Rhein-Pfalz Kreis Öl liegt auf Grundwasser
Der Schaden durch Heizöl, das von der Theodor-Storm-Straße in Bobenheim-Roxheim in den Köstengraben gelaufen ist (wir berichteten), hat sich erhöht. In dem Graben müsse „am Ende der Sanierung auf ein paar Hundert Metern der Boden ausgetauscht werden“, sagte Frankenthals Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) im Planungs- und Umweltausschuss. Die Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises dagegen hält einen Bodenaustausch für unmöglich.
Nach Angaben der Stadtverwaltung sind bei dem Unfall am 14. Dezember circa 2600 Liter Heizöl in die Umwelt gelangt. Peter Nockel von der Unteren Wasserbehörde der Stadt sagte, beim Versuch, zwei jeweils 2000 Liter fassende Heizöltanks zu befüllen, sei das korrodierte Verbindungsrohr zwischen den Behältern geplatzt. Öl sei zunächst in den Heizkeller und von dort „in den Abwasserkanal beziehungsweise in den Grund und Boden des südlich angrenzenden Gartengeländes“ gelaufen, heißt es im Bericht der Stadtverwaltung. Dass auch der auf Frankenthaler Gemarkung liegende Köstengraben betroffen sei, habe man erst am 21. Dezember durch die Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises erfahren. Eine südlich des Grabens eingerichtete Messstelle zeige, dass das Öl bisher nicht weiter in Richtung Frankenthal/Mörsch vorgedrungen sei. Die Arbeiten zur Schadenbegrenzung und Sanierung würden vom Kreis als zuständiger Behörde koordiniert; die Stadt sei „nur als Geschädigte eingebunden“. Kornelia Barnewald, Sprecherin Kreisverwaltung, bestätigte auf Anfrage, dass das Öl aus der Leitung zwischen den beiden Tanks ausgelaufen war. Es sei aber nicht von der Erdoberfläche nach unten durchgetropft. Deshalb sei die Erde kaum kontaminiert. Stattdessen liege das Öl auf dem Grundwasser auf. Als Verursacher der Verunreinigungen gilt der Betreiber der defekten Tankanlage, also der Hauseigentümer. Dieser hat den Schaden laut Barnewald seiner Versicherung gemeldet, die schon gezahlt, aber auch ein Gutachten bestellt habe. Dieses liege dem Kreis noch nicht vor. Das Gutachten soll Aufschluss darüber geben, wie das Öl aus dem Raum, in dem die Tanks stehen, in die Kanalisation und ins Grundwasser gelangen konnte. Die derzeitigen Gegenmaßnahmen bestehen laut Kornelia Barnewald darin, dass der Brennstoff mittels Sperren und Bindemittel aus dem Köstengraben und mittels Bohrungen und einer Reinigungsanlage in dem betreffenden Garten aus dem Grundwasserleiter geholt wird. „Ein Bodenaustausch ist nicht vorgesehen, auch weil das betroffene Gelände nicht zugänglich ist“, teilt Kornelia Barnewald in Absprache mit der Wasserbehörde des Landkreises mit. Eine Alternative könne später sein, dass Mikroben eingesetzt werden, die das Heizöl zersetzen. Auf die im Frankenthaler Umweltausschuss von Alis Hoppenrath (SPD) gestellte Frage nach der Begleichung des Schadens sagte OB Hebich, bei vergleichbaren Fällen in Frankenthal sei die Zusammenarbeit mit den Versicherungen „relativ problemlos“ gewesen. Die wegen Gewässerverunreinigung ermittelnde Staatsanwaltschaft Frankenthal sagte auf Anfrage, sie warte zunächst das vom Versicherer in Auftrag gegebene Gutachten ab.