Pirmasens Wer abschreibt, bekommt Ärger

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Wikipedia wird heute 15 Jahre alt. Die Wissensplattform im Internet ist kaum noch wegzudenken, wenn es darum geht, sich Informationen jedweder Art zu beschaffen. Geschichte, Kunst, Kultur, Politik, Sport und sogar ein wenig Klatsch: Wikipedia weiß nahezu alles. Das Wissen für den Nutzer kommt dabei aber immer auch vom Nutzer selbst. Das birgt immer auch gewisse Risiken. Wie verlässlich sind die Informationen im Internet? Wie stehen die Lehrer zur Wikipedia-Nutzung? Wird heute mehr kopiert als früher, wo man zumindest die Sätze noch abschreiben musste? Die RHEINPFALZ hat in den Schulen nachgefragt.

„Wikipedia ist sowohl für Schüler als auch für Lehrer ein wichtiges Medium zur Information“, sagt Ulrich Klein, Leiter des Hugo-Ball-Gymnasiums Pirmasens. Ihm seien Tests im Gedächtnis, dass die Internet-Enzyklopädie im Vergleich zu Nachschlagewerken in Buchform nicht schlechter abgeschnitten habe. Als Medienkompetenzschule werde die Plattform von Lehrern und Schüler dennoch auch kritisch beleuchtet. „Wir weisen die Schüler darauf hin, auch die Veränderungshistorie der Berichte bei der Recherche in Betracht zu ziehen“, erklärt Klein. Wichtig sei, und das versuchten er und seine Kollegen den Schülern unbedingt zu vermitteln, sich nicht nur auf eine Quelle oder die ersten Treffer der Google-Suche zu verlassen. Gerade bei den Hausarbeiten werde dennoch oft einfach aus Wikipedia kopiert und das Gefundene leider nicht immer als Zitat markiert. „Nicht alle können der so leichten Versuchung widerstehen“, merkt der Schulleiter an. Das nachgewiesene Kopieren bringe Konsequenzen mit sich, handele es sich dabei um einen Betrugsversuch, der von Lehrern oder von ihm als Schulleiter geahndet werden müsse, sagt Klein. „Wenn alle bei den Hausaufgaben den gleichen Satz vorlesen, dann merken wir schon, dass Wikipedia im Spiel war“, lacht Uwe Gerke, Schulleiter an der Realschule Plus auf dem Kirchberg. Natürlich sei die Internetplattform sowohl für Schüler als auch für Lehrer ein wichtiges Informationsmedium. Gerade zu Beginn hätten sich alle nahezu „darauf gestürzt“, wie er weiß. Inzwischen sei man davon wieder abgekommen. Dass bei den Hausaufgaben das ein oder andere Mal aus Wikipedia kopiert wird, sei den Lehrern bewusst. Wichtig ist für ihn und seine Kollegen, dass die Kinder lernen, sich das Wissen aus mehreren unabhängigen Quellen zu erarbeiten und nicht blindlings das Erstbeste aus dem Internet kopieren. „Wir haben beobachtet, dass Schüler, die ihre Informationen ganz klassisch aus der Bibliothek beziehen, oft mit besseren Ergebnissen bei den Hausarbeiten und Referaten aufwarten können“, erklärt Dieter Kallenbach, Schulleiter am Leibniz-Gymnasium. Dennoch spiele die Internetrecherche und damit auch Wikipedia bei der Informationsbeschaffung eine große Rolle. In einem „Schreib-Projekt“ in den neunten Klassen werde dieses Thema ausführlich behandelt. „Wir bringen den Schülern dort die Grundbegriffe des wissenschaftlichen Arbeitens bei“, erklärt der Schulleiter. Dazu gehöre am Leibniz auch das Recherchieren und korrekte Zitieren. Natürlich werde immer mal wieder aus dem Internet kopiert, gröbere Verstöße hielten sich aber in Grenzen. „Unsere Schüler wissen, dass wir kontrollieren“, sind die Lehrer angehalten, die Haus- und Facharbeiten auch in diesem Hinblick zu überprüfen. (bos)

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