Rhein-Pfalz Kreis „Arbeiten, wenn andere frei haben“

Sabrina Lingenfelder-Faber will erst einmal die Gemeinde und die Menschen vor Ort kennenlernen.
Sabrina Lingenfelder-Faber will erst einmal die Gemeinde und die Menschen vor Ort kennenlernen.

Zuständig für rund 6500 Gläubige in der Pfarrei Heiliger Petrus Bobenheim-Roxheim ist seit 1. August Sabrina Lingenfelder-Faber als neue Gemeindereferentin. Die 47-jährige gebürtige Ludwigshafenerin hat als Nachfolgerin von Barbara Sedlmeier ihr Büro im ersten Stock des Pfarrhauses St. Maria Magdalena in der Rheinstraße 13 bezogen. Morgen wird sie mit einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.

Was Sabrina Lingenfelder-Faber an ihrem Beruf liebt? „Dass ich in einem tollen Team arbeiten kann, geführt von den beiden Pfarrern Andreas Rubel und Michael Baldauf“, erzählt sie. Kommunionkinder, Firmlinge und deren Eltern vorbereiten, Jubilare, Alte und Kranke besuchen, Religionsunterricht geben, Wort- und Kindergottesdienste halten – dies und mehr gehört zum Tätigkeitskreis einer Gemeindereferentin. Vielfältig und interessant sei ihre Arbeit, in der sie mit Menschen unterschiedlicher Generationen zusammentreffe, Organisatorin und Lehrerin sei. Zurzeit erarbeitet Lingenfelder-Faber ein eigenständiges Konzept, das Eltern helfen soll, durch katechetische Gesprächseinheiten den Unterricht für ihre Erstkommunionkinder zu Hause zu ergänzen. In einer vierten Grundschulklasse der gegenüberliegenden Rheinschule wird die 47-Jährige Religionsunterricht geben. Und nach den Herbstferien außerdem den Beerdigungsdienst aufnehmen. „Da muss ich mich erst noch einarbeiten“, sagt sie. Ausgebildet für ihre Arbeit wurde die zierliche Frau mit den langen schwarzen Haaren während ihres sechssemestrigen Studiums der Praktischen Theologie an der Fachhochschule Mainz. Das anschließende Anerkennungsjahr leistete sie in Ludwigshafen. Nach ihrer Aussendung im Speyerer Dom 1995 trat sie ihre erste Stelle als Gemeindereferentin in Kaiserslautern an. Bis 2000 wirkte sie in der Westpfalz-Metropole, danach war sie bis 2010 in Freinsheim tätig. Nebenbei war Lingenfelder-Faber in der Jugendkantorei aktiv und hat eine kirchenmusikalische Ausbildung absolviert. Sabrina Lingenfelder-Faber ist verheiratet, hat zwei Kinder (sieben und neun Jahre) und lebt mit ihrer Familie in Großkarlbach, wo ihr Ehemann eine Destillerie betreibt. Nachdem sie familienbedingt beruflich sieben Jahre pausiert hatte, bewarb sie sich nach Bobenheim-Roxheim und machte unter drei Kandidaten das Rennen. Traumberuf Gemeindereferentin? „Wir arbeiten, wenn andere Leute frei haben“, sagt Lingenfelder-Faber. Menschen, die prinzipiell an dem Job interessiert seien, schreckten oft die Arbeitszeit ab: Die Vollzeit-Stelle mit 39 Wochenstunden entspreche einer Sechs-Tage-Woche mit Morgen- und Abendterminen, die sich zwischen 8 Uhr früh und 23 Uhr abends verteilten, berichtet sie. Das mache die Pflege von Hobbys schwierig. Zudem verlange der Arbeitgeber katholische Kirche einen an konservative Normen gebundenen „ordentlichen Lebenswandel“. Dennoch hält die Gemeindereferentin ihre Tätigkeit für familienkompatibel und freut sich auf ihre neue Aufgabe: „Man braucht Ideale.“ Deutlich vergrößert haben sich in der Kirchenverwaltung die Organisationsstrukturen: Der Pastoralplan von 2015 hat mittlerweile bistumsweit Supergemeinden geschaffen. So sind in der Pfarrei Heiliger Petrus Bobenheim-Roxheim (ehemals katholische Pfarreiengemeinschaft Roxheim) die Gemeinden Beindersheim, Bobenheim, Roxheim, Gerolsheim, Heßheim, Heuchelheim sowie Klein- und Großniedesheim mit insgesamt 6544 Katholiken zusammengeschlossen. Lingenfelder-Faber will sich nun erst einmal Zeit nehmen, sich zu orientieren und die Menschen vor Ort kennenzulernen. Man müsse sich in jeder Gemeinde neu finden, sagt sie: „Ich freue mich auf die Menschen.“ Termin Sabrina Lingenfelder-Faber wird morgen um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena, Rheinstraße 25, bei einer kleinen Einführungszeremonie befragt und in ihrem Amt bestätigt.

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