HOCKENHEIM Behälter vom Bodensee für leere Pizzakartons

Rein mit den Kartons: eine Hockenheimer „Pizzabox“.
Rein mit den Kartons: eine Hockenheimer »Pizzabox«.

In Hockenheim sollen vier „Pizzaboxen“ dabei helfen, eine ganz besondere Art von Müll in der Innenstadt zu vermeiden.

„Olala, willst du eine Pizza?“, fragten einst die Höhner musikalisch. Was den Kölschen Mundart-Musikanten in ihrem „Pizza-Leed“ recht war, kann den Kurpfälzern im Allgemeinen und den Hockenheimern im Besonderen natürlich nur billig sein. Doch egal, wie lecker Margherita, Funghi, Prosciutto, Salami oder gar die scharfe „Diavola“ auch schmecken – ein Problem bleibt meist ungelöst: Wohin nach dem Genuss des italienischen Backwerks mit den Überresten, sprich: dem Pizzakarton?

In Speyers badischer Nachbarstadt glauben sie nun, den Ausweg aus diesem Dilemma gefunden zu haben: Seit kurzem stehen vier öffentliche Pizzakartonbehälter strategisch verteilt an verschiedenen Stellen der Innenstadt, etwa an der Zehntscheune sowie am Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt.

Platz für diverse Kartons

Die „Pizzabox“ genannten, hochformatigen Abfallbehälter bieten in ihrem unteren Teil Platz für diverse übereinander gestapelte Kartons. Darüber – sozusagen und „auf dem Deckel“ – befinden sich Flächen, die Einwegbecher, Flaschen und Zigarettenkippen aufnehmen sollen. Die Vorteile sprächen für sich, teilt die Hockenheimer Stadtverwaltung voller Stolz mit: Die Pizzakartonbehälter seien witterungsbeständig und verfügten über eine ebenso einfache wie standfeste Verankerung im Boden. Nicht, dass noch jemand vor lauter Begeisterung für die Konstruktion versucht, ein Exemplar mit nach Hause zu nehmen.

Nun läge die Vermutung nahe, die Anregung für diese Idee stamme aus dem Ursprungsland der Pizza, aus Italien – womöglich gar aus der Stadt Neapel. Immerhin nimmt man dort nicht nur für sich in Anspruch, die Pizza erfunden zu haben, sondern bewies auch schon häufiger eine gewisse, sagen wir: Kreativität, im Umgang mit Müll. Doch mitnichten: Zwar verdanken die Hockenheimer ihre vier neuen Abfallbehälter tatsächlich dem Sommerurlaub einer Bürgerin. Doch weilte sie nicht etwa in „Bella Italia“, sondern am Bodensee.

„Aus erster Hand“ erlebt

Dort habe Ines Warth die Einsatzmöglichkeiten des etwas anderen Abfalleimers „aus erster Hand“ erlebt, wie die Verwaltung es in einer launigen Pressemitteilung formuliert. Nach dem Urlaub habe sie die Idee Hockenheims Oberbürgermeister Marcus Zeitler (CDU) vorgeschlagen. Das laut städtischer Pressestelle spontan begeisterte Stadtoberhaupt ließ – um im Bild zu bleiben – nichts anbrennen und beauftragte flugs den Bauhof damit, vier Pizzakartonbehälter anzuschaffen.

Von einer „echten Bereicherung für die Sauberkeit in Hockenheim“ und einer „Entlastung der vorhandenen Mülleimer“ ist seitdem die Rede. Das gelte vor allem für die sperrigen Pizzakartonagen, die dort nicht hinein passten und so deren Nutzung blockierten, analysiert OB Zeitler mit der Schärfe einer schön kross gebackenen Pizza Diavola. Da soll noch einmal jemand behaupten, dass Reisen nicht bildet.

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