WALDSEE
„Auf der Au“: Eine Schranke gegen viele Probleme
Wilde Müllablagerungen, Einbrüche, zugeparkte Wege – diese Probleme stören die Campingplatz-Idylle bereits seit längerem. Eine gemeinsame Ursache dieser Probleme: Das Campinggebiet ist nicht nur nicht eingezäunt, es kann auch jeder mit dem Auto drauf fahren. Letzteres soll sich jetzt ändern. Am Hauptweg 3, der ungefähr in der Mitte des Platzes auf die Kreisstraße zwischen Waldsee und Altrip mündet, soll künftig eine Schranke sicherstellen, dass nur Camper auf den Platz fahren können. Um die Kosten niedrig zu halten, hat der Verein „Camping-Interessengemeinschaft in den Rheinauen“ Helfer organisiert, die an drei Tagen das Fundament für die Schranke gelegt haben. „Wir haben zum Teil 25 Helfer an einem Tag gehabt. Das war ganz toll“, berichtet Vorsitzende Ursula Schmidt. Außerdem habe es viele Spenden, zum Beispiel von Zement oder Stromkabeln, gegeben. Die Stromleitungen hätten rund 150 Meter vom Toilettenhäuschen bis zur künftigen Schranke gezogen werden müssen. Nachdem der Beton ausgehärtet sei, setze Mitte August eine Fachfirma die Schranke.
Wildes Parken ein Problem
An die Camper will der Verein dann Karten gegen eine Leihgebühr von 25 Euro ausgeben, mit denen sich die Schranke elektronisch öffnen lässt. Die zwei manuellen Schranken an den Hauptwegen zwei und vier sollen dann dauerhaft geschlossen werden. „Von der neuen Schranke erhoffen wir uns, dass keine fremden Autos mehr auf das Campinggebiet fahren und die viele Fahrerei in den Seitenwegen aufhört“, sagt Schmitt. Es soll auch weniger Müllablagerungen von Ortsfremden geben, die in letzter Zeit ein großes Problem waren – insbesondere in den hinteren, leerstehenden Abschnitten des Campingplatzes. Außerdem verhindere die Schranke, dass Besucher des Marxweihers, die keine Camper sind, auf dem Gelände parken. „Die Autos standen in den Seitenstraßen und zum Teil sogar auf leerstehenden Parzellen“, berichtet Schmitt. Das Durchkommen von Rettungswagen war dadurch teilweise gefährdet. Und auch gegen die Einbrüche und Diebstähle, die es „Auf der Au“ immer wieder gibt, könnte die Schranke helfen. „Wer hier was klaut, braucht ein Auto“, hofft die Vereinsvorsitzende auf einen positiven Effekt. Kosten soll die Sperre laut Schmitt rund 16.000 Euro – die Eigenleistungen des Vereins nicht eingerechnet. Laut Schmitt teilen sich die Camper und die Betreiber-GmbH „Naherholung in den Rheinauen“ die Kosten. Der Anteil der GmbH sei dabei noch offen.
Gebiet stand vor dem Aus
Wie berichtet, stand das Campinggebiet „Auf der Au“ vor dem Aus. Die aktuellen Pachtverträge mit den Grundstückseigentümern laufen Ende 2021 aus. Die Folgeverträge sahen deutlich reduzierte Pachtzahlungen vor. Den Eigentümern, die Land auf dem geplanten verkleinerten Campinggebiet besitzen, war zuletzt ein gegenüber dem ersten Angebot leicht verbessertes Angebot unterbreitet worden. Es unterschrieben nur rund die Hälfte der 92 Eigentümer, die aber drei Viertel des Geländes besitzen. Die GmbH hat sich deshalb entschlossen, um die Flächen der Nicht-Unterzeichner herum zu planen. Die „Naherholung in den Rheinauen GmbH“, deren Gesellschafter zu 90 Prozent der Rhein-Pfalz-Kreis und zu zehn Prozent die Ortsgemeinde Waldsee sind, übernimmt die Verwaltung. Der Verein der Camper wickelt den Betrieb des Campingplatzes vor Ort ab.
Die Flächen rund um den neuen Campingplatz wird die GmbH von den Grundstückseigentümern nicht anmieten. Dort soll bis Ende 2021 alles zurückgebaut werden.