Cross-Duathlon
Zwei deutsche Meister aus der Südwestpfalz
Am vergangenen Sonntag standen die deutschen Meisterschaften im Cross-Duathlon (inklusive Rheinland-Pfalz-Meisterschaften) mit Start und Ziel im Trierer Waldstadion an. Einen Rundkurs von 2,5 Kilometern im Weishauswald mussten die 88 Teilnehmer zweimal laufen, insgesamt also fünf Kilometer. Es folgten rund 24 Kilometer mit dem Rad auf einem sechs Kilometer langen Rundkurs, der viermal durchfahren werden musste, bevor noch einmal 2,5 Kilometer zu laufen waren.
Der Lemberger Jens Becker legte ein konstantes Rennen hin und lief als Gesamtneunter in 1:31:35 Stunden über die Ziellinie. Der 45-jährige Zahnarzt, fürs Endurance Team des FK Pirmasens am Start, wurde damit zum zweiten Mal nach 2022 deutscher Meister in seiner Altersklasse, dieses Mal war’s die AK 45. In der Gesamtwertung der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft belegte er Rang drei. „Ich dachte, beim Radfahren geht mehr, da musste ich wohl dem fortschreitenden Alter Tribut zollen“, kommentierte Becker sein Ergebnis. Dass er vor der Siegerehrung abreiste, begründet der viermalige deutsche Ärztemeister im Mountainbike-Cross-Country so: „Ich hatte ab 18 Uhr Notdienst, die Zeit hat also gedrängt.“ Damit kein Patient unnötig lange Zahnweh erleiden musste, hatte sein Vater Jürgen Becker, ebenfalls Zahnarzt, den Notdienst bis zum Eintreffen des deutschen Meisters übernommen. Jens Beckers Sohn Moritz wurde bei der DM in der Altersklasse U11 Siebter.
Nicht auch Landesmeister
Lars Holder, 2025 Vize-Europameister im Cross-Duathlon der Altersklasse 25 bis 29 Jahre, ging als einer der Favoriten seiner Altersklasse an den Start. Er wurde seiner Rolle gerecht. Der noch 29-jährige Wahl-Hinterweidenthaler wurde deutscher Meister im Cross-Duathlon der Männer ab 30 Jahre in 1:28:40 Stunden. Im Gesamtklassement bedeutete das Platz sechs. „Sehr griffige Strecke, weitestgehend trocken bis auf einen Matsch-Abschnitt beim Radfahren“, beschreibt der angehende Lehrer das Terrain. Den Wettkampf habe er sehr konstant absolviert, so Holder. Weil er für einen nordrhein-westfälischen Verein, den TuS Schleiden , startete, blieb ihm der Landesmeister-Titel verwehrt, weil laut Reglement nur Teilnehmer, die einem rheinland-pfälzischen Verein angehören, auch Landesmeister werden können.
Lars Holders gleichaltrige Lebensgefährtin Angelina Giffhorn meisterte ihre Cross-Duathlon-Premiere erfolgreich. Die Hinterweidenthalerin kam in 1:50:54 Stunden als Fünfte der Frauen-Gesamtwertung (unter 17 Starterinnen) ins Ziel. Das bedeutete Rang drei in der Altersklasse W25. „Ich bin sehr zufrieden, auch wenn ich mich mal in der Matsch-Passage mit dem Rad abgelegt habe. Am schlimmsten war nicht der Sturz, sondern die Tatsache, dass mich mein Freund dabei überrundet hat“, merkt Giffhorn schmunzelnd an.
Dreyers Test
Ein Test sollte es werden, ein Sieg ist es geworden, der allerdings nicht amtlich quittiert ist: Tobias Dreyer aus Hauenstein hatte sich für den Wettbewerb in Trier angemeldet, um Cross-Duathlon-Erfahrung zu sammeln. Der 26-jährige Hauensteiner startete für den Trifels-Triathlon-Club, ohne allerdings bei seiner Anmeldung einen Startpass der Deutschen Triathlon-Union zu besitzen. Das Dokument sollte eine große Bedeutung bekommen. Denn der zweimalige Gesamtsieger der Laufserie Wasgaucup war mit 1:38:51 Stunden zwar schnellster Rheinland-Pfälzer der Altersklasse M25, doch auf dem Siegertreppchen stand ein anderer. Den Pass hatte Dreyer zwar wenige Tage vor der. Meisterschaft bekommen, doch war er in Trier nur ohne Pass für den „Cross der Asse“ und nicht für die deutsche oder rheinland-pfälzische Meisterschaft eingetragen. „Es war mein erstes Cross-Duathlon-Rennen überhaupt. Ich habe mich nur angemeldet, weil meine Freundin Milena Vogel teilnehmen wollte“, erzählt Dreyer. Für 2026 hat er sich zwei 70.3-Triathlons (1,8 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und ein 21,1-Kilometer-Lauf) am 12. Juli in Luxemburg und am 23. August im Breisgau vorgenommen. Obwohl ihm der Wasgaucup ein Herzensanliegen ist, sei es fraglich, ob er auf die geforderten fünf Wertungsläufe in diesem Jahr kommen wird. Dreyer: „Ich musste sportlich Prioritäten setzen, und die liegen dieses Jahr im Triathlon.“
Besagte Milena Vogel, die seit kurzem in Hauenstein wohnt, war Gesamtdritte der Frauen in 1:46:08 Stunde. Das wäre der Rheinland-Pfalz-Meistertitel gewesen, würde die 25-Jährige nicht wie Lars Holder für den TuS Schleiden starten.