Pirmasens
Wie die neue Pirmasenser Stadtbücherei aussehen wird
Auf der Zielgerade befinden sich die Planungen für die Gebäudehülle, informierte der Pirmasenser Architekt Christoph Arnold im Stadtrat über die aktuellen Entwicklungen rund um die neue Bücherei. Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude neben dem „Höfle-Eck“ auf dem früheren Kaufhallen-Gelände, für das ebenfalls Arnold verantwortlich zeichnete. Die Fassade der neuen Bibliothek ist zur Höfelsgasse hin durch viele Glaselemente geöffnet, erklärte der Planer: „Damit werden Ein- und Ausblicke eröffnet.“
Aktuell werden die Entwurfsplanung erarbeitet und die Fachplaner ins Boot geholt, so Arnold weiter. Noch im März sollen die Unterlagen soweit vorbereitet sein, dass der Bauantrag gestellt werden kann. Mit einem Baubeginn rechnet der Architekt im September oder Oktober dieses Jahres. Nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wird eine Eröffnung im Frühjahr 2028 anvisiert. Der für das Projekt zuständige Beigeordnete Denis Clauer ergänzte, dass inzwischen auch die Abrissarbeiten auf dem Gelände begonnen haben und in spätestens vier Wochen abgeschlossen sein sollen.
Bücherei als dritter Ort im Leben
Während die Planungen für das Gebäude auf Hochtouren laufen, hinkt die Gestaltung der Hofflächen hinterher. Diese Flächen werden gerade überplant, informierte Arnold, weil sie in die städtebauliche Entwicklung dieses Areals zwischen Schlossstraße, Höfelsgasse und Robert-Schelp-Platz eingebunden werden sollen. In den vergangenen Monaten war davon die Rede gewesen, dass eine Grünanlage in Verbindung mit der Bücherei entstehen soll, die auch für Büchereiveranstaltungen unter freiem Himmel genutzt werden kann, aber auch Parkplätze sollen angelegt werden.
Auch die Innengestaltung der neuen Stadtbücherei hat konkrete Formen angenommen, ausgearbeitet wurde sie von der „ekz bibliotheksservice GmbH“. Die aus Reutlingen zugeschaltete ekz-Planerin Gabriele Pekskamp machte dem Pirmasenser Stadtrat deutlich, dass sich Büchereien und Bibliotheken in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben: „Aus der Bibliothek der Grundversorgung ist eine Bibliothek als Erlebnisraum mit Aufenthaltsqualität geworden.“ Diese Entwicklung bedeute allerdings auch, dass eine moderne Bücherei mehr Platz brauche. Denn die Bücherei als sogenannter „dritter Ort“ nach dem Zuhause (erster Ort) und dem Arbeitsplatz (zweiter Ort) wolle heute Austausch, Konversation und soziale Gemeinschaft bieten. Die Bibliotheksplanerin erwähnte, dass der ursprüngliche Innenentwurf für die Ansprüche an eine moderne Bibliothek zu wenig Platz geboten habe: „Gemeinsam haben wir die Möglichkeiten ausgeschöpft durch eine veränderte Anordnung der Räume, dass wir eine größere Bibliotheksfläche bekommen haben.“
Vom Lesecafé bis zum digitalen Kreativstudio
Auf einer im Erdgeschoss von 585 auf 660 Quadratmeter gewachsenen Fläche finden sich nicht nur 22.000 Bücher und andere Medien, es wird auch ein Lesecafé, Arbeitsplätze für Lesen, Lernen und Handarbeiten, kleinere Aufenthaltsflächen, Selbstverbucher-Terminals und einen Service-Desk für die Beratung und Hilfe durch das Personal geben, informierte Pekskamp anhand Zahlen und Grafiken. Im Obergeschoss mit 14.000 Medien wird die Kinder- und Jugendbücherei angesiedelt, mit gemütlichen Leseecken und einem Podest mit Sitzflächen. Durch eine flexible Möblierung lässt sich diese Etage schnell und einfach in einen Veranstaltungsraum für bis zu 60 Personen umwandeln. Auch ein digitales Kreativstudio ist im Obergeschoss geplant.
Die von Pekskamp beschriebene Flexibilität ist dem Beigeordneten wichtig. „Wir planen eine Bücherei für die Zukunft mit aktuellen Trends. Aber wenn sich diese Trends wieder ändern, wollen wir flexibel reagieren können“, betonte er. Clauer will beim Spatenstich für die neue Stadtbücherei im Frühherbst auch das 125-jährige Bestehen der Einrichtung mitfeiern.
Gebäude wird von Bauhilfe gemietet
Die Stadt baut die neue Bücherei nicht selbst: Das Gebäude wird von der Bauhilfe, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, errichtet und an die Stadtverwaltung übergeben – diese mietet die neue Stadtbücherei auf Dauer an. Auszugehen ist aktuell von einem ersten Mietvertrag über 20 Jahre,