Rhein-Pfalz Kreis Anlaufpunkt für die Bürger eröffnet

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Mit Häppchen, Sekt und Hüpfburg ist am Samstagvormittag das umgebaute und modernisierte Bürgerbüro in der Lambsheimer Verwaltungsstelle der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim eröffnet worden. Einige Bürger, aber vor allem Mandatsträger und Mitarbeiter – auch aus Heßheim – waren gekommen. Neu ist ein separater Eingang vom Rathausflur aus, daneben ist der Durchgang zur Verwaltung. Hell, freundlich, auf der Sonnenseite gelegen, laden neben dem Infopoint, an dem Sabrina Hüther wirkt, drei weitere Arbeitsinseln den Bürger ein, Platz zu nehmen. Hier arbeiten Rebecca Lembach und Nathalie Diehl. Der dritte Schreibtisch ist für einen Praktikanten, Auszubildenden oder für Verstärkung reserviert. Am Ende des Großraumbüros befindet sich der Backoffice-Bereich, ein Raum für vertrauliche Gespräche. Über ein Sichtfenster in der Tür hat man Einblick, ob das sparsam möblierte Zimmer besetzt ist. Holz und Rundungen in der Gestaltung dominieren, verleihen dem Raum eine warme, persönliche Note, nehmen die Strenge des Amtszimmers. Fast als „Kunst am Bau“ könne man, so Landrat Clemens Körner (CDU) in seinem Grußwort scherzhaft, die Anordnung der Wertstoffsäcke in gelben und grünen, für Papiersäcke blauen Wandboxen bezeichnen. „Sehr gut, auf jeden Fall schöner“ als das bisherige Bürgerbüro urteilt Sabrina Hüther. Der Info-Point ist zusätzlich durch eine kleine Trennwand abgeschirmt. Lautere Gespräche werden dennoch zu ihr durchdringen. „Ich stelle meine Ohren dann auf Durchzug“, sagt sie und lacht. Der Lambsheimer Karl-Heinz Fritz hat hingegen Bedenken, dass bei einem „aufgeregten Gespräch“ der Datenschutz auf der Strecke bleibt. Rebecca Lembach und Nathalie Diehl sind angetan: „Früher sind alle durch unser Büro gelaufen, alles war viel zu eng.“ Das Arbeiten im Großraumbüro seien sie gewöhnt, eine fachübergreifende Einführung sei nicht notwendig gewesen, über Neuerungen und Änderungen gebe es fortlaufende Schulungen. Was jedoch wichtig ist: „Wir verstehen uns untereinander gut.“ „Für uns als Bürger ist es eine Verbesserung“, betont Ratsmitglied Alfred Weicker (CDU), auch wenn er wie Kollege Werner Haubrok (CDU) vermutet, dass „75 Prozent der Leute sich überhaupt nicht drum kümmern“, ob jemand gerade im Beratungsgespräch ist, sondern einfach mit einem „ich hätt emol e Frog“ dazwischengingen. Optimistisch ist Werkleiter Uwe Peter: „Bei komplexen Themen muss natürlich der Fachmann innerhalb der Verwaltung kontaktiert werden. Bürgerbüros sind erste Anlaufstelle, das Ziel ist erreicht, wenn jemand zufrieden geht oder weiß, an wen er sich wenden kann.“ Das Lambsheimer Bürgerbüro wurde seit Januar 2016 innerhalb von drei Monaten „im Bestand“ umgebaut, informierte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Michael Reith (SPD), der von 52 Leistungen sprach, die im Büro angeboten werden. Die Bürgerbüros, die in beiden Verwaltungsstellen gleiche Serviceleistungen erbringen sollen, seien Bestandteil der Fusionsvereinbarung, „um die Akzeptanz der neuen Verbandsgemeinde zu fördern“. Während in Heßheim dieser Dienst komplett neu entsteht, musste das Lambsheimer hinsichtlich Brandschutz aufgerüstet und modernisiert werden. Für beide Büros habe es aus dem Investitionsschutz des Landes 190.000 Euro Förderung gegeben. Die tatsächlich veranschlagten Kosten für Lambsheim waren in der Schlussrechnung von vorgesehenen 169.436 Euro auf 161.073 Euro zurückgegangen. „Das ist nicht selbstverständlich“, betonte Reith, bei Arbeiten der öffentlichen Hand gingen die Kosten doch meist noch nach oben. Landrat Körner betonte, dass trotz heftiger Diskussionen und Sorgen um den Datenschutz die ehemalige Verbandsgemeinde Dudenhofen, in der er Bürgermeister war, eines der ersten Bürgerbüros im Land hatte. Der evangelische Pfarrer Martin Haller bezeichnete die Einrichtung als segensreich und erinnerte daran, dass man sich mit gegenseitigem Respekt begegnen solle, sein katholischer Kollege Raimund Röther wünschte sich, dass man sich mit Herz begegne. (cei) Info Bürgerbüro Lambsheim, Mühltorstraße: Montag und Freitag, 7 bis 12 Uhr, Dienstag 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag, 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr.

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