Rhein-Pfalz Kreis Ausschankverbot für Protestpinkler

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«Bobenheim-Roxheim.» An Pfingsten legen sich Fußballer des Sportclubs Bobenheim-Roxheim in Feierlaune mit dem Bürgermeister an – und kassieren eine deftige Strafe.

Spät abends beim Bürgerfest fackelt einer in der Sportlerrunde ein bengalisches Feuer ab, was nach Ansicht des hinzukommenden Dorfchefs Michael Müller (SPD) die Sicherheit gefährdet. Er schimpft mit den Männern, und diese lassen ihrem Frust später freien Lauf, indem sie an das Werbebanner der Gemeindewerke pinkeln. Dabei werden gleichzeitig die Kindergartencontainer am Rathaus mit Urin verschmutzt. Das geht ja nun gar nicht, denkt sich der Bürgermeister und sinnt auf Bestrafung. Im Hinterkopf hat er, wie viel die Gemeinde beziehungsweise ihre Werke dem Sportclub schon an Spenden in Form von Trikotwerbung haben zukommen lassen. Das Ergebnis seiner Überlegungen: Der Club muss eine Geldbuße von 380 Euro zahlen, und seine Fußballabteilung darf für den Rest des Jahres nicht mehr aktiv an den Dorffesten teilnehmen. Das heißt: Sie darf keinen Ausschank betreiben, um Geld für die Abteilungskasse zu erwirtschaften. Der Erste Beigeordnete Frank Peter (CDU) kritisiert die Entscheidung und ruft die Kommunalaufsicht an. Seiner Ansicht nach hat Michael Müller seine Kompetenzen überschritten, weil Vereine, Sicherheit und Ordnung in Peters Geschäftsbereich fallen. Er hätte die Strafe zumindest mit ihm absprechen müssen. Die Behörde weist das nicht von der Hand, will aber in das Kompetenzgerangel nicht eingreifen, geschweige denn eine Anweisung erteilen. Für die Fußballer bleibt es dabei: Am Gondelfest dürfen sie nicht ausschenken.

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