HEIDELBERG Infektionsgeschehen im Rhein-Neckar-Kreis bleibt hoch

Alles still: Der Ausschnitt aus dem Namenszug eines Geschäfts in der Frankfurter Innenstadt scheint Weihnachten unter Lockdown-B
Alles still: Der Ausschnitt aus dem Namenszug eines Geschäfts in der Frankfurter Innenstadt scheint Weihnachten unter Lockdown-Bedingungen vorweg zu nehmen.

Auf unverändert hohem Niveau verharrt das Infektionsgeschehen zu Weihnachten im Rhein-Neckar-Kreis. Wie das Kreis-Gesundheitsamt in Heidelberg am Mittwoch mitteilte, sind im Landkreis binnen 24 Stunden weitere neun Patienten in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Die Anzahl an Todesfällen im Kreis stieg damit auf 190 seit Beginn der Pandemie. Von Dienstag bis Mittwoch verzeichnete die Behörde 201 Neuansteckungen mit dem Virus. Der Sieben-Tage-Durchschnittswert für den Rhein-Neckar-Kreis ging den Angaben zufolge dennoch leicht auf 250,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zurück.

Wieder gestiegen ist dagegen laut Gesundheitsamt die Anzahl „aktiver“ Fälle im Kreis – auf zuletzt 1579. Ausgewählte badische Nachbargemeinden haben daran aktuell folgende Anteile: Hockenheim 103, Schwetzingen 64, Ketsch 54, Reilingen 34, Altlußheim und Neulußheim jeweils 16.

Neue Studie der Universität Heidelberg

Unterdessen hat die Universität Heidelberg eine interdisziplinäre Studie zu den Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie sowie zum Vertrauen in Staat, Wissenschaft und Medien veröffentlicht. Dabei kamen die Wissenschaftler – Psychologen, Juristen und Politologen – unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Regeln nicht streng genug seien, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Der Grund: Viele Menschen nutzten diese Regeln maximal aus. Auf Vernunft und Eigenverantwortung zu setzen, scheine nicht zu funktionieren. Vielmehr werde im Sinne einer individuellen Kultur das Eigeninteresse höher gewertet als das Gemeinschaftsinteresse. Für die Studie befragten die Wissenschaftler im Juni und November/Dezember 2451 Personen.