WALDSEE RHEINPFALZ Plus Artikel „Auf der Au“: Camper dürfen auch nach 2021 bleiben

Campinggebiet „Auf der Au“ bei Waldsee: Die Grundstücksverhältnisse gleichen einem Flickenteppich. Nur ein Teil der Eigentümer h
Campinggebiet »Auf der Au« bei Waldsee: Die Grundstücksverhältnisse gleichen einem Flickenteppich. Nur ein Teil der Eigentümer hat die neuen Verträge unterschrieben. Für die Planer wird es eine Herausforderung, ein verkleinertes, zusammenhängendes Campinggebiet zu gestalten.

Der Campingbetrieb „Auf der Au“ geht auch nach 2021 weiter. Das Bangen der Dauercamper in den vergangenen Wochen und Monaten hat ein Ende. Doch ganz so einfach wird es nicht. Es steht nur ein Teil des eigentlich für einen verkleinerten Platz gewünschten Geländes zur Verfügung. Die Planer müssen sich noch einiges einfallen lassen.

Die Waldseer Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU) berichtete in der Sitzung des Ortsgemeinderates Waldsee am Donnerstagabend von der wenige Stunden zuvor zu Ende gegangenen Sitzung des Aufsichtsrates der GmbH „Naherholung in den Rheinauen“. Die aktuellen Pachtverträge mit den Grundstückseigentümern laufen Ende 2021 aus. Wie berichtet, war den Eigentümern, die Land auf dem zukünftig geplanten, verkleinerten Campinggebiet besitzen, ein verbessertes, aber dennoch deutlich niedrigeres Angebot als in den vergangenen Jahrzehnten unterbreitet worden.

Auch nach Ablauf der Frist Mitte Mai sind noch einige unterschriebene Verträge bei der Verwaltung eingegangen. Insgesamt haben 47 der 92 Eigentümer, deren Land auf dem Gebiet des künftig geplanten, verkleinerten Campingplatzes liegt, den Vertrag unterschrieben. Das seien zwar nur 51 Prozent, doch das dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese etwa rund drei Viertel des Lands besitzen, sagte Klein. Zum Glück gebe es größere und kleinere zusammenhängende Flächen, die aber alle miteinander verbunden werden können.

Planungsauftrag vergeben

Die GmbH hat nun einen Planungsauftrag vergeben, denn so wie ursprünglich geplant könne das Campinggebiet nicht verwirklicht werden. Zunächst soll eine Bestandsanalyse gemacht werden, dann festgelegt, wo Toilettenanlagen errichtet werden können und welche Wege verlegt werden müssen, sodass alle Campingparzellen erreicht werden können. Es wird also um die Flächen, die nicht angepachtet werden können, herum geplant. „Das wird eine Herausforderung“, sagte Klein.

Die Eigentümer, die nicht unterschrieben haben, haben das Recht, ihr Grundstück anzufahren, dürfen aber Campingplatz-Einrichtungen nicht nutzen. Die GmbH werde von sich aus das Gespräch mit diesen Eigentümern nicht mehr suchen. „Gesprächsbereitschaft bei uns war die ganze Zeit da, mancher Eigentümer hat das auch genutzt, und wir sind weiter gesprächsbereit“, machte Klein deutlich. Auch jetzt noch werden unterschriebene Verträge angenommen.

Am vorgesehenen Betreiberkonzept ändert sich nichts. Die „Naherholung in den Rheinauen GmbH“, deren Gesellschafter zu 90 Prozent der Rhein-Pfalz-Kreis und zu zehn Prozent die Ortsgemeinde Waldsee sind, übernimmt die Verwaltung und Veränderungen der Infrastruktur. Der Verein der Camper wickelt den Betrieb des Campingplatzes vor Ort ab.

Teil wird zurückgebaut

Die Flächen rund um den neuen Campingplatz wird die GmbH von den Grundstückseigentümern nicht anmieten. Die Eigentümer hätten sie für zwei Cent pro Quadratmeter an die GmbH verpachten können. Dazu waren allerdings bei weitem nicht alle bereit. Das Land, das hätte angepachtet werden können, hätte nicht zu größeren Flächen zusammengefasst werden können. „Dort wird bis Ende 2021 alles zurückgebaut“, erklärte Klein.

Das wird auch Auswirkungen auf den Flächennutzungsplan haben, den die Verbandsgemeinde Rheinauen gerade erstellt. Die Ortsgemeinde Waldsee müsse sich nun zusammen mit der Verbandsgemeinde überlegen, als was das Gebiet dann ausgewiesen werden soll. Es sei fraglich, ob das gesamte Gebiet „Auf der Au“ so wie jetzt noch als Campinggebiet eingezeichnet werde, sagte Klein.

Camper-Verein zufrieden

Die Vorsitzende des Vereins „Camping-IG in den Rheinauen“, Ursula Schmidt, freut sich, dass das Hauptziel erreicht ist, den Campingbetrieb über das Jahr 2021 hinaus fortsetzen zu können. „Es ist schön, dass alle Camper bleiben können“, sagte sie auf RHEINPFALZ-Anfrage. Sie geht davon aus, dass die meisten Camper ihre alten Plätze nicht verlassen müssen. „Vielleicht unterschreiben ja noch ein paar weitere Eigentümer“, hofft sie. Sollte doch der ein oder andere Camper auf eine andere Parzelle umziehen müssen, weil sein jetziger Platz nicht im künftigen Gebiet enthalten ist, werde der Verein die Betreffenden unterstützen. Am Samstag um 13 Uhr will der Verein die Camper auf dem Spielplatz des Campinggeländes informieren. Dazu wird auch die Aufsichtsratsvorsitzende, Kreis-Beigeordnete Bianca Staßen (SPD), erwartet.

x