Pirmasens
Weltfrauentag in der Lutherkirche: „Bistro Luther“ setzt Zeichen für Gleichberechtigung
Dass die zweite Ausgabe des Pirmasenser „Bistro Luther“ ausgerechnet am Weltfrauentag stattfindet, war der Gemeinde ein Anliegen, betonen die Verantwortlichen. „Gleichberechtigung ist uns als Kirche ins Stammbuch geschrieben“, sagt Dekan Ralph Krieger. Das erste „Bistro“ fand zum Valentinstag statt. Entscheidend sei, deutlich zu machen, dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche als gottgegeben gelte.
„Es ist völlig unzeit- und unsachgemäß, Männer und Frauen als nicht gleichberechtigt anzusehen. Wie fragil das Thema ist, zeigen aktuelle Bilder aus Afghanistan“, ergänzt Pfarrer Wolfdietrich Rasp. Gleichberechtigung sei erst dann Normalität, wenn man nicht mehr darüber sprechen müsse. Die Pfälzische Landeskirche habe als eine der ersten ihrer Art Mitte der 1950er Jahre die Frauenordination eingeführt.
Beitrag der Kirche zu wichtigem Thema
„Zum Weltfrauentag gibt es viele Unteraspekte – anthropologisch wie politisch. Unser Beitrag als Kirche ist, Gleichberechtigung zur Normalität werden zu lassen“, so Krieger. Gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen hat die Gemeinde ein Programm vorbereitet, das am Sonntag, 8. März, um 16 Uhr in der Lutherkirche beginnt.
Als Höhepunkt gelten musikalische Beiträge der französischen, international bekannten Mezzosopranistin Celine Mellon. Eine Station ihrer Karriere war die Mailänder Scala. Zum Weltfrauentag singt sie von Frauen verfasste und interpretierte Lieder aus den 1920er Jahren – einer Zeit, in der die Emanzipation der Frau international und in Deutschland Fahrt aufnahm. Begleitet wird sie von Bezirkskantor Maurice Antoine Croissant.
Als Mitakteurin tritt zudem Sarina Keller auf. Die Autorin aus Zweibrücken liest Kurzgeschichten. Außerdem informieren die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pirmasens, Stefanie Rothaar, und Michaela Göke vom Frauenhaus über ihre Arbeit mit Frauen aus der Region.
Auch die Kulinarik kommt nicht zu kurz: Wie schon beim ersten „Bistro Luther“ sorgt das Ehepaar Rebecca und Jens Rasp, beide ausgebildete Köche, für Fingerfood. Die Lutherkirche wird an diesem Tag in einem ungewohnten Licht erscheinen: Ehrenamtliche dekorieren in den für die Frauenbewegung typischen Farben Weiß, Lila und Grün. Vorbereitet werden Tische mit 60 Plätzen; bei Bedarf sollen zusätzliche Sitzgelegenheiten bereitgestellt werden. „Willkommen sind nicht nur Frauen, sondern auch Männer. Mit unserem „Bistro Luther„ wollen wir einen Raum schaffen, in dem Menschen einander begegnen können“, sagt Pfarrer Rasp.