Pirmasens Wengelsbacher Kulturverein feiert

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Am heutigen Freitag erwacht das beschauliche französische Dörfchen Wengelsbach, unweit des deutschen Schönau gelegen, wieder bis Ende August zu vielfältigem kulturellen Leben. Mit einem „Été culturell“ feiert der dortige „Cercle Histoire et Culture Franco-Allemand“, der örtliche Geschichts- und Kulturverein, einen kleinen Kultursommer, der Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Wanderungen vereint – alles selbstverständlich zweisprachig.

Start ist heute, 18 Uhr, in der alten Schule in Wengelsbach mit einer alten Bekannten der südwestpfälzischen Malerszene. Die Rodalberin Anny Abel zeigt zusammen mit Marga Schneider aus Köln Malerei. Die 1940 geborene Abel ist vielen Rodalbern als Pädagogin an der dortigen Hauptschule bekannt. Seit 1996 widmet sie sich der Malerei und hat ein sehr umfangreiches Werk im Bereich der Aquarellmalerei geschaffen. Die realistische Malerei von Naturszenen, Architektur und Landschaften liegen der Südwestpfälzerin am Herzen. Ihre Kölner Kollegin Marga Schneider beobachtet mit ihrer Malerei auch die Natur. Schneider erlernte ihr künstlerisches Handwerk unter anderem als Schüler des Dahner Künstlers Franz Martin. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage von dem Pirmasenser Duo „Schlagfertig“. Die Ausstellung ist anschließend bis 20. Juli Montag, Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Am Donnerstag, 17. Juli, steht dann ein Klassiker des Wengelsbacher Kultursommers auf dem Programm mit der Exkursion auf die Burgruine Wasigenstein, wo Akteure des Vereins in historisch korrekter Kleidung sich des Lyrikstoffes aus dem Mittelalter annehmen, dessen Handlung auf Wasigenstein spielen soll. Umrahmt wird der Vortrag um 16 Uhr von mittelalterlicher Musik von Gilles Amblard an der Gitarre und Georges Haibach mit Instrumenten aus dem Mittelalter. Nach dem Vortrag auf Burg Wasigenstein besteht Gelegenheit zur Teilnahme an einem „Friedensmal“. Mit einer geführten Wanderung lädt der Verein zu Geschichte und Geschichten rund um Wengelsbach ein. Am 24. Juli leitet Edmond Fabacher, ein gebürtiger Wengelsbacher, die Wanderung vom Parkplatz Col du Goetzenberg, wo die Tour um 14 Uhr startet. Die Poesie steht im Mittelpunkt einer Lesung von Chris Blomen-Pfaff und Andreas Seger am 7. August in der alten Schule von Wengelsbach. Die Lesung wird musikalisch begleitet vom „Duo Kocurek“. Blomen-Pfaff bezeichnet sich als Poesie-Pädagogin und verweist in ihrem Lebenslauf auf Tätigkeiten als Dozentin für kreatives Schreiben und „heilende Poesie“. Ihr Kollege Seger ist Autor und Komponist. Die Lesung beginnt um 20 Uhr. Eine weitere Ausstellung bringt die dritte Dimension in der Kunst in die frühere Wengelsbacher Schule mit Isabelle Keller und Roman Dörholt. Die Bildhauer zeigen unter dem Titel „Holz und Erde“ Keramiken und Holzskulpturen. Die Französin Keller wurde 1960 im elsässischen Weißenburg geboren und betreibt heute eine Werkstatt in Obersteinbach. Unter anderem war sie lange Jahre als Mitarbeiterin in einer Kunstmesserwerkstatt tätig. Heute hat sich Keller auf den Rakubrand spezialisiert. Der 1958 im saarländischen Merzig geborene Dörholt kann auf eine Tischlerausbildung verweisen und hat sich im südwestpfälzischen Schönau eine Werkstatt für seine Holzbildhauerei eingerichtet. Den Abschluss des Wengelsbacher Kultursommers macht am 17. August ein Konzert in der Kapelle des Dorfes mit Jean-Charles Regin am Cello und Gilles Amblard an der Gitarre. Einen großen Künstlermarkt wie im vergangenen Jahr wird es dieses Jahr nicht geben. Der „Kunst und Genuss“-Markt bringt nur alle zwei Jahre in so ziemlich jede Hofeinfahrt in Wengelsbach Künstler und Direktvermarkter landwirtschaftlicher Produkte und an die 1000 Besucher in das kleine Dörfchen.

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