Projekt genommen, um Wasser aus dem Otterstädter Al
Mit dem Bescheid der Wasserbehörde wurde eine weitere wichtige Hürde für das Projekt genommen, um Wasser aus dem Otterstädter Altrhein (unser Bild) herzupumpen.

Beindersheim/Bobenheim-Roxheim: Die Obere Wasserbehörde erlaubt den Bau einer Hauptleitung, die für die Landwirtschaft Wasser vom Otterstadter Altrhein in das Gebiet nördlich der Autobahn 6 transportieren soll. Die Vertreter zweier Gemeinden in dem Gebiet befürchten dadurch einen Anstieg des Grundwassers. Die Behörde aber meint, „dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt ist“.

Die Finanzierung der 4680 Meter langen Leitung, die Altrheinwasser auf die Felder zwischen Beindersheim, Großniedesheim und Bobenheim-Roxheim bringen soll, steht seit Ende Oktober vergangenen Jahres – seit das Land einen Zuschuss von 5,8 Millionen Euro in Aussicht gestellt hat. Jetzt wurde die zweite Hürde für das Projekt genommen, auf das die Landwirte hoffen: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd hat in ihrem Bescheid vom 18. August erlaubt, dass die Hauptzubringerleitung in das 720 Hektar große zukünftige Beregnungsgebiet verlängert werden darf.

Brunnen keine Lösung

Bisher bewässern die Bauern dort mit Brunnen. Seit das Wasserschutzgebiet Frankenthal eingerichtet wurde, dürfen sie nur noch den oberflächennahen Grundwasserleiter anzapfen, damit die tieferen Schichten geschützt bleiben. Doch dieser führe zu wenig Wasser, klagten Bauern. Bohrungen gefährdeten außerdem die Qualität des Grundwassers, befürchten die Wasserwirtschafter. Das Schöpfen aus einzelnen Brunnen stelle daher „keine nachhaltige Lösung für eine zukunftssichere landwirtschaftliche Beregnung dar“, schreibt nun die Wasserbehörde der SGD in ihrer Begründung für den Bescheid.

Keine Verschlechterung des Zustands

Wenn die Bauern künftig kein Wasser mehr dem Grundwasser entnehmen und den Betrieb ihrer Brunnen einstellen, sei „allenfalls von einem geringen Grundwasseranstieg auszugehen“, meint die SGD Süd. „Es werden sich dadurch zwangsläufig die ,natürlichen’ Grundwasserstände wieder so einstellen, wie sie ohne Grundwasserentnahme für die landwirtschaftliche Beregnung waren. Die Gefahr der Vernässung von Kellern durch einen hohen Grundwasserstand in bestimmten Gebieten bestand also schon immer aufgrund der natürlichen Gegebenheiten und hätte von jeher bei der Bebauung (vom Bauherrn) berücksichtigt werden müssen.“ So lautet die Argumentation der Fachleute. Es trete durch die Beregnung keine Verschlechterung des natürlichen Zustands ein.

Grundwasserstand steigt an

Die Behörde verweist auf das Gutachten „Landwirtschaftliche Beregnung im Wasserschutzgebiet der Stadtwerke Frankenthal“ vom Büro Björnsen von 2012. Darin hatten die beratenden Ingenieure errechnet, dass das Grundwasser am nordöstlichen Ortsrand von Beindersheim mit der zentralen Beregnung um bis 15 Zentimeter ansteigen wird und um bis zu 20 Zentimeter am nordöstlichen Rand von Großniedesheim. Mit fünf Zentimetern seien die Häuser im Südwesten Bobenheim-Roxheims betroffen.

Termin

Der Bescheid wird Thema der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Beindersheim am morgigen Dienstag um 18.30 Uhr im Rathaus sein. Weitere Themen sind das Einzelhandelskonzept, Aufträge für die Einrichtung der Begegnungsstätte und die Fotovoltaikanlage auf dem protestantischem Kindergarten.

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