Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die Tiere mit dem Pirmasenser Winter zurechtkommen

Die Schafe haben ein dickeres und flauschigeres Fell und kommen mit der Kälte besser zurecht als mit der Hitze.
Die Schafe haben ein dickeres und flauschigeres Fell und kommen mit der Kälte besser zurecht als mit der Hitze.

Die vergangenen Wochen waren richtig kalt, zum Monatsende soll es wieder frostig werden. Wie gehen Wildtiere im Wald mit der Kälte um, und was machen Tierheim und Gnadenhof?

Das Wild im Wald scheint noch die geringsten Probleme mit der Kälte zu haben. Das befindet Manfred Schary, Kreisvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Am besten gehe es den Tieren mit einer Schneedecke. „Dann ist alles im grünen Bereich.“ Problematisch werde es, wenn es regne und gleich wieder gefriere. Dann bilde sich eine scharfe Eisschicht auf dem Schnee, die zu Verletzungen an den Füßen der Tiere führen könne. Grundsätzlich sollten Hundehalter derzeit ihre Tiere an der Leine halten. Ein jagender Hund könne das Wild stark schwächen. Rehe und Wildschweine halten laut Schary derzeit eine Art Winterruhe und vermeiden (schnelle) Bewegungen – so gut es geht.

„In unseren Breiten kommen die Tiere gut mit dem Winter zurecht“, sagt auch Michael Schöfer, der im Forstamt Westrich fürs Wild zuständig ist. Derzeit erlebten wir einen normalen Winter ohne drastische Schneemengen. Das Wild stelle sich darauf ein – mit mehr Ruhephasen. Tierfreunde müssten keine Angst um Fuchs und Hase haben. „Die haben ein Winterfell, das isoliert sehr gut“, erläutert Schöfer. Selbst Nahrung sei derzeit gut zu finden. Im Winter schätzten Rehe und Damwild die Brombeeren und die Blätter an deren Sträuchern. Die Wildschweine hätten sich im Herbst mit den Eicheln ein Polster angefressen. Der selbst jagende Forstmitarbeiter kann bei den derzeit erlegten Rehen und Wildschweinen keine Mangelerscheinungen erkennen. Die Fettpolster seien gut erkennbar.

Viele kommen mit Kälte besser als mit Hitze zurecht

Auf keinen Fall sollten Spaziergänger anfangen, Rehe und Wildschweine zu füttern. „Das ist generell verboten – außer bei einer ausgesprochen Notlage mit Genehmigung der Jagdbehörde“, informiert Schöfer. Am wichtigsten sei es, das Wild derzeit in Ruhe zu lassen und auf den Wegen zu bleiben.

Keine Probleme haben die Tiere auf dem Gnadenhof Glückstier in der Atzelbach. „Die meisten unserer Tiere kommen mit Kälte besser als mit Hitze zurecht“, sagt Glückstier-Vorsitzende Lucy Pfundstein. „Die sind jetzt mit dem dicken Winterfell vielleicht ein bisschen flauschiger als sonst.“ In den Hütten der Ziegen und Schafe habe der Verein mit mehr Einstreu vorgesorgt. Für Kaninchen und Hamster gebe es warme Häuser in den Volieren. Bei den Enten müsse ein Teil des Weihers hin und wieder von Eis befreit und die Tränke aufgetaut werden. In ihrer Hütte gebe es ein isoliertes Schutzhüttchen für besonders kalte Tage. Das haben auch die Wellensittiche in ihrer Voliere. Die Sittichhütte werde zudem mit einer Infrarotlampe beheizt. Bei Sonnenschein kämen die Vögel allerdings singend ins Freie.

Wasser für Wildvögel bereitstellen

Ähnlich geht es den Tieren im Tierheim. Die Kaninchen haben einen unbeheizten Stall – wegen ihres Winterfells aber ohnehin keine Probleme –, versichert Vorsitzende Birgit Oster. Die Katzen befänden sich im beheizten Katzenhaus, und für die Hunde gebe es einen beheizten Bau. Nur besondere Hunde kämen derzeit in die Außenzwinger. Die sind aber mit einer Wärmelampe für richtig kalte Tage ausgestattet. Geheizt wird im Tierheim mit Pellets. Der Verein hat 2025 zudem eine größere PV-Anlage in Betrieb genommen. Für die Tiere sieht Oster die geringsten Probleme bei dem Wetter. „Eher wird es schwierig für die Mitarbeiter.“

Und was sagt der Umweltschützer zur Wildvogelfütterung? Manfred Schary vom BUND findet das eine gute Sache. „Da spricht überhaupt nichts dagegen.“ Oft vergessen werde im Winter allerdings das Wasser. Vielerorts fänden die Vögel nur noch gefrorene Wasserflächen. Einmal am Tag sollte eine Tränke mit frischem, nicht gefrorenen Wasser gefüllt werden.

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